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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 61 (1933)

Scherhag, R.: Untersuchungen über die Nachtgewitter im nordwestdeutschen Küstengebiet, IV, 97 
Der absolute Druckfall beträgt im Mittel am Boden (Tabelle 3) —7.4 mb 
und nimmt in 3 km Höhe auf — 3.4 mb ab, der relative Druckfall (Spalte 3) 
beträgt in 3 km 66% der Anderung am Tabelle 3. 
Boden. Am Morgen nach den Gewittern vyiigglerer Drucktall zu Hamburg (mb) (12 Fälle). 
war es also unterhalb von 3 km um so — a a — 
viel wärmer, daß durch diesen statischen Höhe | Absoluter| Relativer | In % des Druck- 
Effekt der herantransportierten wärmeren (km) 'Druckfall| Druckfall | falls am Boden 
Luft 34% des tatsächlichen Druckfalls 
erklärt werden können, Es bleibt aber 
noch ein Rest von ?%/, übrig! Und da 
oberhalb von 3 km geringe Abkühlung 
eintrat, wird sich der Druckfall mit der 
Höhe noch verstärken, Ein Ausgleich ist 
demnach in der Troposphäre nicht mehr 
zu erwarten. Hiermit ist bewiesen, daß 
der primäre Anlaß für die Gewitter, 
oberen Schichten hatte. 
5, Die Ursache der nächtlichen Entwicklung der Gewitter im Küstengebiet, 
Es ist auffällig, daß — wie in vielen tropischen Gebieten — so auch an den 
deutschen Küstengebieten die Gewitter mit Vorliebe während der Nacht auftreten. Wir 
wollen in diesem Zusammenhang die zwölfstündigen Druckänderungen heranziehen, 
In Abb. 13 ist die mittlere Druckänderung vom zweiten Morgen bis zweiten 
Abend vor der Gewitternacht dargestellt. An diesem Tage fällt das Barometer 
am stärksten über Südfrankreich. In der nächsten Nacht (Abb. 14) nimmt da- 
gegen der Luftdruck am meisten über dem Kanal ab. Am Tage vor den Gewittern 
(Abb. 15) erreicht der Barometerrückgang den größten Betrag über Mitteldeutsch- 
land, in der Gewitternacht (Abb. 16) dagegen über der Nordsee. Am nächsten 
Tage fällt (Abb. 17) der Luftdruck wieder am meisten über dem Kontinent und 
in der folgenden Nacht (Abb. 18) über der Ostsee, 
Die gestrichelte Kurve in Abb, 19 gibt die Verlagerung des Zentrums der 
zwölfstündigen Drucktendenzen an, und wir sehen hier, wie das geschlossene 
Fallgebiet unter dem Einfluß der täglichen Temperaturperiode sich in der Nacht 
zum Meere und tags nach dem Kontinent verlagert. 
Um den Betrag der täglichen Barometerschwankung an warmen Sommertagen zu ermitteln, habe 
ich die mittleren Differenzen zwischen den zum Morgen- und Abendtermin beobachteten Barometer- 
ständen über Europa während des warmen Monats Juni 1930 berechnet und will hier nur erwähnen, 
daß der mittlere D’ruckfall am Tage zu dieser Zeit über dem Kontinent 2.5 mb erreichte (zu Karls- 
rube) gegenüber einem Anstieg von etwa 0.2 mb über den nordwestlichen Meeren. Der Effekt der 
täglichen Erwärmung des Kontinents ist also wohl imstande. die eben beschriebene Verschiebung der 
Druckwelle zu erklären, Ein weiteres Eingehen auf diese Verhältnisse würde hier zu weit führen. 
6. Die Temperaturänderungen über Hamburg. 
Wir wollen jetzt die Änderungen der Höhentemperaturen vom Tage vor den Gewittern bis zum 
Morgen nachher betrachten. Zu diesem Zwecke werden in Tabelle 4 alle Temperaturwerte der oberen 
Luftschichten vom Vor- und Nachtage aufgeführt, soweit sie vorlagen aus Hamburg, im Bedarfsfalle 
aber wurden zum Vergleich auch die Aufstiege von Lindenberg herangezogen. Die Gewitter vom 
25./26. V, 1931 konnten in dieser Tabelle nicht berücksichtigt werden, da von keinem der beiden Orte 
vergleichbare Aufstiege vorliegen. Dafür wurde aber das Beispiel vom 16./17, VIII. 1929 hinzu- 
genommen, wo sich die Gewitter erst in den Morgenstunden entwickelten und zu Hamburg gerade 
zur Zeit des Aufstiegs Regen aus einer geschlossenen Wolkendecke einsetzte, Die Vertikalspalte 3 bei 
jeder Höhenstufe gibt die Temperaturänderungen vom Vor- zum Nachtage an, die in der fünftletzten 
Reihe gemittelt sind. 
Man erkennt, daß die Temperatur im Mittel nach den Gewittern in den 
unteren Schichten wesentlich höher lag als am Tage vorher, am meisten in 
1000 m Höhe. Von dort aus nimmt die Differenz nach oben hin rasch ab, und 
im 3000 m-Niveau ist keine vorherrschende Änderung zu erkennen. Darüber 
tritt durchschnittlich eine Abkühlung ein, allerdings nur ganz gering. 
Die nächste Reihe gibt die Anzahl der Fälle mit Erwärmung in Prozenten 
an, und man sieht auch hier, daß unten die Temperaturzunahme bei weitem 
überwiegt, in 1000 m Höhe trat sie z, B. in 100% aller Fälle ein, oberhalb von 
4 km beobachten wir häufiger eine Abkühlung, 
Ann. d Hrdr. usw. 1933. Heft IV 
„ie Dıuckwelle, ihren Sitz in den
	        
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