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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

284 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1924. 
öfters bei Versuchen bestätigt; es ist möglich, daß derselbe bei unserer Auf- 
stellung von den verhältnismäßig großen Dimensionen der Kältequellen und der 
Wärmequellen im Vergleich zu den Dimensionen der dabei gebrauchten Küvette 
abhängt. 
Weitere Versuche mit Küvetten größerer Dimensionen werden uns die 
Andeutung geben, inwieweit diese Voraussetzungen richtig sind. ; 
Der Fall der Ver- 
Abbildung 3. legung der Wärme- 
und Kältequellen auf 
ein Niveau wurde von 
J, W. Sandström ex- 
perimentell mittels des 
Verfahrens der Fär- 
bung der Flüssigkeits- 
oberfläche (in einer 
vertikalen Küvette 
50 x 50 x 5 em) beob- 
achtet. Dieser Fall, so- 
wie der Fall der Ver- 
legung der Wärme- 
quelle in ein höheres 
Nivean als das der 
Kältequelle, wurde von 
J. W.Sandström auf 
folgende Art beschrie- 
ben!): „The results of 
the experiment were 
as follows: If the source of heat (the warm coil) stood ad the same level as the 
sold source, then the water stood still; but as soon as the warm coil was lowered 
there began a circulation whose intensity was in proportion to the increase in 
the difference in level between the warm source and the cold source,“ 
Wie aus unseren Versuchen hervorgeht, scheint diese Behauptung nicht 
richtig zu sein; es schien schon a priori zweifelhaft, daß zwischen auf einem 
horizontalen Niveau befindlichen Wärme- und Kältequellen keine Konvektions- 
ströme vorhanden wären. Obgleich unsere Experimente einstweilen nur. einen 
cein qualitativen Charakter hatten, kann man nichtsdestoweniger schon jetzt 
die Behauptung aufstellen, daß in die Folgerungen von J., W. Sandström 
wesentliche Korrektionen eingeführt werden müssen. Die Entstehung der 
Konvektionsströme hängt nicht nur von den Differenzen des Niveaus zwischen 
der Kältequelle und der Wärmequelle ab, sondern auch von anderen Ursachen, 
und die Bewegungen der Partikel haben nie einen zufälligen und ordnungslosen 
Charakter, sondern dieselben geschehen vollständig gesetzmäßig. Es wird möglich 
sein, diese Gesetzmäßigkeit durch quantitative Messungen zu bestimmen, da alle 
dazu nötigen Daten (z. B. die Intensität der Kälte- und Wärmequellen, die Dauer 
der Exposition, die Länge der Trajektorie der Partikel usw.) leicht zu erhalten sind, 
Zum Schluß mache ich mir zur angenehmen Pflicht, Herrn Professor 
W. J. Altberg, welcher mir den Vorschlag gemacht hat, dieses Problem zu 
untersuchen, und welcher mir alle dazu nötigen Materialien und Mittel zur Ver- 
fügung gestellt hat, meinen tiefsten Dank auszusprechen. 
Nachtrag?). Weitere Versuche mit Küvetten größerer Dimensionen zeigen, 
daß in dem Falle, wenn die Kältequelle unter das Niveau der Wärmequelle 
verlegt wurde, das System der in der Flüssigkeit entstandenen Ströme sich mit 
der Zeit im Zusammenhang mit der Temperaturschichtung ändert. Zuerst ent- 
steht eine gesamte Zirkulation zwischen der Wärmequelle und der Kältequelle; 
das zweite Stadium wird durch das Bestreben, außer der gesamten Zirkulation 
auch eine Bewegung der Partikel in einer horizontalen Richtung (im Zwischen- 
‘) Monthly Weather Review 1915, S. 161. 
2) Bei der Korrektur.
	        
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