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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Schulz, B.: Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes. 299 
lassen, anderseits dient dieser Magnet in der Hauptsache dazu, bei Eintreffen des 
Echos die Niederschrift zu unterbrechen. Bei großen Tiefen ist es erforderlich, die 
Schwingungsvorrichtung durch zusätzliche Kräfte dauernd in Gang zu halten. 
Fig. 13 zeigt eine solche Vorrichtung in schematischer Darstellung; in dieser sind 
die Schreibfeder und die Schreibfläche fort- 
gelassen. Die Feder (1) ist vor Beginn der 
Messung vom Magneten (2) dauernd an- 
gezogen und dadurch gespannt, Im Strom- 
kreis des Magneten (2) liegt nur ein Kontakt, 
der zwischen Schraube (10) und Feder (11) 
oder zwischen den Punkten (12) und (13) 
gebildet werden kann, In der ursprüng- 
lichen Stellung findet der Kontakt nur 
zwischen (12) und (13) statt. Wirkt nun 
aber auf das Mikrophon M das Schallsignal 
bei dessen Abgang ein, so wird der Magnet 
(14) dadurch stromlos gemacht, wodurch 
sich eine Feder (15), die mit Selbstunter- 
brechung arbeitet, entspannt. Dadurch wird der Kontakt (12, 13) geöffnet, und 
die Feder (1) schnellt los. Sie stellt dabei im Verlaufe ihrer Schwingungen den 
Kontakt zwischen (10) und (11) her und schwingt wie der Klöppel einer elektrischen 
Glocke fort, da der Kontakt zwischen (12) und (13) dauernd geöffnet bleibt. Die 
elektrische Energie ist ‚den Batterien B, und B, entnommen. Die schwingende 
Schreibfeder besitzt eine bekannte Schwingungszahl, die durch ein Laufgewicht 
regulierbar ist und so zu regeln ist, daß eine Schwingung einer bestimmten 
Wassertiefe entspricht. Zur Betätigung beim „.. - “ . 
Hören des Echos dient die in Fig. 14 dar- Figur 14, Belek enabrhet 
gestellte pistolenartige Kontaktvorrichtung. 
Sie ist mit drei Kontakten versehen, von 
denen der Kontakt (1) als Hauptschalter dient ( 
ınd durch das Anfassen der Pistole ge- 0 —— 
schlossen wird. Knopf (2) dient dazu, die \ } 
Patrone zur Zündung zu bringen, während 
der abzugartige Kontakt (3) zur Einwirkung 
auf das Instrument beim Hören des Echos 
dient. Die Kugel (4) am vorderen Ende dient 
zur besseren Handhabung des Kontaktes als Stütze für die linke 
Hand, (5) ist das stromzuführende Kabel. Die Möglichkeit der Fehler- 
bestimmung unter Benutzung dieses Kontaktes gestattet es, sich in 
der exakten Bedienung zu üben, ohne dabei jedesmal Lotungen aus- 
führen zu müssen. 
12. Erdlot, Luftlot usw. 
Für die oben beschriebenen Methoden sind von Behm noch weitere An- 
wendungsmöglichkeiten ausgearbeitet worden, .die kurz erwähnt seien. Z.B 1äßt 
sich im Erdboden die Reflexion des Schalles von Schichten, die ein anderes 
Schalleitungsvermögen haben als die darüber lagernden, ausnutzen, um den Ver- 
lauf bestimmter Schichten wie Kohlenflöze, Salzlager usw. festzustellen. In der 
Luft ist von Flugzeugen und Luftschiffen aus die Höhe feststellbar, in der sie 
sich befinden. Hierüber sind in jüngster Zeit vielversprechende Versuche vom 
Zeppelin-Luftschiff L Z 126 aus angestellt worden. Mit Patronen von 8 g Ladung, 
also den gleichen, die an Bord des D. S. „Hansa“ für Tiefseelotungen benutzt wurden, 
konnten am 6. September 1924 auf einer Fahrt des LZ 126 Friedrichshafen— 
München—Nürnberg-—Stuttgart mit Erfolg Lotungen ausgeführt werden. Als 
Beispiel seien die folgenden Ergebnisse angeführt: 
Behmlot-Ausschlag in Graden. Flughöhe nach Barometerstand, 
347° 160 m 
310° 140 m 
307° 135m 
311° 140 m
	        
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