accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

288 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1924. 
werden konnte, im 11: 05m Vm.-Funkspruch an das Luftschiff aber als weit süd- 
wärts greifender Tiefausläufer bezeichnet wurde, auf dessen Rückseite für das 
Gebiet zwischen 43° und 53° N-Br., 15° und 40° W-Lg. nordwestliche Winde von 
30 bis 60 km/Stunde und Regenschauer vorhergesagt wurden; Das Luftschiff 
passierte in den späten Abendstunden vom 12. die Troglinie des Teiltiefs, denn 
um Mitternacht meldete es auf 42.6° N-Br., 12.2° W-Lg. Westnordwest 5 (32 km 
p. Stunde) und wolkiges Wetter mit Stratokumulus-Wolken in 2000 m Höhe. 
Nach einer Pressemeldung hat es aber in dem Abschnitt zwischen Spanien und 
den Azoren zeitweise tiefliegendes Regengewölk angetroffen. Im Azorengebiet 
durchfuhr das Luftschiff sodann das ostwärts wandernde Hochdruckgebiet, das 
der von Nordwesten her abgetropften Kaltluftmasse entsprach. ; 
Die vom 11. zum 12. von Neufundland her südostwärts und ostwärts vor- 
gestoßenen Kaltluftmassen über dem mittleren Atlantik flachten sich bald erheblich 
ab und rissen von dem Kaltluftgebiet über Labrador ab. Infolgedessen konnte 
das zwischen den Bermuda und Neufundland gelegene Teiltief nordwärts an 
Raum gewinnen, da auf seiner Vorderseite sehr warme Luft nordwärts strömte; 
am 13. 1b Vm, M.G. Z. meldete ein Dampfer auf 43° N-Br., 45° W-Lg. 20° C. 
Lufttemperatur bei 16° Wassertemperatur. Unter erheblicher Vertiefung zog das 
Tief nordnordostwärts, ließ aber einen auf die Bermuda zu gerichteten Ausläufer 
zurück. Am 18. 1b Vm. lag sein Kern mit einem Luftdruck von etwa 745 mm 
östlich von Neufundland. Da die Luftdruckgegensätze über dem mittleren Atlantik 
sich verschärften und — namentlich nach den Erfahrungen der ersten und dritten 
meteorologischen Studienfahrt der Seewarte — mit starkem Auffrischen der 
Höhenwinde zu rechnen war, wenn in diesem Abschnitt ein Tiefausläufer gegen 
das Azorenhoch andrängte, wurden für den vorliegenden Fahrtabschnitt stark 
auffrischende Winde vorhergesagt. Der Funkspruch vom 13, 102 05m Vm, gibt 
an: „Westlich 35° West bis 50° West und zwischen 30° und 50° Nord südliche 
bis südwestliche Winde, zunächst 30 km/Stunde, nach Westen auffrischend bis 
50 km/Stunde.“ Der folgende Bericht von 5% Nm. gibt als Vorhersage: „Zwischen 
33° und 50° Nord, 33° und 48° West nach Westen zu mehr auffrischende süd- 
westliche Winde, in 500 m bis zu 60 km/Stunde, strichweise Regen.“ Das Luft- 
schiff passierte am 13. 3h 35m Nm, Fayal. Am folgenden Tage geriet es in die 
starke Südwestströmung; am 14. 7h 20m Vm. meldete es SW 8 (55 km/Stunde) 
auf 41.0° N-Br., 37.8° W-Lg. 
Während das am 13, östlich von Neufundland gelegene Tief. nach Island 
zog, entwickelte sich in seinem südlichen Ausläufer ein Teiltief zwischen den 
Bermuda und Neufundland. Seine Lage wurde in dem 10h 05 Vm.-Funkspruch 
vom 14., als das Luftschiff auf etwa 41° N-Br., 43° W-Lg. stand, angegeben: 
Teiltief 758 mm auf 38° Nord, 56° West. Und auf das Teiltief hin für den West- 
atlantik folgende Vorhersage gegeben: „Zwischen 37° und 51° Nord, 35° und 
50° West südwestliche Winde, in 500 m 40 bis 60 km/Stunde, wolkig, vereinzelt 
Regen. Zwischen 37° und 51° Nord, 50° und 70° West nördliche bis nordöst- 
liche Winde, oberhalb 1000 m auf Nordwest drehend, in 500 m 30 bis 50 km/Stunde, 
vereinzelt Regenschauer.“ Der 5% Nm.-Funkspruch übermittelte dem Luftschiff 
noch detailliertere Windangaben und die Prognose: „Südlich von Neufundland 
verbreitet Regen und stark diesiges Wetter.“ Das Luftschiff stand am 14. 
7h Nm. auf 42° N-Br., 47° W-Lg. In der Nacht ging es dann auf Nordwestkurs, 
um die Ostströmung auf der Nordseite des Teiltiefs zu gewinnen, die im 5% Nm.- 
Bericht angegeben war. 
Am 15. 0» 05m Vm, M. G.Z. ging in Norddeich vom Dampfer „Cap Norte“ 
folgendes Telegramm des Luftschiffes an die Deutsche Seewarte ein: „Erbitten 
bei Wetterberatung möglichst Angabe des Kernes der Hoch- und westlichen 
Tiefdruckgebiete und Barometerstände, und Übermittelung von Annapolis bis auf 
Widerruf. ZR III“ Ein Versuch, über „Cap Norte“ Verbindung mit dem Luft- 
schiff zu erhalten, scheiterte. Die Seewarte lieferte im folgenden 5b Vm.-Bericht 
von Eilvese, wie bisher, die gewünschten Angaben, übermittelte aber außerdem 
nach Eingang und Verarbeitung der von Annapolis gefunkten amerikanischen 
Wetterbeobachtungen noch um 7h 30m Vm. M. G. Z. eine eingehende Wetter-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.