Jakobi, N.: Photographische Methode zur Untersuchung der Konvektionsströme. 9283
wurde, geriet das Wasser zıfnächst in lebhafte und unregelmäßige Bewegung,
die sich indessen bald ordnete, wobei zwei horizontale Diskontinuitätsflächen
entstanden, von denen die eine die Oberkante der Kältequelle und die andere
die Unterkante der Wärmequelle tangierten. Nachher vermischten sich diese
Diskontinuitätsflächen allmählich und der Zustand endete in einem konstanten
vertikalen Temperaturgradient zwischen den früheren Diskontinuitätsflächen,
während die Boden-
schicht die Tempera-
tur der Kältequelle
und die Oberflächen-
schicht die Tempera-
tur der Wärmequelle
bekam. Das Wasser
stand nachher im
ganzen Gefäße still.“
Wie aus der Ab-
bildung 2 zu ersehen
ist (hier ist die Kälte-
quelleunter dasNiveau
der Wärmequelle ver-
legt), erfolgt die Be-
wegung der Partikel
vollständig regelmä-
Big, nämlich — die-
selben beschrieben ge-
schlossene Trajekto-
rien in der Form von
verlängerten Ovalen,
welche bis zu den
gegenüberliegenden
Seiten der Kürvette
reichen. Im Innern
dieser Ovale befinden
sich Ruhezonen; es
existiert auch keine
Zirkulation zwischen
der Kältequelle und
der Wärmequelle. Je-
doch bezieht sich die-
ses Ergebnis nur aus-
schließlich auf den
Fall, wenn die Wärme-
quelle und die Kälte-
quelle wesentlich von-
einander in der Verti-
kale entfernt sind und
bei der unteren Lage
der Kältequelle.
Bei näherer Lage der Kältequelle und der Wärmequelle, wie es aus der Ab-
bildung 3 zu ersehen ist, bekommt die Zirkulation des Stromes einen komplizierten
Charakter, da dabei außer der Bewegung der Partikel längs der Ovalen auch
eine gesamte Zirkulation zwischen der Kältequelle und der Wärmequelle entsteht.
Wie es scheint, muß in diesem Falle nicht nur die Lage und der vertikale Ab-
stand zwischen der Kältequelle und der Wärmequelle in Betracht gezogen werden,
sondern auch die Intensität dieser Quellen, d. h. es ist notwendig, damit die
gemeinsame Konvektion nicht vorhanden sei, daß die Größe des Temperatur-
gradienten zwischen den Flüssigkeitsschichten bei der Kältequelle und der Wärme-
quelle nicht eine gewisse Grenze überschreiten. Dieser Zusammenhang wurde
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