270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1924.
Lotungen auf D. S. „Hansa“, Kapt. Graalfs, am 29, Mai 1924 westlich von Holland.
Tiefe
Uhrzeit
Position
N-Br. | O-Lg.
mit Behmlot | |
ermittelt Thomsonlot Karte
Bemerkung
93 V
1000
1030
1100 3
[145 35
1200 »”
Al
28,5
25,5
24.5
255
29,5
26.5
ai
28
24. 20
27,26, 22
99
F-Sch. „„Haaks‘“ 0.2 Sm
querab
1208 Nm.
200
230 N
30
405
57
8,
745
4 4.
26.0
25,0
265
30.5
25.0
28.0
24,5
255
26
23, 24
29, 29
92
28, 21
25, 26
22, 24
99
223 Nm. F-Sch. ‚.Ter--
schelling“ passiert.
1/4 Sm querab F-Sch,
„Norderney“
Gelegentlich wurden noch Tiefen bis zu 130m gelotet, doch traten in diesem
Bereiche häufig Fehllotungen ein. Diese sind durch folgende Verhältnisse be-
dingt: Das vom Meeresboden heraufkommende Echo muß unbedingt stärker als
die Schiffsgeräusche und ebenfalls unter allen Umständen stärker als der an das
Echomikrophon gelangende um den Schiffskörper. herum gebeugte Schall sein.
Das erstere ist bei richtiger Einstellung des Kurzzeitmessers immer der Fall und
wird geregelt durch Einschaltung von Widerständen zwischen Echomikrophon
und der Bremse des Kurzzeitmesserrades, Der Kurzzeitmesser arbeitet überhaupt
nicht, wenn hier nicht die richtige Einstellung gemacht ist. Die Intensität des
um den Schiffskörper herum gebeugten Schalles hängt ab von den Dimensionen
des Schiffes, also von der Abschirmung. Da nun mit wachsender Tiefe und
gleichbleibender Schußstärke die Intensität des Echos abnimmt und schließlich
unter die Intensität der Schiffsgeräusche sinkt, also den Kurzzeitmesser nicht
mehr betätigt, muß dann eine stärkere Patrone gewählt werden Schließlich ist
aber der Moment erreicht, wo der gebeugte Schall dem Echo intensitätsgleich
wird, dann versagt die Abschirmung, und die natürliche Grenze der Verwend-
barkeit der bisher benutzten Form des Kurzzeitmessers ist erreicht. Diese lag
bei D.S. „Hansa“ bei der eingebauten Lage der Mikrophone bei 90 m Tiefe,
bei kleineren Schiffen ist diese .Grenze bereits in geringerer Tiefe. Bei
ruhigem Wetter und glatter See, also geringen Schiffsgeräuschen, konnten größere
Tiefen gelotet werden. Unter diesen Umständen war es möglich, den zwischen
Echomikrophon und Kurzzeitmesserrad eingeschalteten Widerstand niedrig zu
halten, es genügte also eine schwächere Patrone und ein schwächeres Echo als bei
unruhigem Wetter, um die Bremse des Behmlotes zu betätigen. Außerdem wurde
auf D. S. „Hansa“ die Abschirmung durch Wahl möglichst weit voneinander ent-
fernter Mikrophone noch beträchtlich vergrößert, und es gelang unter Ausnutzung
dieser Möglichkeiten bis 130 m Tiefe zu loten. Diese Erfahrungen wurden auf
zwei weiteren Fahrten von D.S. „Hansa“, auf denen sich der II. Offizier, Herr
Busch, dem Behmlot besonders gewidmet hatte, durchaus bestätigt. Es gelang
sogar bis 158.8 m zu loten.
Dies ist natürlich für die Praxis zu umständlich und führt in Nähe der
Tiefengrenze außerdem leicht zu Fehllotungen. Schon ein vorübergehend stärkeres
Arbeiten des Schiffes setzt den Tiefenbereich der Lotungsmöglichkeit herab. Um
diese Schwierigkeit zu beseitigen, hat Behm eine einfache, aber wichtige Kon-
struktionsänderung am Kurzzeitmesser angebracht, nämlich die verspätete
Empfängereinschaltung oder die Abschaltung, wozu die im Kurzzeitmesser
vorhandene Kontrolle benutzt wird in Verbindung mit einem Relais. Der Grund-
gedanke ist, daß die Bremse des Kurzzeitmesserrades nicht wie bisher