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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1924. 
4. Mit vermehrter Strahlung fällt der Druck im Sommer über den zentralen 
Teilen der Festländer. 
5. Die stationären Tiefdruckgebiete bei Island, den Al&uten und wahr- 
scheinlich auch in den antarktischen Meeren gewinnen bei erhöhter Strahlung 
in allen Jahreszeiten an Energie, 
6. Bei erhöhter Strahlung ist die größte positive Druckanomalie nördlich 
des zentralen Teils der normalen Hochdruckgebiete der gemäßigten Zonen zu 
finden. („Nördlich“ dürfte sich wohl nur auf die Nordhalbkugel beziehen.) 
7. Je stärker die Strahlung, desto stärker der Druckfall in den Tropen, 
desto ausgebreiteter die Zone negativer Druckabweichung, in desto höheren Breiten 
die Zonen positiver Druckabweichung, 
8. Die sommerlichen Tiefdruckgebiete der Festländer werden ebenfalls 
nordwärts verschoben. 
9. Die Zone stärksten Druckfalls in den Tropen verschiebt sich mit der 
Sonne: im Juli ist sie nördlich, im Januar südlich vom Äquator. 
10. Verminderte Sonnenstrahlung hat für die verschiedenen Gebiete ent- 
gegengesetzte Wirkung wie vermehrte, 
11. Drei Variable beeinflussen die Abhängigkeit des Wetters an einem Ort 
von’ der Sonnenstrahlung: Druck- und Temperaturänderungen, die den Strahlungs- 
änderungen folgen, Intensitätsänderungen der stationären Hoch- und Tiefdruck- 
gebiete über den Festländern mit entgegengesetzter Phase im Sommer und Winter, 
Verschiebung der Aktionszentren nördlich und südlich von ihrer mittleren Lage. 
12. Die Einwirkung von Strahlungsänderungen auf die Aktionszentren er- 
leidet eine Verzögerung proportional der solaren Änderung; im allgemeinen be- 
trägt die zeitliche Verzögerung ein Elftel der Periodenlänge, also bei Anderungen 
mit der Periode eines Jahres hinken die Witterungsänderungen ungefähr um 
einen Monat den solaren Strahlungsschwankungen nach. 
13. Von den Aktionszentren gehen Wellenzüge von höheren nach niedıren 
Breiten aus mit einer Geschwindigkeit, die umgekehrt proportional der Wellen- 
länge ist. In diesen Wellen findet man die oben beschriebenen Temperatur- und 
Druckwellen verschiedener Klassen wieder, Immer beginnt die Temperatur- 
änderung in hohen Breiten; je intensiver die solare Änderung ist, in desto höheren 
Breiten hat sie ihren Ausgangspunkt. 
Im 11, Abschnitt, der die Gesetze der Ein- und Ausstrahlung, der Absorption 
und Reflexion enthält, wird nach Dines folgende zur Beurteilung des Wärme- 
haushalts der Atmosphäre wichtige Überschlagsrechnung gemacht, die Gramm- 
kalorien pro cm* und Tag als Einheiten hat: 
A) Sonnenstrahlung außerhalb der Atmosphäre: 720, 
B) zur Erde durchgelassen: 300, C) absorbiert: 60, 
D) in den Weltraum reflektiert: 360, 
G) Erdstrahlung: 500, davon: M) reflektiert: 60, H) absorbiert 360, 
K) ausgestrahlt in den Weltraum: 80, 
Wärme, die durch Konvektion, Kondensation in die Atmosphäre ge- 
schafft wird: 200, - ; 
Strahlung. Atmosphäre gegen Erde: 340, F) Atmosphäre gegen Raum: 280 
[C+H+L=E+FI]. Ä 
Im folgenden Kapitel untersucht Clayton die Abhängigkeit der Sonnen- 
strahlung von den Sonnenfackeln: Das Erscheinen von Fackeln an dem sonst 
dunkleren Sonnenrand erhöht die Größe der strahlenden Fläche und damit die 
Strahlung überhaupt; in etwa 75° Abstand vom Zentrum der Sonne ist das 
Maximum dieses Strahlungseffektes. Bei der Sonnenumdrehung von 27 Tagen 
braucht eine Fackel von der Zone maximaler Einwirkung am Ostrand bis 
zur entsprechenden am Westrand (150°) 11 Tage, um nach weiteren 16 Tagen 
am Ostrand wieder zu erscheinen. So ergeben sich 11- und 16-tägige Perioden, 
die sich in den Temperaturkurven von Buenos Aires widerspiegeln. Die Sonnen- 
strahlungsmessungen zeigen ferner deutliche Perioden von 3, 5, 7 und 13,5 Tagen, 
die ebenfalls im Witterungsverlauf hervortreten können. Die 11jährige Sonnen- 
Heckenperiode bewirkt eine Temperaturabnahme in den Tropen und gemäßigten 
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