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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Pape, C.: Über die Verwendbarkeit des Interferometers zur Bestimmung des Salzgehaltes usw. 253 
achtungsbereich ist bis auf etwa 2500 Tr T ausgedehnt. Entsprechend liegen die 
in Tr T ausgedrückten Temperaturkorrektionen unterhalb der Abszissenachse, 
Ein praktisches Beispiel möge den Gebrauch der Tafel erläutern: Es 
sei mit der 1 cm-Kammer bei 25°C IW (korrig.) = 1000, Für IW = 1000 ergibt 
Ablesung und Berechnung 4S== 6.710 bei t == 18°. Da die Interferometer- 
werte bei höherer Temperatur abnehmen, so ist die Korrektion für At = 7° zu 
addieren; sie beträgt 0.155%.,. Folglich ist der wahre Salzgehaltsunterschied 
6.71 + 0.155 = 6.865°%,. Oder man addiert direkt zu 1000 die Korrektion für 
7°.in TrT = 25TrT. Bei 18° würde die Ablesung demnach 1025 sein. Dies 
entspricht einem AS von 6.87° o. Der geringe Fehler von 0.015%,) spielt für 
die 1 cem-Kammer keine Rolle, da er dem subjektiven Einstellungsfehler 0.014°%/ 9 
gleichkommt. 
Bei der Bestimmung ozeanischer Wasserproben auf titrimetrischem Wege 
wird im allgemeinen eine Meßgenauigkeit von 0.02%, erstrebt. Tabelle 5 gibt 
Auskunft über die für 7 verschiedene Salzgehalte sich ergebenden Temperatur- 
grenzen (auf !/,° abgerundet), und zwar für die 4- und 2 cm-Kammer berechnet 
für einen Fehler von 0.02%, für die 1 cm-Kammer für einen Fehler von 0.05 °%/,0. 
Die vorletzte Zeile (Tabelle 5) ist praktisch von großer Bedeutung, da sie den 
„Grenzfall“ darstellt bei einer Ablesung von etwa 1500—1600 TrT. Für die 4cm- 
Kammer sind somit Temperaturschwankungen bis zu 2.5° bei der zu erstrebenden 
Genauigkeit von 0.02%.) belanglos, für die 2 em-Kammer nur noch solche von 
1°; bei der 1 em-Kammer für einen Fehler von 0.05°% ) eine Schwankung bis zu 
1.5°, Geht man über die Grenzbeobachtung hinaus, so nimmt die Empfindlichkeit 
des Apparates in bezug auf Temperaturschwankungen wesentlich zu, wie aus der 
letzten Zeile der Tabelle 5 zu ersehen ist. 
Tabelle 5. '"Temperaturgrenzen für die Genauigkeit von 0.02%) bzw. 0.05 °/09- 
4 em-Kammer 1 
Genanigkeit: 0.02% 09 
| Temp. 
48% | IrT | Grenze 
0.50 300 
1.00 590 
1.50 890 
2.00 1180 
2.50 1490 
2.60 „1570 
4.00 2475 
13° 
Mi 
585 
See 
25 
da 
‚5° 
2 em-Kammer | 
Genauigkeit: 0.02 % 9 
{ T - 
AS% | Tr | Zemp- 
1.00 ca. 275 6° 
2.00 550 39 
3.00 830 20 
4.00 1110 1.5° 
5.00 1410 1° 
5.20 | 1475 1° 
3.00 2415 0.5° 
1 em-Kammer . 
Genauigkeit: 0.05% 09 
"Temp.- 
48% | TrT | Gm 
2.00 
4.00 
6.00 
8.00 
10.00 | 
10.40 | 
16.00 
ca, 285 8° 
580 8 
900 2,.5° 
12215 2.0° 
1550 1.5° 
1610 1.5° 
2600 1.0° 
Es ist eigentlich recht auffallend, daß bislang noch von keiner anderen 
Seite!) über die Verwendbarkeit des Interferometers für ozeanographische Zwecke 
berichtet worden ist. Es liegt auf der Hand, daß mit der Ermittelung des Salz- 
gehaltes allein die Verwendungsmöglichkeit des Apparates keineswegs erschöpft 
ist. Es ließen sich gewiß manche für das Süßwasser längst durchgeführte Methoden 
auf das Meerwasser übertragen. In diesem Zusammenhang mag auf die Arbeit 
von Breest?) hingewiesen werden, der eine interferometrische Untersuchung des 
Bodensees vorgenommen hat. Die geringe Zahl der Beobachtungen und die Un- 
zulänglichkeit der angewandten Methoden läßt allerdings in diesem Falle nur 
ganz oberflächliche Schlußfolgerungen zu. Trotzdem bietet die Arbeit mancherlei 
Anregung. Breest machte die auffallende Beobachtung, daß aufbewahrte Süß- 
wasserproben bei der Untersuchung mit einer 4 cm-Kammer nach einigen Tagen 
ihre Konzentration nicht unbeträchtlich geändert hatten, in manchen Fällen pro 
Tag 3—4 Trommelteile. Die Werte waren besonders hoch bei CO,-reicheren 
Tiefenproben. Ein Ansteigen des Interferometerwertes war sogar .nach Aus- 
+) abgesehen von der kurzen Notiz F, Nansens, s. Annalen d. Hydr. 1922 S, 194, Fußnote. 
2) Fr. Breest +, Eine interferometrische Untersuchung des Bodensees, . Internat. Revue d. 
gesamt, Hydrobiol. u. Hydrogr., XI, Nr, 3—4, Mai 1923.
	        
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