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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1924.
aber ein Betrag, der schon aus dem Grunde vernachlässigt werden muß, weil er
der jährlichen Änderung der Horizontalkraft an der deutschen Küste etwa entspricht,
Die kleine, senkrecht stehende oder leicht geneigte Magnetnadel, welche
zum Einstellen bzw. Drehen der Rose dient, ist ohne jeden Einfluß auf .die
Horizontalkraft bei der Ablenkungsnadel, ;
Bei etwas Übung erfordert die Einstellung und Messung mit diesem Apparat
wenig mehr Zeit als beim Sinus-Ablenkungsapparat. Besonders bequem ist er,
wenn es sich um die Prüfung einer größeren Reihe gleichartiger Kompasse handelt.
Geestemünde, Januar 1924. H. Coldewey.
Kleinere Mitteilungen.
1. Der Lotdraht am fahrenden Schiff. In einer Veröffentlichung des
Istituto idrografico in Genua beschreibt Herr Vize-Admiral Magnaghi‘) die von
ihm angegebene Handloteinrichtung der italienischen Marine. Der verzinkte
Lot-Stahldraht von 0.9 mm Durchmesser wickelt sich von einer Trommel von
1 m Umfang ab, deren Bewegungen eine Stahlbandbremse regeln läßt. Die
zylindrischen eisernen Lote wiegen 4, 6, 10 und 13 kg. Die Maschine ist für
100 m Tiefe gebaut, aber auch noch bis 300 m Tiefe verwendbar. Gemessen
wird diese, indem ein Zählwerk die Trommelumläufe bis auf Zehntel, also die
ausgelaufenen Drahtlängen bis auf Zehntel Meter bestimmt und zugleich auf
einem Brett neben der Lottrommel der Abgangswinkel « abgelesen wird, den der
Lotdraht mit der Senkrechten bildet.
Wie die Tiefe h von der Drahtlänge 1 und dem Abgangswinkel a abhängt,
hat Herr de Marchi®?) theoretisch abgeleitet. Er kommt zu dem Schluß, daß
bei gleichmäßiger Fahrt der Lotdraht ungefähr die Form einer Parabel
mit wagerechter Achse und der hohlen Seite nach vorn und unten hat, und
gibt dafür die Formeln:
1. hl Kle— A K@)= 1 KB.
4 M cos «
S Kl 2M + cos a cotg a [log (1 + sin «) — log (L—sinaı] _
Hier ist ] die ausgelaufene Drahtlänge in m, d sein Durchmesser in mm;
L die Länge des Lotkörpers in m, D sein Durchmesser in mm; «@ der Abgangs-
winkel des Lotdrahtes und M der Modul der gemeinen Logarithmen = 043429,
Die nebenstehende Tabelle gibt im Auszug
als Funktion von « die Werte von K und für die
4 Lotgewichte G das Glied B der Formel 1. Stets
ist d = 0.9 mm.
Die Ableitung der Formeln war mir nicht zu-
gänglich. Sie lassen einige schwer verständliche
Schlüsse zu. Für «= 0 wird in (2) K(@«) = 1, da
lim log (1 + sin a) — log (1 — sin a) 9 _9mM
a--0 sin 0
ist, wie man nach der Reihenentwicklung der drei
Ausdrücke sofort erkennt. Dann würde also nach
(1) für a=0 h=1I, während in diesem Fall des
senkrecht herabhängenden Lotdrahtes offenbar
h=1+L sein müßte. ;
Da immer K<1 ist, verkleinert das Glied B
die Tiefe stets, bei gleichem.@ und 1 um so stärker, je länger und dicker der
Lotkörper ist, ein schwer verständliches Ergebnis. Es wird aber ausdrücklich
hervorgehoben, daß B stets zu subtrahieren ist. Wohl kann man sich sagen, daß
1) Deserizione ed uso del piecolo apparecchio a scandagliare per la marina costruito sui disegni
di G. B. Magnaghi, Vice Ammiraglio. 1923 Genova, Publicazione dell’ Istituto idrografico.
2?) L. de Marchi, Teoria degli scandagli d’alto mare, publicata dal R. Comitato Talassografico.