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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

32 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1924. 
charakteristischen Erscheinungen nicht erkennbar 
sind. Bedauerlicherweise fehlt auch die Quellen- 
angabe der Nielsenschen Beschreibung. 
H. Bongards. 
Schrutka,L.: Zahlenrechnen, Leipzig 1923. B.G. 
Teubner, Samml. Math,-Phys, Lehrb. v. Jahnke, 
Nr. 20. 4% 1468. 3.60 A. 
Das Buch ist der Beschreibung verschiedener 
Methoden der sieben Grundrechnungsarten und der 
Behandlung von Polynomen und Gleichungen nach 
Horner unter Berücksichtigung von Vereinfachun- 
zen, Rechenvorteilen usw. gewidmet. Besonderer 
Wert ist auf die Abschätzung der Fehler beim ab- 
zekürzten Rechnen und beim Rechnen mit unge 
aauen Zahlen gelegt. : EB. Thorade. 
Warburg, H. D.: Tides and tidal streams. A ma- 
nual compiled for the use of seamen. Cambridge 
Univ. Press. 1922, 4°, 958., 9 Abb. i. T. u. 1 Taf. 
Wenn auch die Hauptabsicht des Verfassers 
darin besteht, dem Seemann, besonders an Beispielen, 
zu zeigen, wie er den Wasserstand mit Hilfe der 
Gezeitentafeln berechnen kann, so mögen hier doch 
auch einige‘ Ausführungen allgemeinerer Art er- 
wähnt sein. Das 1. und 2. Kapitel bietet eine kurze, 
elegante Darlegung der Gezeitenkräfte, auf die auch 
der deutsche Leser hingewiesen sei, der mit Hilfe 
der Elementarmathematik tiefer in die Gezeiten- 
lehre eindringen möchte, als die deutschen Lehr- 
bücher es tun, ohne doch in die Fachliteratur ein- 
zudringen; in den Formeln finden sich übrigens 
gelegentlich Druckfehler, — Im Hinblick auf Häfen 
mit Eintagstiden tritt Verf., der, wohl kaum mit 
Recht, die Flutwelle als fortschreitende Welle aus 
den südlichen Ozeanen deutet, dafür ein, den See- 
mann instand zu setzen, die Gezeiten im Kinzelfalle 
harmonisch zu berechnen, und gibt eine Reihe 
Tabellen für 8 Teiltiden, um diese Rechnung zu 
einem rein mechanischen Verfahren zu machen. Die 
ziemlich kurz gehaltenen Ausführungen über Ge- 
zeitenströme lassen die Beschleunigungen außer acht, 
indem sie sich auf die Betrachtung des Gefälles 
beschränken. Doch soll diese Bemerkung nicht dem 
Wert des durch Knappheit und Verständlichkeit 
sich auszeichnenden Buches zu nahe treten. 
HH Thorade. 
Sanden, H.: Praktische Analysis. 2. Aufl, 
Leipzig 1923, B.G. Teubner, Hdbch. d. angew. 
Mathem,. Herausg, v. Timerding. Tl 1. 4°, 195 S 
m. 32 Abb. i T. 4.60 A. 
Ziel des Buches sind die Methoden zur rech- 
nerischen und graphischen Auswertung mathema- 
tischer Ausdrücke; als Hilfsmittel dienen neben 
der graphischen Darstellung Rechenmaschine und 
Rechenschieber, dessen Vielseitigkeit erläutert wird. 
Zs folgt die Berechnung ganzer rationaler Funktionen, 
ihre Differentiation und Integration und ihre Ver- 
wendung zur Annäherung empirischer Funktionen, 
u. a. auch eine Darstellung der harmonischen Ana- 
‚yse, unter Zuhilfenahme der Differenzenrechnung. 
Sndlich wird die Auflösung des algebraischen, trans- 
zendenten und der Differentialgleichungen behandelt. 
Zahlreiche Beispiele zum numerischen und graphi- 
schen Rechnen verdeutlichen die Anwendung und 
zeigen dem Praktiker, welcher Weg im einzelnen 
Falle der vorteilhafteste ist. Leider stören beim 
Lesen des verdienstvollen, in 2. Auflage wesentlich 
verbesserten Werkes manche Druckfehler, 
EH. Thorade. 
Schultz, Arved: Sibirien. Eine Landeskunde. 
8° 212 8. 17 Karten u. 38 Bilder, Breslau 1923, 
Ferdinand Hirt. Geb. 10 4. 
Sibirien ist 14 Millionen Quadratkilometer groß, 
1!/, mal größer als Europa, Eine Landeskunde 
dieses gewaltigen Erdraums war bislang noch nicht 
vorhanden, jedoch lagen größere Einzelarbeiten von 
russischer und deutscher Seite vor, So konnte der 
Verfasser, der einen Teil des russischen Kolonial- 
zebietes aus eigener Anschauung kannte, den Ver- 
such ‚zur Schaffung einer landeskundlichen Dar- 
stellung wagen. Das Buch ist keine leicht lesbare 
Schrift; es enthält eine Fülle von Tatsachenmaterial, 
das in sich geordnet und zu Landschaften zusam- 
mengefaßt dem Leser unterbreitet wird. Als Groß- 
\andschaften werden Westsibirien, Mittelsibirien und 
Ostsibirien unterschieden, als Einzellandschaften 
z. B. in Westsibirien: Tundralandschaften, die in- 
neren Waldsumpflandschaften, die trockeneren 
Randlandschaften der Tiefebene, die Waldsteppen- 
landschaften und die Kulturzone, die Steppenland- 
schaften, die Gebirgslandschaften; jeder dieser Be- 
zirke ist wieder in Unterabteilungen gegliedert. Vor 
liese landschaftskundliche Beschreibung ist ein 
Überblick über das Gesamtgebiet und die Land- 
schaftbestandteile gestellt, den letzten Abschnitt des 
Buches bildet der Teil Mensch und Kultur. 
Wir können dem Verfasser dankbar für die 
zroße Arbeit sein, die er mit der Schaffung der 
Landeskunde von Sibirien geleistet hat, die für 
viele ein Handbuch für dieses Gebiet: sein wird. 
Allen Wünschen wird ja ein erster Versuch nie 
gerecht werden; mir scheinen vor allem die klima- 
tische Eigenart und die klimatischen Unterschiede 
noch nicht genügend herausgearbeitet und der zu- 
zammenfassende Abschnitt Klima zu kurz zu sein; 
der Abschnitt Mensch und Kultur hätte sich viel- 
leicht auch erweitern lassen. Daß die beigegebenen 
Karten ohne irgendwelche Andeutung eines Grad- 
netzes gegeben sind, halte ich nicht für glücklich. 
W PBPrennecke 
B. Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt- und der Meereskunde sowie auf 
verwandten Gebieten. 
a. Werke. ; 
Witterungskunde..  telegraphy from ships at sea. 8°. 29 p. Pre- 
Meteorological Office, Pretoria: Code and| toria 1923. Stationery Office, 
instructions for weather messages by wireless 
b. Abhandlungen in Zeitschriften, sonstigen fortlaufenden Veröffentlichungen 
‘ und Sammelwerken, 
Witterungskunde, . ‚  teorol. Ztschr.« 1923, 11, u, »Sitz.-Ber, Akad, d. 
Über die Bildung von Windhosen und Zy-' Wiss., Wien«, Abt. ITa, 132. Bd., Hit. 1/2. 
Klonen. H. Ficker u. F. M. Exner. »Me-
	        
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