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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1924,
obachtungen von Missionsstationen, Pflanzungen
u. dergl. Er wird dann freilich bald’ merken, daß
er mit der engen Hannschen Fassung des Homo-
genitätsbegriffes (S, 14) häufig nicht auskommt, Hier
hätte Defant die während der deutschen Kolonial-
jahre gewonnenen Erfahrungen m. E. mehr be
rücksichtigen müssen („Mitteil. a. d. deutsch,
Schutzgebieten“, Bd. 32, Jahrg. 1919: Heidke,
Nıederschlagsverhältnisse von D. Südwest-Afrika;
s, auch Met. Zschr. 1923, S, 114: Heidke; ebenda
S. 306 H. Maurer: „Homogene Niederschlags-
reihen“ und weiterhin Heidkes Entgegnung). —
Noch einen Wunsch kann ich im Hinblick auf
Neuauflagen der Defantschen Arbeit nicht unter-
drücken. Der Verfasser sagt in seinem. Vorwort,
er wolle gerade die „neueren Errungenschaften der
Meteorologie“ dem Geographen vorlegen. Nicht
ohne Bedauern möchte ich feststellen, daß ihm
dies nach einer Richtung hin völlig mißglückt ist:
der sprachlichen! Man gewinnt geradezu den
Eindruck, daß er die vielen trefflichen, zwanglosen
deutschen Wiedergaben unnötiger fremdsprachlicher
Fachausdrücke, die während der Kriegsjahre er-
freulicherweise sich. bei den deutschen Meteorologen
eingebürgert hatten, grundsätzlich wieder über
Bord. geworfen hat — nicht zum Vorteil unserer
Wissenschaft, die wie keine andere auf die ansge-
dehnteste, verständnisvolle Mitarbeit von Nichtfach-
leuten angewiesen ist. Die Geltung des bekannten
Einwands, daß die Benutzung möglichst zahlreicher
Fremdwörter auch dem Ausländer das Lesen einer
deutschen Fachschrift wesentlich erleichtert, be-
streite ich; er mag vielleicht richtig sein, wenn sich’s
um Überschriften von Zahlentafeln (Met. Jahrbücher
u, dergl) handelt, und hieran sei noch ein Wunsch
angeknüpft: nicht nur der Geograph, Nautiker
usw., sondern auch der Meteorolog wird es mit
Freude begrüßen, wenn einer Neuauflage des Buches
noch eine kurze Tafel angefügt wird, welche die
wichtigsten meteorologischen Fachausdrücke der
Haupt-Fremdsprachen: wiedergibt und so die Ver-
wendung ausländischer Tabellenwerke erleichtert. —
Der zweite Teil des Buches, E. Obst: „Die
Klimate und ihre geographische Verbreitung“ ent-
täuscht zunächst, aber nur deshalb, weil der Leser
nach der Defantschen „Atmosphärenku:de‘“, die
nichts anderes als eine ‚Meteorologie‘ ist, nun
unwillkürlich eine kurze Klimakunde erwartet in
Anlehnung an den Aufgabenkreis, den Defant in
seiner Einieitung dieser Lehrezuweist. Tatsächlich
bietet Obst das, was der Untertitel besagt, näm-
lich eine Darstellung der Klimatypen, Klimareiche
und -provinzen, und zwar fußt diese im wesent-
lichen auf Köppen. Gerhard Castens.
[rk, Alois: Der Chronometergang, Wirkungs-
weise und Arten des Ganges, seine geschichtliche
Entwicklung, die Konstruktion desselben und
ihre Grundlage; Ausführung, Behandlung und
Berechnung des Ganges. Mit 26 Originalzeich-
nungen im Text und auf 2 Tafeln. 8658. Ver-
lag der Deutschen Uhrmacherzeitung,
Berlin 1923,
Der Titel gibt den Inhalt hinlänglich deutlich
an Im Vorwort wird als Zweck der Arbeit dar-
gelegt, daß, obgleich die Literatur über den Chrono-
metergang „nicht gerade spärlich“ sei, es doch an
einer Veröffentlichung fehle, „die diesen für trag-
bare Präzisionsuhren von größter Ganggenauigkeit
allein anwendbaren Gang dem heutigen Stande
der Uhrentechnik entsprechend nach allen Rich-
tungen bin gründlich behandelt“. Der Verfasser
hat sich weiter zur Aufgabe gemacht, „nicht nur
dem Fachmann, sondern auch demjenigen, welcher
Ohronometer für wissenschaftliche Zwecke benutzt
and zu behandeln hat . . ., das Studium des Ganges
zu erleichtern, und sie in das Wesen desselben .. .
