Schulz, B.: Geschichte und Stand der Entwicklung des Behmlotes, 265
Objektive zur Anwendung gelangt. Um den Film im richtigen Augenblick zu
beleuchten, ist ein photographischer Verschluß (20) vorgesehen, der von einem
Magneten (21) bedient wird. Dieser Verschluß arbeitet mit einem Schaltwerk (22)
zusammen, das durch die Achse des rotierenden Spiegels (11) angetrieben wird.
Der Spiegel selbst wird durch das Uhrwerk (23) in dauernde Rotation versetzt.
Soll eine Echolotung stattfinden, so ist ein auf der Brücke angeordneter Schalt-
hebel zu bedienen, der das Schaltwerk in den Gang des rotierenden Spiegels
einkuppelt. Hierdurch wird nun bewirkt, daß sich im richtigen Moment, das
heißt bei einer ganz bestimmten Spiegelstellung in bezug auf den Anfang der
Papierbahn, der photographische Momentverschluß (20) Öffnet, und eine ent-
sprechende Zeit danach automatisch die Zündung der Echolotpatrone erfolgt.
In der Zwischenzeit hat sich der rotierende Spiegel alsdann so weit verdreht,
daß der Beginn des Lotschusses auf dem Anfang des Papierstreifens zur Nieder-
schrift gelangt. Das Schaltwerk arbeitet während dieser Zeit weiter, und schließt
den photographischen Verschluß noch früher, als der Spiegel eine ganze Um-
drehung zurückgelegt hat. Dadurch ist verhindert, daß eine zweimalige Be-
lichtung des Papierfilmes stattfindet. Nachdem das Schaltwerk diese Funktion
ausgeführt hat, kuppelt es sich von selbst aus, während der rotierende Spiegel
bis zu dem Augenblick weiterläuft, wo das Uhrwerk abgestellt wird. Der Lauf
des Uhrwerks ist regulierbar, so daß der Beginn der Niederschrift stets genau
auf die gleiche Stelle des Photogrammes fällt, und so eine Tiefenmeterteilung
mitphotographiert werden kann zur schnellen Ablesung. Genaue Werte liefert
die Zeitkurve. Die Bahn des Papierstreifens (12) kann den jeweils zu messenden
Wassertiefen entsprechend abgedeckt werden durch Verstellen eines Schiebers,
wodurch die belichtete Filmlänge gekürzt wird. Dies ist zweckmäßig, da
man sonst für eine Lotung auf 10m Wassertiefe einen ebenso langen Film-
streifen belichten würde wie bei 1000 m. Der Papierstreifen besitzt eine Breite
von 50 mm und besteht aus hochempfindlichem Bromsilberpapier, das auf
einer Vorratstrommel (24) aufgewickelt ist. Ein Zählwerk (25) zeigt den jeweils
vorhandenen Papiervorrat an. Die Vorratstrommel kann 50 bis 100 m Film
aufnehmen, so daß bei kleineren Wassertiefen 500 bis 1000 Aufnahmen er-
folgen können. Der Papierstreifen ist in einer kreisförmig gebogenen Bahn ge-
führt, und zwar so, daß die Schichtseite dem rotierenden Spiegel zugekehrt ist.
Eine Anzahl von Rollen sorgt für die Führung und den Transport des Filmes
nach einer Lotung. Der Transport geschieht durch eine Kurbel (26), die auf
der Zeichnung abgebrochen dargestellt ist. Bei einer einmaligen Umdrehung
derselben wird das Zahnrad (27) ebenfalls einmal herumgedreht, und dadurch
der Papierfilm um die Bahnlänge verschoben. Dadurch wird derselbe gleich-
zeitig in die Entwicklungskassette (28), die schon mit Entwickler (Rodinal,
etwa 1:8) angefüllt ist, hinein- und hindurchgeführt. Am Ende der Drehung
der Kurbel (26) wird durch ein Messer der Papierfilm abgeschnitten, was durch
die Messernase (29) bewirkt wird. Auch in dem Entwicklergefäß ist der Papier-
film in einer gekrümmten Bahn geführt. Durch einen entsprechenden Schieber,
der‘ mit einer. Luft- und Flüssigkeitsdichtung versehen ist, der sich nur
während des Transport des Films automatisch öffnet, sonst aber verschlossen
ist, ist eine fälschliche Belichtung des Papierfilms verhindert, und ein Verschütten
von Entwicklerflüssigkeit bei Seegang unmöglich gemacht. An dem eben er-
wähnten Schieber. ist auch das mit Fixierbad getränkte Polster (31), das sich
ebenfalls nur mit den Dichtungen zugleich öffnet und schließt, in feste Ver-
bindung gebracht. Die Entwicklung des Photogramms ist in etwa 8 bis 5 Sekunden
vollendet (es ist natürlich zweckmäßiger, den Entwickler weniger konzentriert
zu wählen und länger zu entwickeln). Alsdann öffnet man den Deckel (32) der
Entwicklungskassette und zieht den abgeschnittenen Papierstreifen (12) einfach
aus der Kassette heraus, wodurch das im Gefäß (33) befindliche saure Fixierbad,
das von einem -Docht (34) den Polstern (31) zugeführt wird, den am Film an-
haftenden Entwickler beim Durchziehen des Papierstreifens vernichtet und un-
wirksam macht. Man kann alsdann den Film durch Ablesen an der Tiefen-
skala sofort auswerten, um das Lotergebnis zu erhalten. Auch hier empfiehlt es