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Full text: Modellierung von extremen Sturmhochwassern an der deutschen Ostseeküste

Die Küste, 75 MUSTOK (2009), 71-130 
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die den Einstrom in die Ostsee begünstigt (Weidemann, 1950). Nach 10 Tagen änderte sich 
der Wasserstand in Landsort nur noch langsam (Abb. 17). Es zeigt sich, dass der Wasserstand 
der Rekonstruktion des Sturmhochwassers von 1872 (Rosenhagen u. Bork, 2009) zum 
Zeitpunkt der Wetterumstellung deutlich niedriger war (Abb. 18a, b). Doch auch der Was 
serstand am Ende des Experiments war nicht extrem hoch. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum 
einen wird der Wasserstand der Ostsee bei räumlich homogenen und stationärem günstigen 
Wind nicht beliebig ansteigen, sondern es wird in den tiefen Schichten ein Rückfluss stattfin 
den (Krauss, 2001), zum anderen war die Wetterlage zwar über dem Kattegat günstig für 
einen Einstrom von der Nordsee in die Ostsee, aber über der nördlichen Ostsee wurde ein 
Rückstrom des Wassers begünstigt. 
Am Ende dieses Experiments wurde der meteorologische Antrieb abgeschaltet, so dass 
ein Ausgleich im Wasserstand unter Berücksichtigung des Ausstroms in die Nordsee (und 
weiter in den Nordostatlantik) stattfinden konnte. In den Abbildungen 18c und 18d ist der 
Wasserstand nach zwei und elf Tagen „Leerlaufen“ dargestellt. In allen vier Abbildungen ist 
deutlich der Einfluss der Nordsee zu erkennen. 
Abb. 16: Luftdruckverteilung (4.11.1872) während des Einstromexperiments (ROSENHAGEN u. Bork, 
2009) 
Abb. 17: Wasserstand Landsort (Rekonstruktion, schwarz; Einstromexperiment, dunkelgrau, fett; 
„Leerlaufen“, dunkelgrau)
	        
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