Seilkopf, H.: Die meteorologische Beratung der Überführungsfahrt des Luftschiffes LZ 126. 289
übersicht und Vorhersage für die amerikanische Küste, so daß das Luftschiff
auch für den letzten Fahrtabschnitt mit Material versehen war. In der sehr
kräftigen Ostströmung südlich von Neufundland und Neuschottland hat es’ dann
rasche Fahrt auf das amerikanische Festland zu gemacht, hierbei allerdings
Regen und Nebel durchquert. Am 15. nachmittags landete es in Lakehurst. So
hat der LZ 126 auf seiner epochemachenden Fahrt den ‚Beweis erbracht, daß
mit einem derartigen Luftschiff unter bewährter Führung selbst zu ungünstiger
Jahreszeit und bei recht ungünstigen Witterungsverhältnissen die Überquerung
des Ozeans möglich ist, wenn die Führung sich auf den Wetterdienst stützen kann,
Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes
unter besonderer Berücksichtigung
der Lotungen auf D.S, „Hansa“, Hamburg- Amerika Linie.
Von Bruno Schulz, Hamburg, Seewarte.
(Hierzu Tafel 22.)
7. Erfahrungen über Tiefseelotung auf D. S. „Hansa“,
Die zweite wichtige Frage war, läßt sich mit einfachen Mitteln durch einen
Schuß mit der Behmlot-Patrone ein hinreichend starker Schall erzeugen, daß
auch in der Tiefsee das Echo kräftig genug ist, um das photographisch registrierende
Behmlot oder das Lot mit Kurzzeitmesser zu betätigen, oder aber deutlich mit
Hilfe der Echomikrophone und einem Telephon durch das Ohr wahrgenommen
zu werden, Um hierin Aufklärung zu schaffen, wurden auf D. S. „Hansa“ neben
den bisher üblichen auch stärkere Behmlotpatronen mitgenommen, und zwar mit
4, 8, 16 usw. bis 100 g Ladung, bei deren Herstellung wegen der Kürze der zur Ver-
fügung stehenden Zeit das Torpedo-Laboratorium der Marine in Kiel behilflich war.
Es stellte sich heraus, daß auch über den größten überfahrenen Tiefen (5200 m)
die 8 g-Patrone noch ausreichend war, um das Echo deutlich im mit den Echo-
mikrophonen verbundenen Telephon zu hören. Da die unten näher beschriebenen
Einrichtungen zur genaueren Messung großer Tiefen noch nicht vollständig an Bord
waren, wurde vom Verfasser zur ungefähren Zeitbestimmung eine Stoppuhr benutzt.
Bei der Annahme einer ungefähren mittleren Schallgeschwindigkeit von 1500 m/sec
im ozeanischen Wasser ließen sich aus den gemessenen Zeiten die in folgender
Tabelle zusammengestellten Tiefen bestimmen,
Tiefseelotungen auf D. S. „Hansa“, Kapt. Graalfs, im Mai 1924.
Datum
2. V. 8©%©h Nm.
4. V. 12h Mitg
4. V. 4h Nm.
7. V. 88h Vm.
22. V. 5%h Nm.
23. V. 10h WVm.
24. V, 5b Nm.
25. V. 14h &
26. V. 8b WVm.
26. V: 4h Nm.
27. V. 8h Vm.
27. V. 12b Mitg.
27. V. 42%h Nm.
27. V 410h
N-Br
48° 30
45° 9
44° 55
439° 30°
40° 30’
40° 30’
43° 38’
46° 4’
47° 25’
47° 50’
49° 6
49° 30
49° 35’
W-Le,
18° 407
340 447
350 45
58° 50
55° 30
49° 40
39° 107
30° 44’
24° 43
22° 0
15° 8
13° 32’
12° 0
Echozeit
Tiefe
SEC
m
4050
4050
4050
1850
5200
3600
4200
3300
1050
4200
4350
2.9 1500
13 975
1.0 750
Kartentiefe
m
4150
4370, 4280, 3750, 2740
1860
5197
3800
2743, 3658, 4572, 4389
3383, 3219, 3017, 3767
3237, 3904. 3153, 3576
4190
stimmt zur Karten-
tiefe.
Die gefundenen Werte zeigen, daß bei den gehörten Echos irgendwelche
Täuschungen ausgeschlossen sind. Es wurde weiterhin, um jeden Irrtum aus-
zuschalten, so verfahren, daß an jeder der bezeichneten Positionen eine ganze
Reihe von Echo-Lotungen hintereinander ausgeführt wurde und das Echo nicht
nur vom Verfasser, sondern auch von dem Kapitän, den gerade auf der Brücke
befindlichen Schiffsoffizieren oder dem technischen Assistenten der Behm-Echolot-
Ann. d. Hydr. usw. 1924, Heft XII