Ann. d, Hydr. usw., LIL Jahrg. (1924), Heft XI.
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Über die Verwendbarkeit
des Interferometers zur Bestimmung des Salzgehaltes von Meerwasser.
Weitere Ergebnisse.
von Dr. C. Pape, Hamburg.
(Hierzu Tafel 19.)
Im Heft VII, Jahrg. 1922 dieser Zeitschrift, veröffentlichte Verfasser unter
demselben Titel eine Arbeit, die es sich in erster Linie zur Aufgabe machte, einer-
seits die Schwierigkeiten in der Handhabung des Apparates aufzudecken und in
Form einer kleinen Übersicht („praktische Erfahrungen“) zusammenzustellen,
andererseits die Messungsergebnisse rechnerisch und graphisch darzustellen.
Es sei nur zusammenfassend gesagt, daß die Interferometrie gegenüber
der Titration nicht nur den Vorteil größerer Genauigkeit aufweist (subjektiver
Einstellungsfehler bei der 4 cm-Kammer 0.0034 °% 7), sondern außerdem gestattet,
durch passende Auswahl der Untersuchungskammer sich dem jeweilig gewünschten
Genauigkeitsgrad anzupassen.
[nzwischen sind die Untersuchungen mit dem Interferumeter auf der
Deutschen Seewarte fortgesetzt worden. Zunächst fragte es sich, ob der Apparat
auf die Dauer ein schnelles und einwandfreies Arbeiten ermöglicht. Was die
Arbeitsdauer bei der Messung von Serien anbelangt, so läßt sich bei einiger
Übung die Interferometrie schneller ausführen als die Titration. Dies gelingt
vor allem für die kleineren Kammern von 1 und 2 cm. Naturgemäß erfordert
die Säuberung, Füllung und besonders der Temperaturausgleich bei der 4 cm-
Kammer mehr Zeit als bei den kleineren. Zu dem Vorteil der Zeitersparnis
kommen weiterhin die außerordentlich geringen Betriebskosten, auf die schon
früher hingewiesen worden ist, und nicht zuletzt ist das Arbeiten mit nur wenigen
Kubikzentimetern Seewasser bequemer als das Umgehen mit stark färbenden
Substanzen wie AgNO,; und K,CrO,. Von Zeit zu Zeit angesetzte Kontrollen
durch Titration ergaben durchaus befriedigende Resultate. Es mag gleich hier
erwähnt werden, daß seit Herbst 1922 fast alle Salzgehaltsbestimmungen auf der
Seewarte mit dem Interferometer durchgeführt und nur noch gelegentlich auf
titrimetrischem Wege nachgeprüft werden.
Einige praktische Hinweise, die sich erst bei längerem Arbeiten heraus-
gestellt haben, seien noch aufgeführt: 1. Bei der Fabrikation sollte darauf ge-
achtet werden, daß nur reine Messingschrauben (vergoldet) an den Kammern
verwendet werden, auf keinen Fall Eisen, da es durch Rostbildung bei längerem
Arbeiten zur Trübung des Spektrums führen kann. 2. Das Entleeren und Füllen
der Kammer mit Hilfe einer Pipette muß besonders vorsichtig geschehen. Durch
die dauernde Berührung wird die vordere der planparallelen Glasplatten leicht
angegriffen und getrübt. Dies geschieht zumal dann, wenn die Pipettenspitze
nicht ganz rund geschmolzen ist oder gar Beschädigungen aufweist. Um die
Reibung möglichst herabzusetzen, empfiehlt sich die Anbringung einer kleinen
Gummikappe.
Zur Bestimmung des Salzgehaltes aus den Interferometerwerten (IW) hat
sich in der Praxis die rechnerische Methode gegenüber der graphischen als ge-
eigneter erwiesen. Die Bestimmung von 4S°%,9 aus der Eichkurve, bei der als
Abszissen die Salzgehalte (4 S°%/,9) und als Ordinaten die Interferometerwerte ab-
getragen sind, setzt zur bequemen Ablesung das Zeichnen in großem Maßstabe
voraus. Man kann freilich die Zeichnung dadurch vereinfachen, daß man die
Interferometerwerte auf die Abszissenachse projiziert, wie dies auf der Tafel 19
ausgeführt ist. Doch zeigen sich auch hier gewisse Schwierigkeiten der Ablesung,
auf die noch zurückzukommen sein wird.
Die rechnerische Ermittelung von 4S% ergibt sich aus der Gleichung
k = 2, wobei a den Interferometerwert und c den Salzgehalt darstellt. Der
Ann. d. Hydr. usw. 1924. Heft XL