Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1924,
durch Jentzsch angezeigt; sie betraf die Monate Januar, Februar, März und
benutzte Material aus den Jahren 1870—1914. Die vorliegende zweite Lieferung
hat, wie aus dem Titel ersichtlich, die Beobachtungen aus einer noch erheblich
größeren Zahl von Jahren zu grunde gelegt; daher beläuft sich die Summe aller
in den Frühjahrsmonaten gemachten und vom niederländischen Institut ver-
werteten Messungen im atlantischen Gebiet auf rund 2'/, Million gegenüber
1!/, Million in der früheren auf die Wintermonate sich beziehenden Lieferung, bei
unveränderter räumlicher Ausdehnung des untersuchten und dargestellten Ge-
bietes (siehe Ann. d. Hydr. 1920, S. 300). ;
Irgendwelche wesentlichen Änderungen in der Art der Aufbereitung und
Abbildung der Ergebnisse sind, soweit der Berichterstatter sieht, nicht zu ver-
zeichnen und, sehon um beim praktischen Gebrauch die Vergleichbarkeit nicht
zu gefährden, auch nicht zu erwarten.
Da es aber Pflicht ist, auf den Fortgang dieser bedeutsamen Veröffentlichung
die Aufmerksamkeit nautischer und wissenschaftlicher Kreise zu lenken, möge
hier ein Auszug aus den Darlegungen des Adjunkt-Direktors P. M. van Riel ge-
geben werden, die auf den Rückseiten einiger Karten über das Auftreten von
Nebel in der Nähe der Neufundland-Bank sich finden, Da dabei schon die Ver-
hältnisse während des ganzen Jahresverlaufes behandelt sind, kommt den Zahlen
ein in sich abgeschlossener Geltungsbereich zu.
Es handelt sich um das Gebiet 40°—50° N-Br., 40°—60° W-Lg. Die nach-
stehende Tabelle gibt für die 12 Monate die bei den verschiedenen Wind-
richtungen einschließlich Windstille vorhandene Wahrscheinlichkeit, Nebel an-
zutreffen, und zwar in %,,, um ganze Zahlen zu haben. Sie ist aus zwei anderen,
hier nicht mitgeteilten Tabellen entstanden, Zuerst wurden die in den Einzel-
monaten beobachteten Nebel aufgeteilt auf die verschiedenen Windrichtungen,
einschließlich Stille, ausgedrückt in %, Zweitens wurde die unterschiedliche
Häufigkeit der verschiedenen Windrichtungen -{- Stillen für sich festgestellt, eben-
falls in %o- Endlich wurde das Ergebnis der ersten durch ‚das Ergebnis der
zweiten Reihe dividiert: so entstand die hier veröffentliche mit 1 bezeichnete
Tabelle.
Tabelle 1.
i09°—509 N-Br., 40°—60° W-Lg. Nebelhäufigkeit und Windrichtung. 9 (auf je 1000 Wachen).
Mit Berücksichtigung der verschiedenen Windhäufigkeiten.
Monat
HS
zul in Iauclıy vv
VvVT
Sille 55 5 5 e 164 | ©
T 18 30 9 E 37 P H
TO 56 79 41 94 56 €? 1)
0 91 70 53 81 78 | 1C2 €?
so 110 | 128 93 99 | 100 | 129 72
3 150 | 138 93 94 | 123 | 137 | 1/6
SW 161 | 138 74 70 | 122 | 142 | 105
W 37 52 29 46 59 | 122 1 123
NW 17” | 18 15 33 37 71] 471
|
VII | VIIT
1x |
x | xIi
OH
. | 965 | 27%
ii 62 7 56
‘ % 77 RO | 27
?5 | 122 | 104 54
F2 ] 192 | 166 | 140
153 | 225 | 271 | 187
154 | 261 | 134 | 132
136 | 196 | 118 65
82 77 52 34
7
0
105
156
146
206
1929
—_ Wenn z, B. im Dezember SW 161 als Maximum verzeichnet steht, so be-
deutet dies, daß man in jenem Gebiet im Dezember bei gegebenem SW-Wind
in 16.1 Wachen unter‘ 100 Wachen auf Nebel sich einzurichten hat, während bei
gegebenem NW-Wind die Wahrscheinlichkeit, Nebel anzutreffen, mit 1.7 9/, am ge-
ringsten ist. Es zeigt sich, daß während des ganzen Jahres, vom Winter ab-
gesehen 1), die Nebelwahrscheinlichkeit am größten ist bei Windstille einerseits,
bei Winden aus SO—S—SW anderseits.
Die Tabelle sagt nichts aus über die Wahrscheinlichkeit, einen.bestimmten
Wind (oder Stille) und Nebel anzutreffen; in der niederländischen Originalarbeit
sind auch hierfür, wie oben ersichtlich wurde, die notwendigen Unterlagen ver-
1) Auch der August macht. eine Ausnahme tatsächlich wohl. Wenn nicht. von Mitte August
die Dampferwege erheblich nördlicher verlegt würden, würden voraussichtlich die Nebelhäufigkeiten
bei Stille auch in den Herbstmonaten geringer sein,