accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

302 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1924. 
Dampfstrecke in westlicher Richtung zu finden, ist hierzu die Angabe hinter der 
Pfeilspitze am Kurse Kap Agulhas— Adelaide. (580) zu addieren, 
Bei den transozeanischen Dampferwegen wurde, soweit möglich und im 
tatsächlichen Verkehr üblich, die Fahrt im größten Kreise zugrunde gelegt. Die 
Kurvenpunkte wurden überall, wo mit orthodromen Entfernungen gearbeitet 
werden konnte, bequem auf graphischem Wege mit Hilfe der Great Circle 
Sailing Charts des Hydrographiec Office in Washington gefunden. Wie 
eine Anzahl von Vergleichsbestimmungen (sphärisch-trigonometrische Rechnung 
und Messung auf den Karten) ergab, lassen sich diesen Karten die Entfernungen 
auf wenige Seemeilen genau entnehmen; die Zuverlässigkeit, mit der die Kurven- 
punkte bestimmt worden sind, würde also auch für einen sehr viel größeren 
Kartenmaßstab völlig ausreichen. Für jede Kurve wurde eine ansehnliche Zahl 
von — möglichst charakteristischen — Einzelpunkten bestimmt; es kann also für 
jeden Punkt des offenen Ozeans der Abstand vom jeweiligen Bezugspunkt mit 
derselben oder gar mit größerer Genauigkeit entnommen werden wie für 
Küstenpunkte‘?). 
Zur Erleichterung der Abschätzung der Entfernungen sind die Karten- 
ränder von Breitengrad zu Breitengrad unterteilt. Die Einzelabstände von den 
Basispunkten werden demnach, abgesehen von Ausnahmefällen (besonders gewun- 
dene Ansteuerung), mit einer Unsicherheit von weniger als 60 Sm aus den Karten 
abgelesen werden können. Somit mag die Entfernung zweier Häfen in ungünstigen 
Fällen mit einem Fehler von etwa 100 Sm behaftet werden. Das bedeutet selbst 
für einen Frachtdampfer von 10 Kn Durchschnittsgeschwindigkeit noch nicht 
einen halben Tag. Die Karten gestatten daher durchweg, in Anbetracht der 
unberechenbaren meteorologischen und technischen Störungen, den durch das 
Wasser wirklich zurückzulegenden Weg mit praktisch völlig ausreichender Ge- 
nauigkeit zu ermitteln ?). ; 
Die Karten können und. sollen zwar durchaus nicht völligen Ersatz bieten 
für Entfernungstabellen, schon weil sie sich ja in der Hauptsache auf den inter- 
ozeanischen Verkehr zwischen dem Atlantischen Ozean einerseits und dem Indischen 
und Stillen Ozean anderseits beziehen. Immerhin ist damit ihre Verwendbarkeit 
noch nicht ganz erschöpft. 
_ Die Tafel 24 gibt nicht nur die Entfernungen zwischen Suez, sondern auch 
die zwischen der Gibraltarstraße, genauer zwischen Kap Spartel, und allen Häfen 
des Atlantischen Ozeans (2005 Sm weniger als vom Suez-Kanal aus). Ebenso 
können durch einfache Subtraktion aus Tafel 23, 25 oder 26 die Entfernungen 
der Mittelmeerhäfen von der Gibraltarstraße entnommen werden. (Zur Er- 
leichterung sind die Entfernungen der Straße von Gibraltar von den Bezugs- 
punkten auf den vier Karten angegeben.) Somit kann — und zwar wieder 
schlimmstenfalls auf etwa + 100 Sm ungenau — durch Koppelung der Tafel 24 mit 
einer der drei anderen die Entfernung jedes Mittelmeerhafens von jedem 
atlantischen Hafen gefunden werden). 
') So ist die 4500 Sm - Linie im Stillen Ozean auf Tafel 25 (Neuseeland -— Cook-Inseln — 
an durch 17 Punkte festgelegt, die 3500 Sm-Linie im Atlantischen Ozean auf Tafel 26 durch 
15 Punkte. 
?) Als Beispiel, wie wenig sich in Sonderfällen der „Weg über den Grund“ mit der tatsächlich 
abzudampfenden Meilenzahl deckt, diene die UÜberschlagsrechnung für die Reise Barbados — 
Kap San Roque (Dampferhandbuch für den Atlantischen Ozean, 2, Aufl, Hamburg 1913, S. 303). 
Der kürzeste Weg über den Grund ist zu 1839 Sm abgemessen; diesem wird man in der Richtung 
Kap San Roque—Barbados folgen und dabei einen mitlaufenden Strom von etwa 190 Sm während der 
Reise annehmen dürfen. Durch Maschinenleistung sind also gewissermaßen nur 1650 Sm zu bewäl- 
tigen. In der Richtung Nordwest — Südost sind auf diesem eben benutzten „kürzesten“ Wege 1839 
+ 190 = 2029 Sm zu dampfen, auf einem im Dampferhandbuch empfohlenen nördlichen Umwege 
aber nur etwa 1960 Sm, weil hier der Weg über den Grund zwar mit 28 Sm mehr, der entgegen- 
laufende Strom aber nur mit reichlich 90 Sm anzusetzen ist. 
3) Beispiel: Kap Spartel—Bahia (nach Tafel 24) ..:....... 5505 — 2005 = 3500 Sm. 
Kap Spartel-—Barcelona (nach Tafel 23) ,...... 6930 — 6390 — 540 ,, 
Bahia—Barcelona. ........ LK ERW Em: 1010 Sm, 
(Nach Luensee 0.222222. 2 4030 X)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.