Die Küste, 75 MUSTOK (2009), 71-130
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Zur Bestimmung effektiver Wetterlagen wurde eine Mischung aus empirischen Verfah
ren der Wasserstandsvorhersage (Schmager, 2003) und Analyse der meteorologischen Fel
der gewählt (Schmitz, 2007). Es wurden 57 Realisationen mit hohem Potential aus 19 Ziel
terminen gefunden (Tab. 2, Spalte Auswahl DWD), d. h. 18 Zieltermine hatten kein Potential
für hohe Sturmhochwasser. Bei den verbleibenden Zielterminen liegt das Maximum wieder
in der Kategorie „N-O“, in der Kategorie „Index“ verbleiben nur zwei Zieltermine. Für
Details hierzu siehe Schmitz (2007).
Tab. 2: Anzahl der Zieltermine nach Auswahlkriterien 3
A uswah lk riterien
EPS
Auswahl
DWD
Simulationen
SEBOK A
1 Pegel > 2,5 m
Simulationen
BSH
Archiv
3
2
2
1
N-O
17
9
4
2
Index
10
3
1
1
Füllung
2
2
1
2
NW
5
3
2
2
Gesamt
37
19
10
8
56 der 57 Realisationen mit hohem Potential für Sturmhochwasser wurden mit den Mo
dellen von SEBOK A simuliert (Bruss et ah, 2009). Nicht alle nach DWD-Kriterien aus
gewählte meteorologische Antriebsfelder erzeugten dabei tatsächlich extrem hohe Wasser
stände. Ein extremes Sturmhochwasser wurde dadurch definiert, dass mindestens einer von
13 Pegeln der deutschen Ostseeküste einen Wasserstand > 2,5 m über Modellnull in diesen
Simulationen erreichte. Es verblieben 21 Antriebsfelder aus 10 Zielterminen mit einer Häu
fung in der Kategorie „N-O“ (Tab. 2, Spalte SEBOK A). Letztendlich fanden sich nur unter
den Realisationen von weniger als einem Drittel der Zieltermine solche, die sehr hohe Was
serstände (> 2,5 m über Modellnull) an mindestens einem der ausgewählten Pegel erzeugten.
Es ist jedoch zu beachten, dass keines der Suchkriterien erfolglos war.
In Tab. 2 (Spalte BSH) findet sich zusätzlich eine Zuordnung der mit dem Modellsystem
des BSH simulierten Realisierungen zu den Zielterminen. Für die Untersuchung im Teilpro
jekt MUSE-Ostsee wurden Szenarien primär nach extremen Sturmhochwassern ausge
sucht.
Grundlage für die Auswahl bildeten die in SEBOK A berechneten Scheitelwasserstände
in den Pegelgruppen
- KB: Flensburg, Schleimünde, Eckernförde, Kiel-Holtenau, Heiligenhafen (Kieler
Bucht)
- MB: Neustadt, Travemünde, Wismar, Timmendorf auf Poel, Warnemünde (Mecklen
burger Bucht)
- PB: Sassnitz, Greifswald, Koserow (Pommersche Bucht).
Das bisher höchste dokumentierte Sturmhochwasser für die deutsche Ostseeküste ist
das vom 13.11.1872. Daher wurden insbesondere Realisationen mit ähnlicher räumlicher
Verteilung der Scheitelwasserstände und/oder ähnlichem Wetterverlauf berücksichtigt.
3 Wasserstände in diesem Artikel beziehen sich auf verschiedene Nullflächen, hier auf die
des in SEBOK A verwendeten Modells. Vergleiche Kapitel 3.1.2.