Jakobi, N.: Photographische Methode zur Untersuchung der Konvektionsströme. 285
raume zwischen der Wärme- und Kältequelle) hervorzurufen, charakterisiert;
dann hört die gesamte Zirkulation zwischen der Wärmequelle und der Kältequelle
auf, und es entsteht deutlich eine Bewegung der Partikel längs geschlossener
Trajektorien in der Form von horizontalen verlängerten Ovalen, zwischen welchen
and in welchen Ruhe-
zonen liegen. Nach und Abbildung 4.
nach verkleinert sich
mehr und mehr der
Durchmesser der Ovale,
und die Bewegung der
Partikel wird immer
schwächer, wobei die
Ovale allmählich die
Form von Geraden zu
erlangen suchen. End-
lich, bei einer starken
Temperaturschichtung,
tritt ein Stillstand ein.
Damit ist es klar
geworden, daß die Ab-
bild. 2 u. 3 nur Zwischen-
stadien vorstellen, weiche
sehr rasch wegen der
großen Dimensionen der
Wärme- und Kältequellen im Vergleich zu den Dimensionen der benutzten Küvetten
entstanden sind.
Außerdem folgt daraus, daß bei der Verlegung der Wärme- und Kälte-
quellen in ein Niveau (Abbild. 4) der Konvektionsstrom unter der Wirkung von
Wärme- und Kältequellen von selbst nicht aufhört, da in diesem Falle die Be-
dingungen für die Entstehung einer Temperaturschichtung fehlen. ;
Geophysikalisches Laboratorium
des Physikalischen Zentral-Observatoriums in Petersburg.
Die meteorologische Beratung der Überführungsfahrt des Luft-
schiffes LZ 126 durch die Deutsche Seewarte.
Von Dr. Heinrieh Seilkovpf.
Der festländische Luftverkehr macht sich in steigendem Maße die wetter-
kundliche Beratung zunutze. Für transozeanische Luftfahrten ist Wetterdienst
eine Voraussetzung, wenn anders sie nicht lediglich als kühnes Sportsunternehmen
mit hohem Einsatz, aber ungewissem Erfolg aufzufassen sind.
Bei der Überführungsfahrt des Zeppelin-Luftschiffes L Z 126 nach den Ver-
einigten Staaten stand mehr auf dem Spiel; es ging um die Idee des Luftschiffs
als Verkehrsmittel.
Bau- und Fahrtechnik sind im Luftschiffbau Zeppelin durch langjährige
Erfahrung zu sonst nirgends erreichter Höhe entwickelt. Für die Navigierung
des Luftschiffes L Z 126 wurden neueste Hilfsmittel verwandt: Funkpeilung und
Kreiselkompaß, eigens für dieses Schiff konstruiertes Gerät wie Grundgeschwin-
digkeits- und Luvwinkelmesser, Kurs- und Geschwindigkeitssucher, Peilschein-
werfer und Entfernungsmesser. Ein Behmsches Echolot vervollständigte die
navigatorische Ausrüstung. Auch für den Wetterdienst galt es, bei der meteoro-
logischen Beratung der Überführungsfahrt alle ihm zu Gebote stehenden Hilfs-
mittel und Methoden anzuwenden, zumal die Jahreszeit der Überführung schon
recht vorgeschritten war. Außerdem steht dem Wetterdienst auf dem Ozean,
abgesehen von den Azoren und den Bermuda nicht ein festgefügtes Netz von
Beobachtungsstationen zur Verfügung, sondern die drahtlos übermittelten Wetter-