ainzuführen“ — eine Aufgabe, die, wie man be-
haupten darf, dem Verfasser durchaus geglückt ist,
Das Buch steht wesentlich auf praktischer
Basis, „für die Theorie erübrige — bei einem 80
heiklen und durchgebildeten Mechanismus, wie ihn
der Chronometergang darstelle — nur, daß das
durch die Praxis eines Jahrhunderts Gefundene
auch den Gesetzen der Mechanik entspreche“.
Wie der Titel sagt, will der Verfasser nur den
Chronometergang behandeln, aber, am Ende der
oft interessanten und anregenden Ausführungen an-
yelangt, bedauert man doch, daß die sehr gründ-
lichen und sorgfältigen Untersuchungen nicht auch
auf den Gangregler ausgedehnt wurden,
„Die Ausrechnung und Aufnahme von Gang-
tabellen‘“, von denen Verfasser aus „Rücksicht auf
Umfang und Preis des Buches“ absah, hätte aller-
dings auch wohl erst dann volle Bedeutung er-
langt. — Das hier Gebotene wird man jedoch
dankbar anerkennen, A. Repsold.
Krause, Arthur: Die Sternwelt. Anleitung zu
Himmelsbeobachtungen mit bloßem Auge, mit
Fernglas und Fernrohr. — 85 Abb., 1 Mond-
karte, 2 Sternkarten. — 235 S, Leipzig. Theod.
Thomas,
Für jeden Liebhaber der Sternkunde will dieses
Buch ein Ratgeber sein, sowohl für solche Himmels-
:reunde. die gute Hilfsmittel besitzen, als auch für
solche, die mit freiem Auge oder mit dem Feld-
stecher beobachten. Mathematische Voıkenntnisse
werden im größten Teile des Buches nicht voraus-
xesetzt; ein besonderer Abschnitt bringt Rechnungen,
für deren Ausführung die Gymnasialmathematik
erforderlich ist.
Der Wert des Buches liegt in den Abschnitten
über das Sonnensystem und über den Fiıxstern-
himmel, von denen der letztere willkommene, in
ähnlichen Werken selten in solcher Ausführlichkeit
zegehene Zusammenstellungen von Beobachtungs-
objekten (von MDoppelsternen, Sternhaufen, ver-
änderlichen Sternen, Nebelflecken) bietet. Dem-
zegenüber fallen, die übrigen Abschnitte des Buches
stark ab. Man muß dem Verfasser zubilligen, daß
er sich überall einer schlichten, klaren Ausdrucks-
weise zu befleißigen sucht; aber die Anordnung
and Verteilung des Stoffes ist nicht sehr geschickt,
oft sogar unübersichtlich. Die im Vorwort ge-
machte Angabe, daß alle Beobachtungen, die sich
mit freiem Auge anstellen lassen, in dem Werke
behandelt würden, trifft nicht zu. Der Inhalt des
xleinen Abschnittes üher Messungen mit dem
Sextanten, der aus praktischen und didaktischen
Gründen einen größeren Raum beanspruchen kann,
ist unzureichend. Der Leser vermißt eine hin-
reichend sorgfältige Erläuterung der wichtigsten
astronomischen Grundbegriffe, Auch kommen einige
unrichtige theoretische Angaben vor. Zum Beispiel
ist es ein folgenschwerer, in der Literatur oft
wiederkehrender und daher hier festzulegender Irr-
tum, wenn (S. 208) ohne weitere Untersuchung
angenommen wird, daß eine mit Hilfe der Aus-
gleichungsrechnung gefundene Zahlengröße not-
wendig innerhalb der durch den „mittleren Fehler“
gegebenen Grenzen liegen müßte.
Annehmbar und instruktiv sind die meisten der
zahlreichen Abbildungen, insbesondere die Photo-
zraphien. Die äußere Ausstattung, die der Verlag dem
Buche gegeben hat, ist zu loben. H.Mahnkopf.