Die Küste, 75 MUSTOK (2009), 231-254
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zweiten Ansatz (cd2) durchgeführt. In Abb. 8 ist die resultierende Reduktion der Amplitu
den deutlich erkennbar. Die Variationen des Wasserstandes bei unterschiedlichem Ansatz für
den Windschubkoeffizienten sind in beiden Modellen von etwa gleicher Größenordnung.
Die Wasserstandsauslenkungen der Messdaten werden durch die Modelle, besonders durch
das des FTZ mit (cd2) tendenziell besser als mit dem ersten Ansatz wiedergegeben. Die
Kompensation der teilweise zu hohen Windgeschwindigkeiten durch die Reduktion des
Windschubkoeffizienten führte, vor allem während des Sturmes, zu einer Verbesserung der
Modellergebnisse.
Die größten Unterschiede zwischen den beiden Modellen treten unter den ausgewählten
Stationen während des Sturmes in Koserow auf. Durch die kleinen Wassertiefen in weiten
Bereichen der Pommerschen Bucht ist der Einfluss von Topographiedifferenzen zwischen
den Modellen hier vergleichsweise groß. Aus Abb. 2 ist zu entnehmen, dass die Topographie
des FTZ-Modells um Koserow etwas flacher ist, was lokale Topographieunterschiede als
Ursache für die höhere Wasserstandsauslenkung im Süden der Pommerschen Bucht plausibel
erscheinen lässt.
Im unteren Diagramm von Abb. 8 sind die Standardabweichungen der Differenzen zwi
schen Modell und Messdaten dargestellt. Im Mittel liegen die Werte um 11 cm und immer
unter 16 cm. Damit sind alle Modellergebnisse für die Simulation eines Sturmereignisses als
gut zu bewerten. Im Vergleich zwischen den einzelnen Stationen liegen die Fehler vor allem
in Travemünde vergleichsweise hoch. Ursache hierfür kann die Lage des Pegels im Bereich
der komplexen Geometrie der Travemündung sein, die mit beiden Modellauflösungen nicht
hinreichend abgebildet wird. Im Vergleich zwischen den beiden Windschubkoeffizienten
ergeben sich für den niedrigeren Ansatz (cd2) aus oben genannten Gründen besonders im
CO
5
s
s
0.15
0.1
0.05
| BSH cd1
i FTZ cd1
BSH cd2
| FTZ cd2
Messdaten
Warnemünde
Koserow
nun
Kiel Holtenau
Travemünde
Warnemünde
Koserow
Abb. 8: Statistische Verifikation der Modelle für den Zeitraum 13.-23. Februar 2002, unter Verwendung
zweier unterschiedlicher Windschubansätze