308 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1924,
Beleuchtung durch den Erdball schwächer und auch das sekundäre Licht neben
der hellen Sichel schlechter erkennbar wird, wofür aber Sonnentiefe und Mondhöhe
wachsen. Die vier einfachen Morgenmittel zeigen im ganzen dasselbe:
E 29,1° 40.4 49,8 72.4
Sm 73 7.4 6,3 5.6.
Nun bedeutet eine und dieselbe Elongation verschiedenes, je nach der
Sternzeit. Setzt man die Polhöhe v = 51° 58’, die Schiefe der Ekliptik £ == 23° 27’,
so erhält man für die Neigung £ der Ekliptik gegen den Horizont folgende Tafel!)
nach Sternzeiten 4:
> 18h‘ 19 20 21 22 23 0 1 2 3 4 5 6
14.6° 16.4 20.8 264 32.3 38.2 43.7 48,8 53.1 56.7 59.3 60.9 61.5
% 182 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6.
Je näher die Sternzeit an 6% kommt, desto näher kommt die Summe der
Mondhöhe und der Sonnentiefe an die Elongation heran, ohne ihr doch in unserer
Breite je gleichzukommen. Dabei kann man noch sagen, daß der ganze Abschnitt
des Sterntages, der von Oh bis 12h geht, besonders der von 3l bis 9% gehende,
sehr viel günstigere Bedingungen bietet als der Abschnitt von 12h bis 24h und
namentlich als die Zeit von 15h bis 21%, Man vergleiche für die Elongation
und die Gestirnshöhen die vorhin mitgeteilte Beobachtung in 15.6° Elongation.
Nun steht allerdings der Mond nicht in der Ekliptik; aber da die Beobachtungen
in der Hauptmasse 24 Jahre, d. h. nicht ganz 11/, Knotenumlauf umfassen, darf
man vielleicht auch hier eine Vermengung des Fehlers mit den Zufallsabweichungen
annehmen, wenn man die Breite des Mondes vernachlässigt. Man erhält nun durch
Ordnung des Materials nach der. Sternzeit folgende Abendreihe:
+ 13h 40 54 62 74 82 95 11.1 133 174 204 226 13
5, 72 6.7 5.7 66 55 64 66 7.0 5.8 4.8 5.4 6.8 72.
Da hier eine geschlossene Kette vorliegt, so geht kein Glied verloren, wenn
man übergreifende Mittel bildet, Aus. der Reihe wird dann die folgende:
4 14h 36 52 64 73 83 96 113 139 17.0 200 22.7 1.4
s/ 69 65 63 59 62 62 67 6.5 5.9 5.3 5.6 6.4 6.9.
, Auch diese Reihe läßt nicht gerade vieles erkennen. Daß auf die erste
Hälfte des Sterntages weit mehr Beobachtungen kommen als auf die zweite, liegt
zweifellos daran, daß im Sommer, eben wegen der schrägen Stellung der Ekliptik,
die Mondsichel überhaupt weniger auffällt als im Winter; man bedenke dabei
noch, daß es sich hier vielfach um gelegentliche Beobachtungen handelt, die in
der Stadt auch an solchen Abenden angestellt werden konnten, wo für andere
das Wetter zu schlecht war. Nun findet sich das absolute Minimum von s freilich
in der Nähe von 18%, und man kann ja zwischen 10% und 1% überhaupt wohl von
einem Wellental reden. Wenn der Wellenberg in der anderen Hälfte der Sterntage
etwas weniger gut erkennbar ist, darf man vielleicht das Zodiakallicht
zur Erklärung heranziehen. Auch seine Sichtbarkeit richtet sich ja nach dem
Sterntage: je näher wir an & = 6h kommen, je steiler ist die zodiakale Pyramide
gerichtet, je näher an 18b, desto schwächer. Nun ist es möglich, daß das Tierkreislicht
zufolge seiner spektralen Zusammensetzung von der Absorption durch
die unteren Luftschichten mehr zu leiden hat als das aschgraue Mondlicht; es
würde dann für uns dessen Sichtbarkeit zwar um 6b, nicht aber um 18h verschlechtern,
und überhaupt sich in der zweiten Hälfte des Sterntages so wenig
zur Geltung bringen, daß nun die eigene Welle des sekundären Mondlichtes besser
erkennbar bleibt. — Ob die um 6h Sternzeit stattfindende Rückenlage der
Mondsichel auch noch an sich die Erkennung des grauen Schimmers begünstigt,
ist schwer zu sagen,
Bei den wenigen Morgenbeobachtungen fallen die Sternzeiten von 17* bis
) Sie wird von Heis in seinen Zodiakallicht-Beobachtungen (Münster 1875) auf Bogenminuten
mitgeteilt und ist in dieser Form von uns im Hevelius-Werk (S. 180—181) wiedergegeben.
Der Übersichtlichkeit halber sind im Texte Zehntelgrade genommen.