Kleinere Mitteilungen,
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9, Deviationsänderung durch Blitzschlag. Bericht des Kapt. Kirch-
hoff, D. „Antiochia“!l). Am 16. August 1924, während das Schiff in Habana
an der San Jos6-Pier lag, trat nachmittags von 2 bis 4!/, Uhr ein außerordentlich
schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen auf. Um 3 Uhr folgte Blitz
und Donner gleichzeitig Schlag auf Schlag für etwa 10 Minuten lang. Ganz
deutlich wahrnehmbar war ein zweimaliges Einschlagen des Blitzes in die Antenne
unter gleichzeitigem, lautem Geknister. Von der B. B.-Stengepardune im Vortopp
löste sich für 3 Sekunden lang intensiver Dampf ab. An den Sicherungen im
F. T.-Raum waren die Spuren der Einschläge auch deutlich zu bemerken.
Der Kurs des Schiffes an der Pier war per Kompaß N 50°W,. Als wir
am 18. August 4b Nm. Habana verlassen hatten, stellte ich auf dem Kurs S 76° W
eine Deviation von 4° O fest, gegen 0° früher. Da es sich bewölkte, konnte ich
an diesem Abend keine Runddrehung machen. Es wurde während der Nacht
unter großer Vorsicht an der Küste entlang gesteuert und am nächsten Morgen
mit langsamer Fahrt bei ganz ruhiger See eine volle Linksdrehung von 40 Minuten
Dauer gemacht. Vorher beschrieb ich unter Volldampf und Hartsteuerbord-Ruder
zwei Kreise zur Abschüttelung von etwa aufgenommenem, halbfestem Magnetismus.
Die größte Deviation vor dem Anlaufen von Habana war auf südlichen
Kursen vorhanden und etwa 2'°O. Bei der obigen Drehung wurde jedoch
14.7° O festgestellt. Ich lasse hier eine Aufstellung der berechneten Koeffizienten
vor und nach den Blitzeinschlägen folgen:
Vor den Blitzeinschlägen
Nach « «
Also war der
Deviationen hat sich
(etwa 1/„°) verloren.
B
CoD
FR
FR
H
+0.1° | +0.8° | = 1.49 ; +0,89 | +0,29 ? ?
+ 0.90 —0.1° | —136° | +0.5° | +0,29 +0.1° | + 0.1°
Koeffizient C um 12,2° verändert! Von diesen großen
is New Orleans, also nach 17 Tagen, noch sehr wenig
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. .
Schott, Gerhard: Physisehe Meereskunde.. Bei der Einfügung der Kossinnaschen Zahlen
3. umgearb. Aufl, 155 8., 39 Abb. Leipzig 1924, ist ein Versehen untergelaufen: ‚2440 m‘ liegt das
J. G. Göschen. nittlere Küstenniveau unter dem tatsächlichen
Nachdem einmal die Physische Meereskunde von Spiegelstand des Meeres; die Tiefe eines über der
Schott gezeigt hatte, wieviel sich doch von den »ngeebneten Eıdfeste stehenden Meeres wäre rund
Tatsachen und Anschauungen der ozeanographischen 2700 m. Die acht ansprechenden lithographierten
Wissenschaft bei kluger Auswahl und sicherem Tafeln mit ihrem Buntdruck sind durch Neu-
Vortrag in einem solchen Bändchen zusammen- zeichnungen ersetzt, die nun als ganzseitige Ab-
fassen läßt, ist es mit Genugtuung zu begrüßen, ‚ildungen im Text erscheinen. VUas kann doch
daß diese Nummer 112 der Sammlung Göschen ıicht als Mangel empfunden werden, bietet sogar,
nun wieder im Buchhandel zu haben ist und so anz abgesehen von der umfangreichen Erweiterung
wieder jedem, emptohlen werden kann, der sich ies Karteninhalts, bei der trefflichen Ausführung
einen guten Überblick über die physische Meeres- ier Zeichnung wie des Drucks ganz bestimmte
kunde verschaffen möchte. Vorteile, Aus Raumnot hat wohl auf die Karte
Auch diese dritte Auflage ist wieder sorgfältig ler Bodentemperaturen der Ozeane verzichtet werden
durchgesehen und zum Teil durch Neubearbeitung nüssen; ihr Hauptinhalt ist an die beiden Tiefen-
der betreffenden Abschnitte auf den seit 1910 er- zarten abgegeben, kommt aber hier doch nicht so
heblich fortgeschrittenen. Stand des Wissens ge- :indrucksvoll zur Wirkung, wie bei dem Neben-
bracht worden. Es hat seinen Reiz, "Text und :inander der drei Ozeane auf der Sonderkarte; zu-
Abbildungen mit der zweiten Auflage zu vergleichen lem ist der Indische Ozean auf jenen Karten als
and festzustellen, wie geschickt da im einzelnen Aanzes weggefallen. Bei der großen Schwierigkeit,
geändert, gebessert,. neu eingefügt, umgestellt, aus >2ine kurze Darstellung des Gezeitenphänomens zu
Raummangel weggelassen oder, wie z. B. das Schema geben, sind jetzt mit gutem Grunde Beobachtungs-
ozeanischer Zirkulation, als den heutigen Anschau- ;atsachen uns nahe gelegener Meeresteile selb-
ungen nicht mehr entsprechend, verworfen ist; ein ständiger neben die reinen "Cheoreme gestellt und
solcher Vergleich läßt auch erkennen, wie viel von iurch gut gewählte Abbildungen zur Anschauung
dem gewonnenen Fortschritt deutscher wissenschatt- xebracht worden. Vielleicht hätten sie auch noch
licher Arbeit zu verdanken ist. durch Anwendung der Theoreme einer gewissen
1) Freundlichst übermittelt von der Hamburg-Amerika-Linie.