Maurer, H.: Über Echolotungen der nordamerikanischen Marine.
gebende Winkel (30°--ß) und der Schallwegunterschied a = c cos (30 +). Einer
um die Unsicherheit ö größeren Schallstrecke entspricht nun der falsche Winkel
(30 +ß,) = arc cos a, aus dem auf die falsche Tiefe h, geschlossen wird,
Tabelle 2. Um 30° gyeneigtes Hydrophon.
»0
“3
‘)
=)
89
70
29
N
4.374
8.816
13,397
18.198
28.868
41.955
59.59
86.60
137.37
283.56
3
46.0
48.7?
. 49.3
19 50.1
29 51.2
39 51.9
49 52.2
59 524
69 52.3
79 52.0
h.
m
4.183
3.641
13.281
18.086
28.698
41.755
59.38
36.16
136.42
279.76
h-—h,;
mM
0.191
0.175
0.166
0.162
0.170
0.200
026
0.44
0.95
3.80
(h— h,) - 100
h
"9
4,36
1.98
125
0.89
0.59
0.48
0.44
0.51
0.69
1.84
Die große Verbesserung ist offensichtlich. Der absolute Fehler bleibt bei
Tiefen von 4 bis 40 m unter 0.2 m und kommt ähnlich wie im vorigen Fall erst
bei etwa 140 m Tiefe über 1m.
c) Der Einfluß der Längsneigung des Schiffes wird in der amerikanischen
Schrift mit der Bemerkung abgetan, daß Längsneigung und Stampfwinkel im
allgemeinen sehr klein sind, außer bei ungewöhnlichem Seegang. Auf größeren
Fahrzeugen könne man in der Praxis den Augenblick horizontaler Lage ab-
passen oder den Winkel 8 bei beiden Umkehrpunkten messen und mitteln. Diese
Vorschriften sind jedenfalls zweckmäßig. Berücksichtigen muß man aber auch
schon sehr kleine Stampfwinkel, da sie sehr stark das Ergebnis beeinflussen;
denn sie gehen voll in den Winkel ß ein. Sei z. B. die Basis Geber-Empfänger
= 100 m und die Tiefe unter ihr 10 m, so ist auf ebenem Kiel 8 = 11° 19. Bei
einer Längsneigung aber von nur 1° mißt der Empfänger den Winkel ß um 1°
und damit die Tiefe um 0.9 m falsch.
d) Der Einfluß der Neigung des Meeresbodens läßt sich eliminieren, wenn
man vorn und achtern im Schiff sowohl einen Geber als auch einen Empfänger
anordnet und beide Winkel 6, und ß, mißt. Die Tiefe ist dann h = ES
wenn 2b die Basis ist. Hat man nur achtern einen Schallgeber, so erhält man
zu große Tiefen bei ansteigendem Meeresboden, zu kleine bei fallendem, wie man
es auch bei Drahtlotungen gewohnt ist, wo die gelotete Stelle hinter dem Schiff
liegt. Beispielsweise wäre bei 100 m Basislänge und 10m Tiefe unter ihrer
Mitte und bei nach vorn mit 2° ansteigendem Boden die Tiefe vorn 8.25 m,
hinten 11.75 m und würde unser Hydrophon ß um 2° zu groß messen, woraus
man auf die Tiefe 11.83 m schlösse, wie es statt für die Basismitte nahezu für
deren Hinterende zuträfe.
e) Die Anwendungen des Hydrophons zu anderen Zwecken können hier nur
kurz erwähnt werden. Es kann durch Messung des Zeitunterschiedes in der An-
kunft gleichzeitig von einer Stelle abgegangener Signale, eines Funksignals und
eines Wasserschallsignals, zur Abstandsbestimmung dienen. Bezüglich horizontaler
Schallreflexion gibt Dr. Hayes an, daß er öfter Pfeiler einer Eisenbahnbrücke
nach dem Echo der Schraubengeräusche seines Schiffes eingepeilt hat, ebenso
den Valiant-Felsen zwischen den Fisher- und Little Gull-Inseln oder den Süd-
westrand der Hafeneinfahrt nach New London, Conneeticut. Er hält danach auch
die Einpeilung des Echos von einem Eisberg für durchaus möglich; praktische
Erfahrungen dieser Art fehlen aber. Auch die Natur des Meeresbodens soll bis
zu gewissem Grad erkennbar sein, wenn sich z, B. auf häufig befahrener Strecke
der Boden und damit die Echointensıtät an einer Stelle merklich ändert. Dies
hat Dr. Hayes öfter vor Saybrook beobachtet, wo er die Echoveränderung den
Sinkstoffen -des Connecticut-Flusses zuschreibt.
Ann. d. Hydr. usw. 1924, Heft IV.