Die Küste, 75 MUSTOK (2009), 71-130
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Die vierte Realisation mit extremem Scheitelwasserstand in Greifswald (1995_34,
Abb. 7c) ist die einzige Modifikation eines realen schweren Sturmhochwassers unter den
extremen Sturmhochwassern, nämlich der vom 3./4.11.1995. Sie ist die Realisation mit ma
ximalem Scheitelwasserstand in Greifswald und nur dort. Der Scheitelwasserstand unter
scheidet sich aber wenig von dem der Realisation 1971_35b0bv (um 0,01 m).
Abb. 7d: Wasserstandsverlauf an repräsentativen Orten (rot Fortsetzung mit ERA40 Meteorologie 7 ) und
Starkwindband (> 20 m/s) zum Zeitpunkt maximaler Windgeschwindigkeit über der Ostsee westlich
von 16° Ost (8.12.1971 19:00)
3.3.3 Extrem in der Mecklenburger Bucht
Extrem (Scheitelwasserstand > 2,5 m Modellnull SEBOK A für mindestens einen der
Pegel Neustadt, Travemünde, Wismar, Timmendorf auf Poel und Warnemünde) sind in der
BSH-Simulation drei Realisationen jeweils verschiedener Zieltermine, die auch für die Pom-
mersche Bucht extreme Realisation 1971_35b0bv, die auch für die Kieler Bucht extreme Re
alisation 2003_19b0he und die nur in der Mecklenburger Bucht extreme Realisation
1970_31b0cz. Das absolute Maximum wird für die Realisation 1971_35b0bv (Abb. 7d) er
reicht.
Die nur in der Pegelgruppe MB maximale Realisation gehört zu dem Zieltermin im
November 1970, der ursprünglich wegen eines starken Sturms am 10.11.1970 vom DWD
ausgewählt worden war (Schmitz, 2007). Entsprechend beginnen die EPS-Simulationen um
den 10.11. (Tab. 4). Extreme Scheitelwasserstände wurden jedoch um den 17.11.1970 erreicht.
Während dieser Zeit ist die Bodenluftdruckverteilung mit mehreren Tiefdruckgebieten sehr
komplex.
7 Aus technischen Gründen wurde für die Simulationen der IFS-Antrieb zu Beginn und am
Ende durch ERA-40-Antrieb ergänzt. Der rote Teil der Wasserstandskurve für Flensburg wurde
so erzeugt.