Wegener, A.: Luftdruck und Mittelwasser am Danmarks-Hayn. 37
Diese Bestimmung ist natürlich nur roh, da sie nur die Extrempunkte be-
nutzt und keine Rücksicht auf die dazwischen liegenden Werte nimmt,
Wir können aber auch so verfahren, daß wir aus unseren Diagrammen 2—6
die Neigung der schrägen Geraden, die den Beobachtungen am besten entspricht,
durch graphische Ausgleichung zu bestimmen suchen. Diese Methode gestattet es
auch, die Ergebnisse unserer Kritik zu verwenden, indem wir schon unwillkürlich
bei der Ziehung der schrägen Geraden denjenigen Punkten, die nach der Seite
der Störungen herausfallen, ein geringeres Gewicht beilegen. Ich habe auf diese
Weise versucht, für die Beobachtungsgruppen A bis E diese schrägen Geraden
zu zeichnen; das gesuchte Zahlenverhältnis ergibt sich dann sogleich aus deren
Koordinatenverhältnis zu
Gruppe A 11.7, B 12.7, C 10.2, D 11.6, E 12.7. Mittel 11,8,
Bei der Gruppe E ist natürlich der erste Druckabfall außer Betracht ge-
blieben.
Zur Kontrolle habe ich weiter in Abb. 7 (Taf, 4) alle Beobachtungen ver-
einigt, doch unter Ausschluß der oben als gestört angesprochenen Werte vom
25. Januar 6h Vm. bis 28. Jan. 6" Vm. einschließlich, von Mitternacht 7./8. Februar
bis .14. Februar mittags einschließlich und von Mitternacht 20./21. Februar bis
24. Februar 6 Vm. Die Werte der Schlußgruppe wurden zwar mitgenommen,
dürfen aber wegen der Verschiebung nicht mit den früheren zusammengefaßt
werden. Ein Versuch, auch hier die den Beobachtungen zugrunde liegende
schräge Gerade graphisch zu bestimmen, führt mich für die Hauptgruppe auf
das Zahlenverhältnis 11.2, für die kleinere Schlußgruppe auf 11.5.
Bei der Hauptgruppe ist allerdings, was betont sei, bewußt Rücksicht ge-
nommen auf die oben begründete Ansicht, daß größere Abweichungen nach außen
als Störungen zu betrachten sind und es hauptsächlich auf den geradlinigen und
scharf markierten Innenrand des mit Beobachtungen bedeckten Raumes ankommt.
Würde man ohne Rücksicht hierauf die Gerade so hindurchlegen, daß die Ab-
weichungen nach beiden Seiten möglichst gleich groß werden, so würde man
einen anderen, kleineren Wert des Zahlenverhältnisses erhalten,
Obwohl ich betonen möchte, daß dies letztere Verfahren mir weniger ge-
eignet erscheint, den wahren Betrag des Luftdruckeinflusses auf das Mittelwasser
rein herauszuschälen, schien es mir immerhin interessant, zu sehen, was denn
diese Beobachtungen (mit Ausschluß der genannten gestörten) bei rein mechanischer
Mittelbildung für einen Wert liefern, Ich habe sie deshalb nach Gruppen der
Mittelwasserstände von 685—689 cm, 690—694 cm usw. von 5 zu 5 cm Wasser-
höhe geordnet und innerhalb jeder Gruppe die (6 Stunden früheren) Luftdruck-
werte gemittelt. Das Ergebnis ist folgendes (I. die Hauptgruppe, IL die Schluß-
gruppe, n = Zahl der Beobachtungen):
Mittelwasser
385) 690 605] 700| 705| 710 715 720| 725) 780 735| 740| 745| 750
„689i— 694 — 699 —704l-—709|-—714—719l——7941—_799|-—734/—739!— 744) —749—754
1 { Luftdruck.
© n
Il. { Lattlruck
760) 768 761! 759| 755 750) 75
5 5 9 15 14) 151
76°
xl
788
F
762| 761| 757 149 u zZ | " 782
4 8 2 5 4) — 2 2
Diese Zahlen ergeben, in derselben Weise wie früher graphisch ausgeglichen,
als Zahlenverhältnis I. 13.0, IL 11,2.
Obwohl der Wert 13.0 dem theoretisch zu erwartenden Wert am nächsten
kommt, kann doch nach allem angeführten nicht daran gezweifelt werden, daß
er durch noch nicht ausgeschaltete kleinere oder größere Störungen des Null-
punktes verfälscht ist.
Wenn man die auf den verschiedenen Wegen erhaltenen Werte zusammen-
faßt, so kann man sagen, daß die Änderungen des Mittelwasserspiegels
das 11- bis 12fache der korrespondierenden Luftdruckänderungen aus-
machen.