268 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1924,
eines besonderen Abgangsempfängers im Augenblick der Knallerzeugung nieder-
geschrieben. Die Einwirkung des Abgangsempfängers auf den Sonometerfaden
ist durch Widerstandseinschaltung absichtlich stark geschwächt, um zu Anfang
der Niederschrift der Deutlichkeit wegen nur einen so kleinen Ausschlag ent-
stehen zu lassen, als gerade noch erforderlich, um den Beginn der Lotung
erkennen zu lassen. Nr. 2 zeigt die Registrierung einer Lotung bei ähnlicher
Tiefe wie bei Nr. 1. Nr. 3 gibt die Registrierung einer Tiefe von ungefähr 30 m.
Die Registrierung Nr. 4 gibt ein gutes Beispiel für die Empfindlichkeit der
ganzen Methode, Bei einer Wassertiefe von-37 m war bei einem stilliegenden Schiff,
und zwar mit größerem Tiefgang als oben angegeben, eine linsenförmige luft-
gefüllte Eisenscheibe von 1', m Durchmesser auf 15 m unter Kiel in hori-
zontaler Lage versenkt worden. Eine Lotung gab das in Nr. 4 wiedergegebene
Diagramm, Es ist der Beginn der Lotung durch das Abgangsmikrophon über-
mittelt und durch das Echomikrophon das Echo von der Scheibe in 15 m Tiefe
und vom Grunde in 37 m Tiefe, Trotz der geringen Oberfläche der Scheibe ist
die Stärke des Echos fast die gleiche wie die des vom Meeresgrunde zurück-
kehrenden, Dies läßt den Schluß zu, daß das Echo auch von großen auf dem
Boden liegenden Steinen zurückgeworfen wird. Bei entsprechenden Versuchen mit
dicht unter der Oberfläche befindlichen Minen ergaben sich ungünstigere Auf-
zeichnungen, weil das Echo von einer Kugelmine infolge der starken Zerstreuung
nur sehr schwach ist.
Das geschilderte photographisch registrierende Behmlot konnte bei diesen
arsten Versuchen bis zu Tiefen von 40 m erprobt werden. Nach den von der
deutschen Marine mit dieser Methode durchgeführten Versuchen wurden nach
H. Maurer gute Ergebnisse erzielt. Die Erprobungen wurden bei Fahrt-
geschwindigkeiten bis zu 11 Sm ausgeführt. Zu höheren Fahrten war keine
Gelegenheit gegeben!). Daß auch ozeanische Tiefen damit bestimmt werden
können, ist im Prinzip klar und nur eine Frage der Intensität des Knalles. Das
Instrument mit rotierendem Spiegel gestattete nach der Länge des Films die
Feststellung von Tiefen bis zu etwa 1000 m. Für die Messung größerer Tiefen
war der erste konstruierte Apparat mit bewegtem Film bereits geeignet. Ein
für wissenschaftliche Zwecke gebautes bordbrauchbares Instrument dieser Art
ist in Abb. 5 auf Tafel 20 dargestellt. Die Bogenlampe ist deutlich sichtbar,
desgleichen die Stimmgabel mit Klöppel, ebenso das Sonometer und die beiden
Kassetten für den unbelichteten und belichteten Bromsilberpapierfilm. Aber auch
das besser durchgearbeitete, oben beschriebene Instrument mit Spiegel und festem
Film ist für die Registrierung größerer Tiefen, nach geringen Umänderungen, ver-
wendbar. Leider aber verhinderten äußere Umstände, insbesondere die durch
den Krieg geschaffene Lage, die Erprobung und Ausnutzung der Instrumente
auf großen Tiefen, Später wird auf das photographisch registrierende Behmlot
als auf ein für die Tiefseelotung geeignetes Echolot zurückzukommen sein.
Mit dem beschriebenen photographisch registrierenden Behmlot war eine
praktisch verwendbare Lösung des akustischen Lotproblems gegeben, doch haftet
ihr der Übelstand an, daß die Bedienung geschultes Personal erfordert und daß
die Lotung trotz technisch vollendeter Durchbildung bis zum fertigen Photogramm
etwa 15 Sekunden beansprucht, hinzu kommt noch die Auswertung, die allerdings
mit Hilfe einer zweckmäßig geteilten Glasscheibe schnell ausgeführt ist. Der
Wunsch, ein für die Handhabung einfacheres und auch schnelleres, somit für
die Handelsmarine geeigneteres Verfahren zu erhalten, führte zu weiteren Ver-
suchen, die Echozeit auf eine andere Weise exakt zu messen. Dies gelang Behm
durch die Konstruktion seines Kurzzeitmessers.
6. Das normale Behmlot mit Abschirmung, aber olıne Abschaltung,
und Erfahrungen damit auf D. S. „Hansa“,
Das Prinzip des ebenso einfachen wie sinnreichen Kurzzeitmessers ist
folgendes: Eine genau ausbalancierte Scheibe wird bei Beginn der Lotung durch
den Elektromagneten festgehalten und spannt dabei eine Feder. Im Augenblick
ı H. Maurer. Das Eecholot. Marine-Rundschau 1922. S. 350.