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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Schulz, B.: Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes, ; 291 
Bremsbacke (7) und ein an ihr befestigter Anker angebracht sind. Die Brems- 
feder ist an einem Hebel (8) befestigt, der durch eine Schraube in seiner Ein- 
stellung festgehalten wird. Der Bremsbock trägt einen Aufsatz, an dem zwei 
Kontaktpaare befestigt sind, von denen das eine (9) dazu dient, um durch Auf- 
leuchten einer roten Lampe bei einer Lotung das vorzeitige (unzeitige) Ausfallen 
der Bremse kenntlich zu machen, indem dieser Kontakt durch die ausgefallene 
Bremse geschlossen und damit die Lampe zum Aufleuchten gebracht wird. Die 
zweite Feder (15) dient einerseits als Anschlag für das Kurzzeitmesserrad, um 
es in seiner Winkelverdrehung zu begrenzen, anderseits aber auch dazu, um 
durch Öffnen ihres Kontaktes, der im Stromkreis des Bremsmagneten (2) liegt, 
die Bremse zum Ausfall zu bringen, wenn die Nase des Rades die Feder (15) be- 
rührt. Diese Anordnung ist getroffen, damit bei zu großen Wassertiefen, bei 
denen die Intensität des Echos zur Auslösung der Kurzzeitmesserbremse nicht 
mehr ausreicht, ein Pendeln des Lichtzeigers vermieden und dieser jenseits des 
letzten Skalenstrichs dem Auge unsichtbar festgehalten wird, so daß, wenn die 
Wassertiefe zu groß ist, der Apparat keine Angabe liefert, In, den bisher be- 
schriebenen Teilen weicht der neue Kurzzeitmesser nicht allzu wesentlich von 
der älteren Form ab. Dagegen hat der Antrieb des Kurzzeitmessers eine we- 
sentliche Verbesserung erfahren, indem die Abschnellfeder (5) durch eine Kugel 
aus Achat, die am Kurzzeitmesserrade befestigt ist, gespannt wird. Dadurch ist 
stets eine punktförmige Auflage und ein fast reibungsloses Zusammenarbeiten 
zwischen Kugel und Feder gewährleistet. Neben der Abschnellfeder. (5) ist an 
dem Federbock (16) noch der durch eine Schraube verstellbare Hebel (6) ange- 
ordnet, der eine zweite Abschnellfeder (11) trägt, die ebenso wie die Abschnell- 
feder (5) durch die Schraube (17), durch eine Schraube (18) in ihrer Schwin- 
gungsweite einstellbar begrenzt ist. Wie die Bremse durch die Schraube (19), 
so werden die beiden Abschnellfedern durch die Schrauben (20) und (21) be- 
grenzt und festgestellt. Die Abschnellfeder (11) dient als Antrieb für das Kon- 
trollrad (13) mit dem Anker (12), an dem ebenfalls eine Achatkugel befestigt ist. 
Da nun der Anker sowohl des Kurzzeitmesserrades wie des Zeitrades von ein 
und demselben Magneten angezogen werden, so werden beide Räder bei Aus- 
schaltung dieses Magneten durch ihre zugehörigen Abschnellfedern absolut 
gleichzeitig in Bewegung gesetzt, und drehen sich im Sinne der eingezeichneten 
Pfeile. Dadurch kommen alle die Zeitfehler in Fortfall, die sich bisher aus der 
Benutzung einer besonderen Kontrollvorrichtung ergaben. Das Kontrollrad trägt 
noch eine besondere Nase (22), die nach Vollendung einer bestimmten Winkel- 
verdrehung den Kontakt (10) öffnet. Dieser Kontakt kann nun durch einen Um- 
schalter, wie aus dem Schaltungsschema hervorgeht, in den Stromkreis des Brems- 
magneten (2) gelegt werden, dann arbeitet das Rad (13) als Kontrolle, oder aber 
der Kontakt (10) kann auf ein Relais geschaltet werden, welches bei seiner Ein- 
schaltung die vorher offene Verbindung zwischen Echoempfänger und Brems- 
magneten herstellt. (Der Echoempfänger muß zu diesem Zwecke über einen 
Transformator geschaltet werden, weil sonst durch das Einschalten des Echo- 
empfängers schon die Bremse zum Ausfall gebracht werden würde.) Bei dieser 
Stellung des Schalthebels dient also das Kontrollrad (13) zusammen mit dem 
in der Fig. 7 nicht gezeichneten Relais der verspäteten Einschaltung des Echo- 
empfängers, um bei größeren Tiefen ohne die Gefahr von Durchschlägern beliebig 
starke Patronen zur Anwendung bringen zu können. Das Gehäuse des neuen 
Kurzzeitmessers (vgl. Abb. 1 auf Tafel 22) besitzt an Stelle der bisher verwandten 
3 Druckknöpfe wie die unten näher beschriebene Type 2 des Behmlotes 4 Druck- 
knöpfe und außerdem einen Schalthebel, der sich ebenso wie bei der Type 2 in 
die Stellung I und II verdrehen läßt, so daß das Lot in Stellung I wie ein ge- 
wöhnlicher Kurzzeitmesser, in Stellung II dagegen mit abgeschaltetem Empfänger 
bei Schußabgabe arbeitet. 
Der Stromverlauf bei dieser neuen Type des gewöhnlichen Kurzzeitmessers 
mit verspäteter Einschaltung des Echoempfängers ist im folgenden dargestellt: 
In Figur 8 ist (1) das Kurzzeitmesserrad, (2) das Zeitrad, (3) der Ab- 
gangsmagnet, (4) der Bremsmagnet, der zwei voneinander getrennte magnetische 
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