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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

36 ' Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1924, 
zu erwarten, der Ebbstrom die größere Geschwindigkeit hat, in Bodennähe jedoch 
der Flutstrom stärker ist. Die maximalen Geschwindigkeiten sind an der Ober- 
fläche 2 Sm, in Bodennähe 1 Sm. 
2, An der Ostseite von Long Island bei Block Island treten Hoch- und 
Niedrigwasser ungefähr zu gleicher Zeit ein wie bei Fort Hamilton, der mittlere 
Tidenhub ist dort 0.92 m!). Auch auf der 38 Sm langen Strecke bis zur Mündung 
des Conneecticut-Flusses verspäten sich die extremen Wasserstände allmählich um 
3 Stunden, der Tidenhub ändert sich nur wenig, bei Saybrook Light (vor der 
Mündung des Conneecticut-Flusses) ist er 1.1 m. Von hier an aber bis zur Enge 
bei Throgs Neck, also auf einer fast doppelt so großen Strecke, verspäten sich 
Hoch- und Niedrigwasser nur wenig (im Extrem weniger als 3%, Stunden), sie 
treten also fast gleichzeitig ein, der Tidenhub aber verdoppelt sich von Osten 
nach Westen, bis Throgs Neck hat er auf 2,2 m als mittlerem Wert zugenommen. 
Wir haben also die charakteristischen Kennzeichen einer fast reinen stehenden Welle, 
Die Gezeitenkurve am Westende des Long Island-Sundes bei Throgs Neck 
unterscheidet sich außer durch ihre größere Amplitude auch in der Gestalt, in- 
dem sie bei Hoch- und Niedrigwasser stärker gerundet ist, der Wasserstand ver- 
weilt also längere Zeit bei den Extremen (vgl. Fig. 1). Bei Fort Hamilton 
ändert sich der Wasserstand in den 2 Stunden, die Hoch- oder Niedrigwasser 
einschließen, um 71/„%, des gesamten Tidenhubes. Bei Throgs Neck erfolgt 
wegen der anderen Gestalt der Gezeitenkurve eine gleiche Anderung. erst in 
3 Stunden. Die Abhängigkeit der Gezeiten bei Throgs Neck von der Stellung 
von Sonne und Mond ist ähnlich wie in den Narrows. Der Springtidenhub ist 
2.6 m, also 19%, größer als der Mittelwert, der Nipptidenhub ist 21%, kleiner, 
also 1.74 m. Perigäum und Apogäum bewirken eine Änderung von 15%, bzw. 
11%, des Mittelwertes. Die tägliche Ungleichheit im Hochwasser ist ähnlich der 
bei Fort Hamilton, nämlich 18 cm im Mittel und 30 cm zur Zeit der größten 
Deklination des Mondes, Dagegen ist die tägliche Ungleichheit im Niedrigwasser 
etwas größer, 12 und 18 cm sind die diesbezüglichen Werte. Die jährliche 
Schwankung des Wasserstandes hat nach Beobachtungen bei Willets Point (gegen- 
über von Throgs Neck) nur eine Amplitude von 9 cm, das Maximum tritt Anfang 
Juli, das Minimum Anfang Januar ein. 
3. Die schmale Verbindungsstraße zwischen dem Long Island-Sund und der 
Upper Bay, der East River, ist also an ihrem Ost- und Westende dem Einflusse 
stark voneinander abweichender Gezeiten ausgesetzt, die Tiden in dieser selbst 
sind daher recht verwickelt. Im Hudson schreitet die Tide zunächst mit gleich- 
mäßiger Geschwindigkeit flußaufwärts, sie legt 1 Sm in 5 Minuten zurück, ist also 
nach einer Stunde an der 12 Sm flußaufwärts gelegenen Einmündung des Harlem 
River angelangt, der mittlere Tidenhub nimmt gleichzeitig von 1.34 m auf 1.16 m 
ab. Am Ostende des 14 Sm langen East River aber ist Hoch- und Niedrigwasser 
31/, Stunden später als am Westende, und zwar schreitet das Hoch- bzw. Niedrig- 
wasser von der Upper Bay aus allmählich immer langsamer fort, zuletzt auf der 
letzten 31/, Sm langen Strecke bis Throgs Neck tritt sogar eine Verfrühung von 
1/, Stunde ein. Der Tidenhub nimmt zunächst ab, dann aber mit wachsender 
Schnelligkeit bis zu 2.2 m bei Throgs Neck zu. Die Gezeitenkurve ist von 
Governors Island bis Wards Island wie bei Fort Hamilton gestaltet und nimmt 
dann die für Throgs Neck geschilderte Form an. Ebenso sind auch die Strö- 
mungen stark wechselnd, die mittlere maximale Geschwindigkeit ist etwa 2!/, Sm, 
aber die an den einzelnen Stellen beobachteten Werte schwanken sehr, in den 
schmalen Straßen südlich und westlich von Blackwells Island (Hellgate) sind Ge- 
schwindigkeiten von 5 Sm und darüber nicht selten, Querab Throgs Neck sind 
die Geschwindigkeiten nur gering und überschreiten 1 Sm nicht. Die Beob- 
achtungen zeigen, daß dort bereits die für stehende Wellen charakteristischen 
Beziehungen zwischen Strom und Wasserstand stark gestört sind. Aus Fig. 4 
geht hervor, daß das Kentern des Stromes nicht zur Hoch- und Niedrig- 
wasserzeit. sondern zeitlich näher dem Mittelwasserstand erfolgt und daß die 
Vol. Tide Tables. United States and Foreign Ports. Washington.
	        
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