Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1924.
Werte dieser Größen; die dritte Kolonne enthält endlich die nach der Margules-
schen Formel (1) berechneten Temperaturen.
Tabelle 2.
Berechnet
(Formel I, IL und III) | Beobachtet
Berechnet
(Margulessche Formel)
Dresden, 13. September 1911, 8h Vm.
6.29 m/s
|
17°
A
t° A
7 m/s
| 0SO
16.29
18°
Borkum, 13. September 1911, 8h Vm.,
7 m/s 4,5 m/s
X A WS | Ss
t° — 40° (?) 17.5°
— 339 (?)
6.4 m/s
. SO
9°
Magdeburg, 13. September 1911, 8b Vm,
4,5 m/s
| So
11.6°
A
LO
20.3° (?)
Die angeführten Daten, die als Repräsentanten einer ganzen Reihe ähn-
licher Daten betrachtet werden können, zeigen, daß die nach den obigen Formeln
berechneten Resultate zuweilen eine gute Übereinstimmung mit den Beobachtungs-
daten ergeben, zuweilen aber eine beträchtliche Diskrepanz aufweisen, Die Ur-
sache dieser Diskrepanz liegt vor allem in der mangelhaften Qualität der aero-
logischen Beobachtungen; dazu kommt noch, daß es sehr schwierig ist, die
Beobachtungen in zeitliche Übereinkunft zu bringen und genaue Werte der nach
der Höhe und nach der Zeit genommenen Differentialquotienten zu ermitteln,
die in der rechten Seite der Gleichungen vorkommen. Die Fehler rühren auch
davon her, daß man bei der Berechnung der Differentialquotienten gezwungen
ist, anzunehmen, daß die meteorologischen Elemente sich gleichmäßig ändern,
Außerdem ist es natürlich sehr schwierig, sich eine klare Vorstellung darüber zu
machen, inwiefern die Zusatzannahmen des Problems in jedem gegebenen Falle
erfüllt seien,
Die folgende Bemerkung dürfte hier wohl von Interesse sein. Die nach
der Margulesschen Formel erhaltenen Resultate unterscheiden sich gewöhnlich
wenig von denen, die nach unseren Formeln berechnet sind; sogar im Falle, wo
die berechneten Resultate stark voneinander abweichen (z. B. in Borkum), kommt
gewöhnlich diese Diskrepanz auf eine fast identische Weise zutage, gleichviel ob
die Rechnung nach der ersten oder nach der zweiten Methode durchgeführt ist,
Zuweilen fehlt aber die Übereinstimmung auch hier, So ergab z. B. für Magde-
burg die Margulessche Formel Resultate, die weit mehr von der Wirklichkeit
abweichen als diejenigen, welche nach unseren genaueren Formeln berechnet sind.
Einen Weg zur weiteren Verbesserung der Methode ersehen wir in der
Entwicklung und Vervollkommnung der aerologischen Beobachtungen. Es würde
vielleicht von Interesse sein, spezielle Beobachtungen in einer Gruppe benach-
barter meteorologischer Stationen auszuführen; dabei sollen aber die Beob-
achtungen möglichst genau zeitlich übereinstimmen; denn die Beobachtungen
der internationalen Tage liefern immerhin ein sehr verschiedenartiges und schlecht
übereinstimmendes Material.