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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Schulz, B.: Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes, 297 
Type 1 angeordnet. Darüber befindet sich eine Projektionsskala (c) und ein 
Fenster, in dem die Zahl der Umdrehungen des Kurzzeitmesserrades angegeben 
ist. Die beiden unteren Skalen sind in Tiefenmetern für das betreffende Schiff 
gyeeicht und dienen zur Bestimmung der kleinen Tiefen. Zur Angabe der 
yrößeren Tiefen dient die in Grade eingeteilte Projektionsskala; die den Graden 
entsprechenden Tiefen sind einer empirisch gewonnenen Tabelle zu entnehmen, 
Das Instrument enthält in seinem Innern ein für mehrmaligen Umlauf ein- 
gerichtetes Glaskurzzeitmesserrad (1) mit Teilung, auf dessen Achse die beiden 
für die unteren Skalen bestimmten Spiegel (2, 3) sitzen. Durch eine Pro- 
jektionsvorrichtung (4, 5, 6) wird der jeweils in ihrem Lichtkegel befindliche Teil 
des Glasrades auf das Fenster e projiziert. Um mit relativ schwachen. Patronen 
auszukommen, geschieht die Betätigung des Instrumentes bei Echoempfang mit 
Hilfe der sogenannten „Ohrlotmethode“, 
11. Das „Behmohrlot“. 
Bei der Ausführung von Lotungen nach den beschriebenen Methoden ist 
der um das Schiff herumgebeugte Schall bei geringen Tiefen durch die sogenannte 
Abschirmung unwirksam gemacht. Die Größe der Abschirmung hängt natürlich 
sehr von der Gestalt und Größe des Schiffes sowie der Lage des Echoempfängers 
zur Detonationsstelle ab und ist bei kleinen Schiffen geringer als auf großen. 
Bei D. S. „Hansa“ reicht die Abschirmung normalerweise bis 90 m, gelegentlich bis 
160 m Tiefe. Bei Anwendung der größtmöglichen Abschirmung auf D. S. „Hansa“, 
die bei Ausnutzung der ganzen Schiffslänge vorhanden sein würde, ließe sich 
eine noch größere Tiefe erloten. Eine derart große Basis ist jedoch unpraktisch, 
da vorn und hinten die beim Arbeiten des Schiffes entstehenden Geräusche am 
stärksten sind und außerdem dort die Empfänger bei Seegang starke Erschütte- 
rungen erleiden würden, besonders durch die Schiffsschrauben. Durch Anbringung 
der sogenannten „Abschaltung“ sind die Behmschen Methoden auch für größere 
Tiefen verwendbar, wo stärkere Patronen benutzt werden müssen und wo die 
Abschirmung des Schiffskörpers nicht mehr ausreicht, um die gebeugte Schall- 
welle hinreichend schwach zu halten. Bei Anwendung der Typen 2 und 3 des 
Behmlotes mit Abschaltung als Tiefseelot ist ebenso wie beim photographisch 
registrierenden Behmlot die Tiefengrenze der Benutzbarkeit nur noch eine Intensitäts- 
Iirage. Um nun mit den Bordbetrieb auf Passagierschiffen nicht störenden, relativ 
schwachen Patronen, wie sie auf D.S. „Hansa“ gebraucht wurden, arbeiten zu 
können, hat Behm das von ihm mit „Ohrlot“ bezeichnete Verfahren ausgebildet. 
Durch das Abfeuern einer genügend starken Lotpatrone wird der neue Kurz- 
zeitmesser der Behmlottypen 2 oder 3 oder auch das photographisch registrierende 
Behmlot in Gang gesetzt bzw. beeinflußt. Während nun bei dem oben beschriebenen 
Verfahren das Echo direkt auf das Zeitmeßinstrument einwirkt, geschieht dies 
beim „Ohrlot“ durch den Beobachter, der das vom Echoempfänger aufgenommene 
Echo im Telephon hört. Zu diesem Zwecke ist er mit einem pistolenartig aus- 
gebildeten Öffnungskontakt versehen, der im Stromkreis der Kurzzeitmesserbremse 
bzw. des Sonometermagneten im photographisch registrierenden Behmlot liegt, 
und der im Augenblick der Echoankunft von ihm mit dem Zeigefinger durch 
Abziehen eines Gewehrabzuges geöffnet wird. Dadurch bleibt das Kurzzeitmesser- 
rad stehen, oder es wird ein Ausschlag auf dem Registrierstreifen erzeugt. 
Diese Art hat sich als das am leichtesten und exaktesten auch durch un- 
geübte Personen auszuführende Verfahren erwiesen, Natürlich erfolgt die Be- 
endigung der. Messung nicht absolut gleichzeitig mit der Ankunft des Echos, 
sondern. entsprechend der persönlichen Gleichung um eine entsprechende Zeit- 
spanne zu spät. Die persönliche Gleichung kann und muß vor und nach 
jeder Lotung bestimmt werden. Dies erfolgt in der Art, daß der Kurzzeit- 
messer durch Umlegen eines Hebels derart geschaltet wird, daß bei einer 
künstlichen Unterbrechung des Abgangsmagneten ein Knacken im Telephon er- 
zeugt wird, dem man gleiche Stärke und Klangfarbe gibt wie dem Echo unter 
Einschaltung der Echoempfänger, damit auch die störenden Schiffs- und Neben- 
geräusche bei der Fehlerbestimmung einwirken, In dem Augenblick nun, wo
	        
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