306 Annalen der Hydrographie und Maritimen . Meteorologie, Dezember 1924,
Ordinaten. Da das Vierteljahrhundert, über welches sich die Beobachtungen er-
strecken, fast drei Umläufe der großen Bahnhalbachse umfaßt, haben sich die
Wirkungen der übrigen bestimmenden Ursachen einigermaßen mit den Zufalls-
fehlern vermengt. Übrigens ist es ja nicht nur der größere absolute Glanz, den
die Nachtseite des Mondes im Perigäum durch das Erdlicht erhält, was hier in
Betracht kommt, sondern auch die bequemere Sichtbarkeit der größeren Scheibe.
Diese Kurve mit ihrer ausgesprochenen Inflexion ist wohl die beste von den zu
besprechenden, Bei den folgenden hätte die Mitteilung der zweiten Dezimale
von s wenig Zweck, doch sei bemerkt, daß auch bei diesen alle übergreifenden
Mittel aus genaueren einfachen Mitteln abgeleitet sind.
Die Beobachtungen wurden ferner nach der Sonnenhöhe aufgereiht, die
für jede auf Zehntelgrade aus Stundenwinkel, Polhöhe und Deklination berechnet
wurde, wobei betont werden darf, daß die Beobachtungszeiten auf das eine oder
andere Zehntel der Minute genau sind. Zur Sichtbarkeit des aschgrauen Lichtes
ist nicht gerade nötig, daß die Sonne unter dem Horizont steht; wenn sie bei
niedrigem Stande durch Häuser verdeckt ist, gelingt die Feststellung manchmal,
wobei Wölkchen, Bäume und Häuser als Ruhepunkte für das Auge gelegentlich
fördernd wirken. Die größte Sonnenhöhe, bei der wir, und zwar mit der Stufe 5,
die Sichtbarkeit am Abend feststellten, fällt mit 7.4° auf 1914 April 29; bei 6.7°
und 6,6° ist 1907 September 11 beobachtet worden, bei Höhen zwischen 1.6°
und 0.1° in fünf Fällen. Auch morgens sind solche Feststellungen gemacht
worden; die größte Sonnenhöhe betrug hier 1.9° mit s = 4, 1916 Sept. 21.
Dabei sei bemerkt, daß wir, um die Rechnung nicht ins Uferlose wachsen zu
lassen, hier wie beim Mondradius und bei den weiter folgenden Reihungen die
Parallaxe und die Strahlenbrechung vernachlässigt haben, was ja nur einen kleinen
und nicht sehr veränderlichen Fehler im Argumente der Funktion bedeutet.
Nennen wir nun — hg die Sonnentiefe und fassen die Beobachtungen in der zu-
nehmenden Phase wieder zu je 40 zusammen, so ergeben schon die obersten 40
keine positive Höhe mehr, Man erhält die Reihe:
—h5 14 36 42 49 56 64 73 85 10.2 130 15,8 23.7
S. 4.8 40 48 49 61 63 73 81l 8.0 7.7 6.4 5,8.
Wie man sieht, ist etwa die Hälfte aller Beobachtungen bei geringeren
Sonnentiefen als 68° angestellt worden, was natürlich daran liegt, daß mit
sinkender Sonne der Mond gleichfalls tiefer kommt. Auf dieselbe Ursache wird
der ‘sehr deutliche Abfall der drei letzten Werte zurückgehen, während das
Minimum bei 3.6° noch der Erklärung harrt. Auch die Morgenbeobachtungen
zeigen, daß nach Erreichung einer gewissen Sonnentiefe die Bedingungen
schlechter werden:
—ho 214 6383 107 122
Sm 5.4 7.0 7.9 6.7.
Das Hauptmittel aller Sonnentiefen beträgt 8.58° bei den Abend- und 8.99°
bei den Morgenbeobachtungen. Auch nach Mondhöhen wurde der Beobachtungs-
stoff geordnet. Die niedrigste am Abend hat der Mond mit 1.0° und s = 6 merk-
würdigerweise in der Großstadt Berlin bei günstiger Aussicht gehabt, die größte
ist auf 54.7° berechnet, das Mittel auf 21.76°%°, Vormittags ist 4.4° die kleinste,
56.6° die größte Höhe, 22.17° das Mittel. Man hat die Reihe
hg 7.1 103 124 144 169 192 215 246 273 30.2 3413 42,8
$,, 6.8 6.3 6.1 6.6 7.3 5.9 6,3 5.5 6.5 5.3 5,8 5.7.
Sie erhält durch Bildung übergreifender Mittel die etwas mehr be-
Iriedigende Form: ;
ha’ 9.9 12.4 14.6 16.8 19.2 21.8 24,5 27.4 30.6 35.8
8, 6.4 6.3 6.6 6.6 6.5 5.9 6.1 5.8 5.9 5.6.
Die einfache Mittelbildung für die Morgensichel ergibt:
hd 9.2 16,3 24.0 . 39.2
Sn 6.6 68 6.7 6.2.