20 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1924.
Funksignalreihe bis 15 Sm Abstand messen, während sie am Beginn des Luftschall-
signals mit Hilfe der Wasserschallsignalreihe oder mit Hilfe der Funksignalreihe
bis zu 31/, Sm gemessen werden könnten. 15-0.232 = 3.48. Die Wiederkehr aller
An der Sende-Stelle ' drei Signalarten ist auf 45 Sekunden be-
2172 2 21 Luft-Schalt messen. Alle drei haben als Kennung das
17 a Morsezeichen G. Beim Funksignal bean-
E „mm Wosser-Schall „|. sprucht es 31/, Sekunden Zeit, wobei der
zeit | @@7-Punkt als Null der bis 15 gehenden Zähl-
Oi reihe gilt, deren Signale je 1.291 Sekunden
Eu Fenmk-Signale „„i,, Auseinanderliegen. Die Wasserschallsignal-
V——— reihe setzt 5 Sekunden nach Schluß ihres
In 3 Sm Abstand | 3 Sekunden beanspruchenden Buchstabens G
SS Luft- Schall ein, und die Lage ihres Anfangspunktes
; | gegen die Funksignalreihe gibt auf dieser
«+ =) ‚Wasser Schall m... den Abstand in Seemeilen, im unteren
Zeit ° Schaubild 3 Seemeilen, Für die Luftschall-
7 ® 3 *"* signale ist der Anfang ihres 7 Sekunden
wbugunsaguaheıs Funk- Signale mu|., dauernden Buchstabens @ der‘ zur Ab-
; standsmessung maßgebende Zeitpunkt. Er
fällt im unteren Schaubild zeitlich ‘mit der Ordnungszahl 6 der Wasserschall-
signalreihe zusammen, was 6 halbe Seemeilen Abstand bedeutet, und in der
Funksignalreihe auf die Ordnungszahl 12.9, was einen Abstand 12.9 X 0.232 = 35m
anzeigt. 5 Sekunden ehe das G der Luftschallsignale beginnt, endet ein in Luft-
schall gegebener Morsebuchstaben HM, der die Aufmerksamkeit auf das nun an-
kommende Meßsignal richten soll. Die wesentlichen Signalpunkte sind durch
Pfeile hervorgehoben. Die starke zeitliche Vergrößerung, mit der das Luftschall-
signal den Abstand nach der Wasserschallsignalreihe und noch mehr nach der
Funksignalreihe anzeigt, fällt in die Augen, Da der Luftschall etwas später als
der Wasserschall ankommt, gelten bei fahrendem Schiff die zwei Abstands-
bestimmungen für zwei etwas verschiedene Zeiten und Orte.
Berlin, Dezember 1923. H. Maurer.
a
Kleinere Mitteilungen.
1. Das Beobachtungsmaterial von Schiffen und dessen mechanische Aus-
wertung. In Nr. 10, Oktober 1923, der holländischen Zeitschrift „De Zee“, ist
ein Artikel erschienen, in welchem eine mechanische Auswertung meteorologischer
Beobachtungen empfohlen wird, um die mühselige, zeitraubende Arbeit des Aus-
suchens und Zusammenstellens aus den zahlreichen meteorologischen Tagebüchern
zu erleichtern und zu vereinfachen. Es geschieht in der Weise, daß aus den ein-
gehenden Tagebüchern kurze Auszüge auf kleine, vorgedruckte Karten, welche
nach Gradfeldern geordnet sind, gemacht werden und die, in Päckchen zusammen-
gelegt, durch eine besondere Sortiermaschine geordnet werden, So daß man jeder-
zeit Beobachtungen für eine bestimmte Gegend herausnehmen kann, ohne das
mühselige Suchen in den betreffenden Tagebüchern. Bei der meteorologischen
Station in London ist dies Verfahren zuerst eingeführt, man nennt. es das
„Hollerith-System“.
Der Verfasser des Aufsatzes in der Zeitschrift „De Zee“, Herr P. M, van Riel,
betont darin, daß das königlich niederländische meteorologische Institut in de Bilt
im Besitz der stattlichen Anzahl von 10000 meteorologischen Tagebüchern von
Schiffen ist. Wenn diese Menge von Beobachtungsmaterial schon die Beschaffung
der vorerwähnten Hilfsmittel notwendig erscheinen läßt, um wieviel mehr ist diese
Neuerung bei der Deutschen Seewarte angebracht, welche über eine Sammlung
von 35000 meteorologischen Schiffstagebüchern verfügt! ,
Leider ‚stehen der Deutschen Seewarte nicht die Mittel zur Verfügung, diese
praktische, für wissenschaftliche Arbeiten wünschenswerte Einrichtung beschaffen
zu können, und es ist zu bedauern, daß ein kleineres Institut, wie in de Bilt,
leichter in der Lage ist, für Schiffahrt und Wissenschaft wertvolle Arbeiten in
rürzerer. Frist liefern zu können als die Deutsche Seewarte. H. Raegener.