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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1924. 
Auch auf der zweiten großen Fernfahrt wurden mit Erfolg Luftlotungen über 
Kiel und über dem Stettiner Haff in Höhe von 200 m ausgeführt. Es kann kein 
Zweifel sein, daß die Behmsche Luftlotmethode eine große Bedeutung erlangen 
wird, besonders für die Höhenbestimmung bei unsichtigem Wetter, besonders 
bei Nebel. 
Eine weitere Anwendung seiner akustischen Methoden hat Behm für die 
Bestimmung der Tiefe von Schleppnetzen ausgearbeitet. Uber diese wird der Er- 
finder selbst demnächst ausführlich berichten. 
13. Zusammenfassung, 
Die von Behm entwickelten Methoden: gestatten die Ausführung von 
Lotungen über allen Tiefen durch Messung der Zeit, welche der durch eine Deto- 
nation. erzeugte Schall gebraucht, um von der Wasseroberfläche bis zum Meeres- 
grunde und zurück zu gelangen. Diese Zeit wird gemessen entweder durch Ab- 
lesung am Behmschen Kurzzeitmesser oder mittels der Registrierungen eines 
Sonometers und einer Stimmgabel der Drehung eines Schwungrädchens im „Kurz- 
zeitmesser“ oder mit Hilfe der Schwingungen einer Stimmgabel oder einer Metall- 
feder, Die für die Lotung konstruierten Lotapparate sind in historischer Reihen- 
folge folgende: 
1. Das Intensitäts-Behmlot. Bestimmung der Wassertiefe aus der Intensität 
des vom Meeresboden zurückkehrenden Echos eines Tones oder eines 
Knalles durch das Sonometer, nur für geringe Tiefen bestimmt (alte 
Form, sehr bald verlassen). 
Das photographisch registrierende Behmlot (für alle Tiefen), 
Das veraltete Behmlot mit Kurzzeitmesser mit Lichtzeigerablesung bis 
150 m Wassertiefe, 
Behmlot, Type 1 (mit. Lichtzeigerablesung und Abschaltung), bis etwa 
200 m reichend, 
Behmlot, Type 2, bis 750 m Wassertiefe. 
Behmlot, Type 3, mit Kurzzeitmesser für mehrfache Umdrehungen (für 
alle Tiefen). 
Behm-Ohrlot für große Tiefen zur Benutzung in Verbindung mit den 
Typen 2 bis 6. 
Für die Ausführung von Lotungen bei geringen Tiefen (je nach Größe und 
Gestalt des Schiffes bis zu Tiefen von 40 bis etwa 150 m) ist die „Abschirmung“ 
zum Loten ausreichend. Für darüber hinausgehende Tiefen wird die „Abschaltung“ 
angewandt. Die Anwendung beider Methoden, der Abschirmung sowohl wie der 
Abschaltung, ermöglicht erst die Lotung im gesamten in den Meeren vorkommenden 
Tiefenbereich. Die Anwendung der „Ohrlot“-Methode endlich gestattet die Ausführung 
von Lotungen auch auf ozeanischen Tiefen unter Anwendung von Detonationen, die 
selbst auf Passagierschiffen nicht störend empfunden werden. 
+ 
Karten zur Ermittlung der Entfernungen auf den Dampferwegen 
zwischen dem Atlantischen und dem Indischen und Stillen Ozean. 
Von Dr. Arnold Schumacher. 
(Hierzu Tafeln 23 bis 26.) 
Zusammenstellungen über Entfernungen auf Dampferwegen sind bereits in 
beträchtlicher Zahl in Form von Tabellen, Diagrammen und Karten vorhanden !), 
a ı Z. B. F. Hegemann, Mittl, Entf, auf Dampferwegen in Seemeilen. (Ann. d. Hydr. 1897, 
Beiheft 1). — Mittl. Entf, auf Dampferwegen in Seemeilen, Der Pilote, Neue Folge, Band II, Ham- 
burg 1903, S.17ff. — R. Jannasch, Wege und Entf. zur See im Weltverkehr. Berlin 1904, — 
S. Luensee, Entfernungstabellen, Hamburg 1923, — Didgramme: „Bisherige und zukünftige kürzeste 
Seewege‘“ in K. E. Hilgard, Geschichte u. Bau d. Panama-Kanales, Zürich o. J. — G. Schott, 
Weltkarte zur Übersicht d. Meeresströmungen u. Schiffswege. 5. Aufl., Berlin 1917. — W,. Schweer, 
Weltkarte d. Kohlen- u. Ölbunkerstationen usw. Hamburg 1923, — Karte d Linien gleicher Entf, auf 
Ad. Dampferwegen ab Bremerhaven—Cuxhaven, Fig. 89, S, 301, in G. Schott, Geographie d. Atlan- 
tischen Ozeans. Hamburg 1912,
	        
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