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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Kleinere Mitteilungen. 
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wie im ganzen New Yorker Hafen vor allem im Hochwasser ausgeprägt. Diese 
unterscheiden sich im Mittel um 18 cm, die Niedrigwasser nur um 6 cm. Zur 
Zeit der größten Deklination des Mondes steigt die tägliche Ungleichheit beim 
Hochwasser auf 30 cm, beim Niedrigwasser auf 9 cm. Der mittlere Wasserstand 
weist eine ausgeprägte jährliche Periode auf (vgl. Fig. 2) mit einem Maximum 
Anfang August und einem Minimum Ende Januar, die Amplitude ist 21 cm. 
Hoch- und Niedrigwasser sind in gleichem Maße beeinflußt, im Tidenhub zeigt 
sich die jährliche Periode also nicht. Stürme beeinflussen den Hoch- bzw. Niedrig- 
wasserstand erheblich, Das höchste Hochwasser seit 1893 wurde am 11. April 
1918 beobachtet, es war etwa 1.2 m über dem mittleren Hochwasserstand, das 
niedrigste Niedrigwasser seit 1893 wurde am 2. Februar 1908 festgestellt, es war 
1.25 m unter Mittel-Niedrigwasser, so daß die extremsten je beobachteten Wasser- 
stände eine Amplitude von 3.8 m aufweisen gegenüber einem mittleren Tidenhub 
von 1.43 m! Der gesamte Gezeitencharakter bei Fort Hamilton ist ganz ähnlich 
dem an der offenen atlantischen Küste, z. B. bei Atlantic City beobachteten, auch 
die jährliche Schwankung des Mittelwasserstandes ist dort die gleiche, nur ist 
die Amplitude etwas kleiner, nämlich 15 cm. Bemerkenswert aber ist, daß in 
Atlantic City die Steig- und Falldauer gleich groß ist, nämlich 6 Stunden 12 mm, 
während sich bei Fort Hamilton in der verschiedenen Dauer des Steigens und 
Fallens (6b 2m und 6h 23m) die Wirkung des Hudson-Flusses bemerkbar macht. 
Nicht minder deutlich tritt diese in den Strömungen querab von Fort 
Wadsworth in 27 m tiefem Wasser hervor (vgl. Fig. 3), in der Beobach- 
tungen der Stromgeschwindigkeit vom 17. August 1922 und gleichzeitige Wasser- 
standsaufzeichnungen bei Fort Hamilton dargestellt sind. Es zeigt sich zunächst, 
daß es sich um eine fortschreitende Welle handelt, indem die größten Strom- 
stärken zur Zeit der extremen Wasserstände auftreten und Kentern des Stromes 
ungefähr beim Mittelwasserstand erfolgt. Infolge des Einflusses des Hudson hat 
der Ebbstrom in Nähe der Oberfläche größere Stärke und Dauer als der Flut- 
strom, in Bodennähe ist es bemerkenswerterweise umgekehrt. Das Kentern ver- 
apätet sich vom Boden bis zur Oberfläche, so daß es vorkommen kann, daß um 
die Kenterungszeit die Strömungen in Bodennähe und nahe der Oberfläche ent- 
gegengerichtet sind, z. B. war am 17. August 1922 um 10% Vm. in 5.2 m Tiefe süd- 
wärts setzender Ebbstrom mit 1!/, Sm Geschwindigkeit, während gleichzeitig in 
21 m’ Tiefe der Flutstrom mit !/, Sm nach Norden setzte. 
In der Upper Bay pflanzen sich die Gezeiten mit der Geschwindigkeit 
fort, wie sie sich bei Annahme einer fortschreitenden Welle ableiten lassen, am 
Eingang des Kill van Kull ist das Hochwasser 20m, bei Governors Island 25m und 
querab des Battery Place 30m später als bei Fort Hamilton. Der Tidenhub ist 
in der Bucht im Mittel 1.34 m. Die tägliche, halbmonatliche Ungleichheit usw. 
sowie die Strömungen zeigen die gleichen Eigentümlichkeiten, wie sie für die 
Narrows angegeben sind, nur ist die Stärke des Gezeitenstromes allgemein nicht 
so groß. Die durch die Straßen Arthur Kill und Kill van Kull in die Upper Bay 
übermittelten ozeanischen Gezeitenimpulse sind nur gering und gegenüber der 
durch die Narrows fortgepflanzten Gezeitenbewegung zu vernachlässigen. 
Im Hudson nehmen die Gezeiten immer mehr den Charakter einer Fluß- 
tide an, bei Troy, fast 250 km von der Mündung entfernt, dauert im Mittel das 
Steigen des Wassers etwas weniger als 5 Stunden, das Fallen mehr als 7!/, Stunden; 
das Hochwasser tritt dort etwa 11!/, Stunden später ein als in Fort Hamilton, 
diese Verspätung ist annähernd so groß, wie sie sich bei Annahme einer fort- 
schreitenden Welle durch Rechnung ergibt. Die Abnahme des mittleren Tiden- 
hubes von Upper Bay bis Troy ist von West Port bis Catseill unterbrochen, wo 
Zunahme von 0.82 bis 1.28 m erfolgt. In Troy ist der mittlere Tidenhub 0.7 m. 
Durch außergewöhnlich starken Süßwasserabfluß infolge Schneeschmelze usw. kann 
die Gezeitenerscheinung im Hudson zeitweilig ganz zurückgedrängt werden, wie 
die von Rude veröffentlichten Gezeitenkurven von Albany zeigen?). Über die 
Strömungen ist bemerkenswert, daß im unteren Hudson an der Oberfläche, wie 
1) G. T, Rude, The Tidal and Current Work of the Coast and Geodetice Survey. Journal 
£ The Franklin Institute. vol 197. Nr. 1, 8. 79. January 1924.
	        
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