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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1924, 
Die rechten Seiten dieser Gleichungen enthalten nur Größen, die experimentell 
auf Grund der meteorologischen und aerologischen Beobachtungen bestimmt 
werden. 
Multiplizieren wir beide Seiten der ersten Gleichungen (II) mit cos A und 
der zweiten Gleichung mit sin A und addieren, so erhalten wir 
grad V cos (V; grad V) = — + En- 
grad V sin (V} grad V) = = 
43R 
Die Formeln (13) und (14) lehren: Ändert sich die Geschwindigkeit 
des Windes mit der Zeit wenig oder gar nicht, so fällt die Richtung 
des Windes näherungsweise mit der der Isovelen zusammen, ist da- 
gegen die Richtung des Windes zeitlich konstant oder nahezu konstant, 
so weht der Wind senkrecht zu den Isovelen‘). 
Ganz analog läßt es sich aus den Formeln (12) erschließen, daß im Falle, 
wo die Richtung des Windes sich im Laufe der Zeit nicht ändert oder 
wenig ändert, sie den Isogonen näherungsweise parallel ist. Aus den 
Beobachtungen folgt daher, daß die Isogonen und die Isovelen in 
diesem Fall näherungsweise orthogonal zueinander verlaufen, . 
Es würde von Interesse sein zu untersuchen, inwiefern diese Regeln der 
Wirklichkeit entsprechen: dies könnte man z. B. mit Hilfe der synoptischen 
Methoden von Prof, Bjerknes ohne Mühe ausführen, 
$ 4. Wir wenden uns nun den Formeln (6) 8 2 zu und führen daselbst 
die Ausdrücke für > und Sr ein. Nach einer Vereinfachung, wobei die ver- 
schwindend kleine Quadrate der Winkelgeschwindigkeit 2 vernachlässigt werden, 
erhalten wir für die horizontale Anderung der Temperatur die folgenden Formeln: 
Hr = 7, sin A +72 cos A + 7, cos 2A — z, sin 2A 
RE = —7,Cc08 A + z, sin A + z3sin2A-+z4,cos2A 
wo der Kürze halber 
22, (0V V ÖT N 0V 0A „ PA 
er TC ie 
_ 22, y dA u [SV A i 2% IV _ 2% dA , 
575 Yon plc A Sa = a 
gesetzt ist. 
Führen wir unsere früheren Polarkoordinaten r und 4 ein, so finden wir 
leicht eine Formel, aus welcher sich die Änderung der Temperatur in der Nähe 
des Beobachtungspunktes (für den Punkt mit den Koordinaten r, &) berechnen läßt, 
4Tn# = ‚Az sin (A — 34) + z cos (A — #) + 73 Cos(2A — 3) — 7, sin @A— 9) (III) 
Die Formel (III) enthält die Lösung unseres Problems hinsichtlich der 
Temperatur, ebenso wie die Formeln (I) und (II) dessen Lösung hinsichtlich der 
Geschwindigkeit und der Richtung des Windes enthalten. 
Die Formeln (15) können auch zur Auffindung der Temperaturgradienten 
für den betrachteten Punkt dienen: Setzt man in diesen Formeln 
0A 0A OV 
N, Oz? dt) “Ort 
gleich Null und nimmt man an, daß der Temperaturgradient zur Windgeschwin- 
digkeit senkrecht steht, so erhält man ohne Mühe die Gleichung (1) von Margules, 
Sein Resultat erweist sich somit als ein Spezialfall der von uns erhaltenen 
Resultate. 
‘) Mit dem Namen Isovelen werden hier wie üblich Kurven gleicher Windgeschwindigkeit 
und mit dem Namen Isogonen diejenigen gleicher Windrichtung bezeichnet,
	        
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