Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1924.
Als Schwerpunkt aller am Abend angestellten Farbenbeobachtungen. ist
C, = 4.27, h= 0.93838° anzusehen, als. Schwerpunkt aller Frühbeobachtungen
Cm= 4.36, h = 0.977° Die Zahlen stimmen wenig zu den Kurven, und die. Ur-
sache ist das Überwiegen der Farbenangaben in den kleineren Höhen. ;
Der merkwürdige Gang des Unterschiedes zwischen Morgen und. Abend
würde nicht geändert werden, wenn man das Beobachtungsmaterial in eine andere
Skala brächte, als hier geschehen ist. Wäre es gestattet, die Zahlen für:2,8° mit-
zunehmen, so würden sie vielleicht andeuten, daß das hohe Maximum von C, — Cm
ebenso schnell erreicht würde, wie es später verloren geht. Da jedoch für A = 3.0°,
also für die erste der 5 hier eingegangenen Sonnenhöhen, am Morgen nur 5 und
am Abend nur 3 Beobachtungen vorlagen, hielten wir es für besser, h = 2,8°
noch auszuschließen.
Läge von einem anderen Beobachter eine entsprechende, auch in demselben
Klima erhaltene Bestimmungsreihe vor, . so würde sie vermutlich einen etwas
anderen Gang ergeben als die unsere, und zwar weil hier eine Übereinander-
lagerung von dem objektiven und dem subjektiven Gange eines Phänomens vor-
liegt. Unser Beobachtungsort hat y = 51° 58’, 4 = 7° 38’ und die Seehöhe von 76 m.
An die Möglichkeit einer Scheidung der Ergebnisse nach Jahreszeiten und
nach Jahren. ungestörter und gestörter optischer Verhältnisse in der Atmosphäre
ist wohl noch kaum zu denken, das Erste namentlich auch darum nicht, weil
aus äußeren Ursachen die Sommerbeobachtungen sehr viel zahlreicher als die
Winterbeobachtungen sind.
Das einzige Instrument, das. bei den Feststellungen dieser Art nicht ent-
behrt. werden kann, ist eine durchaus zuverlässige Uhr; sonst sind nur Fleiß und
gesundes Empfinden nötig, natürlich- auch eine einigermaßen brauchbare: Beob-
achtungsstelle, . Diese sowie die Möglichkeit scharfer Zeitangaben würde auf
hoher See am einfachsten gegeben sein, und vielleicht benutzen. die seefahrenden
Leser dieser Zeitschrift die Anregung, um einmal selbst mit dem Beobachten
anzufangen, in der Hoffnung, daß nach vielen Jahren etwas dabei herauskommen
werde, Bei den etwas größeren Sonnenhöhen müßte man das Auge vielleicht
gegen die Störung durch die beleuchteten Wogen schützen.
Es zeigt sich hier wieder, wie so oft auf dem Grenzgebiete der beob-
achtenden Naturwissenschaft und der Psychologie, daß Feststellungen, die man
anhaltend fortgesetzt hat, ohne sie zunächst als Selbstzweck zu betrachten, auf
einmal einen ungeahnten Wert erhalten können.
Münster, 28. Oktober 1923.
Schall- und Funksignale zur. Abstandsbestimmung bei Nebel.
Auf dem dänischen Feuerschiff Graadyb werden laut Nachr. für Seefahrer
Nr. 2724/1923 neuerdings Unterwasserschall- und Funksignale bei Nebel in solcher
Anordnung gegeben, daß ein Schiff, das diese Signale abhört, damit außer der
Richtung des Feuerschiffes auch dessen Abstand bis auf 12 Sm Entfernung be-
stimmen kann. Das Verfahren beruht darauf, daß gleichzeitig mit einem
Wasserschallsignal eine Reihe gleichabständiger Funksignale beginnt.
Man braucht nur die Funksignale zu zählen, deren Anfangssignal die Ordnungs-
zahl 0 erhält, und zu beobachten, beim wievielten Funksignal das Wasserschall-
signal beim Schiff ankommt. Seine Ordnungszahl gibt den Abstand in Seemeilen
an. Bruchteile von Seemeilen schätzt man.danach, wie das Wasserschallsignal
den Zeitabstand zweier benachbarter Funksignale teilt.
_ Da die Funksignale rund mit Lichtgeschwindigkeit (300000 km/sec) laufen,
stellen sie einfach gleichabständige Zeitpunkte.vor und müssen sich nur in einem
Zeitabstand folgen, in dem der Schall im Wasser eine Seemeile zurücklegt, also
in es — 1.291 Sekunden, da die Seemeile — 1852 m und der Schallweg im Wasser
je Sekunde etwa 1435 m. ist,