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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Schulz, B.: Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes, 271 
sofort bei Beginn der Lotung, sondern erst eine kurze Zeit nach Schuß- 
abgabe, wenn die gebeugte Schallwelle an dem Echoempfänger bereits 
vorbeigelaufen ist, durch die Echomikrophone betätigt werden kann. 
Dadurch ist die durch die bisherige Konstruktion des Kurzzeitmessers 
bedingte und von der Form und der Bewegung des Schiffes abhängige 
Tiefengrenze der Benutzbarkeit des Behmlotes mit Kurzzeitmesser 
beseitigt. Bei den Dimensionen der „Hansa“ würde hinfort so verfahren werden, 
daß bis etwa 50 m Tiefe die Abschirmung ausgenutzt wird, bei darüber hinaus- 
gehenden Tiefen aber die Abschaltung in Wirksamkeit tritt. Die Einzelheiten 
seien später zusammen .mit den weiteren Veränderungen im neuen Modell des 
Behmschen Kurzzeitmessers für normalen Bordgebrauch beschrieben. 
(Schluß folgt.) 
Zur Längenbestimmung aus Sternbedeckungen. 
Von E. Hamanke. 
(Hierzu Tafel 21.) 
Für die praktische Auswertung der Sternbedeckungen gibt das Nautische 
Jahrbuch in seinen Erklärungen die erforderlichen Formeln. Wegen deren Ab- 
leitung verweist es auf die Annalen der Hydrographie usw. 1909, Augustheft. 
Dort sind die beiden grundlegenden Gleichungen mit Hilfe von Raumkoordinaten 
gewonnen worden. Die Entwickelung läßt sich jedoch: auch mit denjenigen 
mathematischen Hilfsmitteln durchführen, die in den Lehrbüchern der Navigation 
allgemein üblich und dem Seefahrer vertraut sind. Sie gewinnt dabei sogar an 
Anschaulichkeit. Ihr Verlauf gestaltet sich dann etwa folgendermaßen: 
In Figur 1, Tafel 21, stelle G das zu bedeckende Gestirn dar, der untere 
Kreis die scheinbare Mondscheibe. Die Zeichnung gewährt also den Anblick, 
den man nördlich von der Mondbahn beim Beginn der Sternbedeckung hat. 
GB sei ein Stück des zum Stern gehörigen Stundenkreises, GE ein Teil des ent- 
sprechenden Vertikalkreises. 
Wegen der Strahlenbrechung und des Verschubes werden aber weder Stern 
noch Mond an ihren wahren Örtern gesehen. Da jedoch die Strahlenbrechung 
die scheinbare Lage des Sternes genau so beeinflußt wie die des benachbarten 
Mondrandes, kann sie das Bild nicht ändern und daher auch nicht auf den Zeit- 
punkt des scheinbaren Eintritts einwirken. Mithin braucht sie hier nicht be- 
rücksichtigt zu werden. Anders ist es mit dem Verschub. Während der Stern G 
und mit ihm sein Stundenkreis (im wesentlichen) die alte Lage beibehalten, ist 
der wahre Mondort (der obere, schraffierte Kreis) in der Richtung nach dem 
geozentrischen Zenit hin zu suchen. Der Punkt G des scheinbaren Mondrandes 
liegt also in Wirklichkeit in E und der Mondmittelpunkt statt in ) in M,. 
Bei der dargestellten Lage der Gestirne hat somit zur Zeit des scheinbaren 
(beobachteten) Beginns der Sternbedeckung der Mondmittelpunkt (M,) den Stunden- 
kreis des Sterns bereits passiert, und zwar hat er seit dem im Nautischen Jahr- 
buch angegebenen Zeitpunkt T, die Strecke M,M, durchlaufen. Die dazu nötige 
Zeit und daher zunächst die Größe dieser Strecke müssen berechnet werden, 
Nun ist der Mondverschub ) M, = GE = Z-r-.cosh', wo h’ die geozentrische 
Höhe von G bedeutet. Dann folgt aus dem rechtwinkligen Dreieck GBE: 
EB = EG.sinQ = ArcoshN.sinQ 2.2.0.0... U) 
und GB= EBetgQ. ..0.0000000000000040000 4440. 0) 
Als Winkel zwischen dem Stunden- und Vertikalkreis von G ist X. Q der 
parallaktische Winkel des zugehörigen nautischen Dreiecks. Mithin ist 
'sinQ = cos g’- sin t 
28h 
und tg g’ cos d = sin d cost +sintetg Q., 
woraus folgt 
eto 
__ sin #’ cos $ — cos g’ cos t sin $ 
cos w' sin 1
	        
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