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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1924. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
'! des Buchstaben z für diesen Zeitwinkel ist vielleicht 
nicht ganz glücklich, da er gar zu leicht mit dem 
für den Stundenwinkel reservierten Buchstaben t 
verwechselt werden kann. Diese Befürchtung ist 
oegründet, kommt doch die Verwechslung in der 
Steuermannskunst selbst vor, So muß es in den 
Rechenbeispielen S. 114 und S. 188 beide Male 
Yr heißen statt Y't. Vielleicht wären diese bösen 
Druckfehler nicht hineingekommen, wenn der „Zeit- 
winkel“ entweder durch einen anderen Buchstaben 
ausgedrückt oder der Stundenwinkel nach dem Vor- 
bilde des nautischen Jahrbuchs vom unteren Meri- 
dian an gezählt wäre, Der neu eingeführten 
Zählung der astronomischen Zeit vom unteren Me- 
ridian hätte es meines Erachtens besser entsprochen, 
wenn die Verfasser auch die Tage als Zeiträume zwi- 
schen zwei unteren Kulminationen definiert hätten, 
Sonst ist die astronomische Navigation gegen 
die früheren Auflagen nicht wesentlich geändert 
mit Ausnahme des Kapitels über die Monddistanzen, 
das jetzt ganz fortgefallen ist. Teilweise ist die 
Darstellung verbessert und der Ausdruck klarer 
geworden, Sehr fehlen mir ausführliche Darlegungen 
der Genauigkeitsgrenzen der Rechnung, Angaben 
über die Ungenauigkeiten, mit denen bei Begrenzun- 
gen der logarithmischen Rechnung auf fünf und 
vier Stellen und bei Verwendung verschiedener 
Rechenmethoden und Tafeln die Schlußresultate 
noch behaftet sein können, besonders aber Erör- 
terungen darüber, welche Genauigkeit einerseits bei 
den einzelnen Aufgaben der Nautik gefordert werden 
muß, anderseits aber auch, mit welcher Genauigkeit 
man sich unter Umständen begnügen kann, Aus 
didaktischen und praktischen Gründen hätte ich es 
degrüßt, wenn für die Berechnung des Azimuts aus 
Breite, Abweichung und Höhe die Formel sem a = 
sec g sec h sin 4 (p + 9 — h) sin }4(p— g-+h) ge- 
wählt wäre, aus didaktischen, weil sie sich durch 
zyklische Vertauschung aus der entsprechenden 
Formel für sem t kürzer und eleganter ableiten läßt 
als die von den Verfassern gewählte Formel für 
cos? 1a, und aus praktischen, weil dann Stunden- 
winkel und Azimut nach der gleichen Semiversus- 
formel berechnet werden können, eine besondere 
Tafel für cos? 4a also gespart werden kann, 
Der Abschnitt über den Magnetkompaß ist 
ausgezeichnet, Er ist so ausführlich, wie man ihn 
aur wünschen kann, und trotz äußerster räumlicher 
Einschränkung überall klar und verständlich, 
Beim Sextanten vermisse ich den Hinweis 
darauf, daß die angegebenen einfachen Mittel zur 
Prüfung der Sextanten keinen ausreichenden Schutz 
vor gröberen Fehlern gewähren, wie dies E. Wendt 
in seiner gründlichen Arbeit „Über die Fehler des 
Spiegelsextanten‘“ (Ann. d. Hydr. 1923, 8.130) über- 
zeugend nachgewiesen hat. Bei den Fehlern der 
Spiegel sprechen die Verfasser von deren „prisma- 
tischer Form“, Hier wäre nun Gelegenheit ge- 
wesen, eine gute deutsche Übersetzung einzuführen, 
nämlich „Keilform‘“. Der Vorzug der Verdeutschung 
hätte sich hier mit dem größerer Klarheit und Ver- 
ständlichkeit gepaart. 
Meine Ausführungen betreffen Kleinigkeiten, 
die ich nur als Schönheitsfehler bezeichnen möchte, 
die mir aber doch erwähnenswert schienen, um die 
Verfasser des vortrefflichen Buches zu der UÜber- 
legung zu veranlassen, ob hier nicht in einer neuen 
Auflage Verbesserungen eintreten können. 
Dr. Möller, Elsfleth. 
Dr. H. Meldau, Steuermannskunst, Lehrbuch 
der Navigation, herausgegeben im Verein mit 
Dr. O0. Fulst und Dr. C. Schilling, zehnte Auf- 
lage von Arthur Breusings Steuermannskunst, 
Bremen, G. Winters Buchhandlung, Fr. Quelle 
Nachf. 1924, 
Die rühmlichst bekannte Breusingsche Steuer- 
mannskunst erscheint als zehnte Auflage in einer 
durch die raschen Fortschritte der Nautik im letzten 
Jahrzehnt bedingten, stark veränderten Form, Daß 
statt der mathematischen Einleitung nur eine über 
sichtliche Zusammenstellung der in der Nautik 
vorkommenden trigonometrischen Formeln geboten 
wird, ist zu begrüßen, Das Buch gewinnt hierdurch 
and durch die Fortlassung der Methode der Mond- 
distanzen Platz für die neuen Kapitel über die 
„technische Navigation“. Allerdings hätten meines 
Erachtens nun auch einige Gebiete der modernen 
Nautik ausführlicher behandelt werden sollen, als 
es geschehen ist, so vor allem das reichlich dürftige 
Kapitel über den Kreiselkompaß. Statt dessen wird 
der Leser auf Meldaus „Kleines Kreiselkompaß- 
‚exikon‘“ verwiesen, Obwohl zur Zeit noch wenige 
Handelsschiffe mit Kreiselkompassen versehen sind, 
wäre doch eine gründliche Einführung in Theorie 
und Praxis dieses Instruments am Platze gewesen, 
gerade weil es schon Eingang in die Handels- 
marine gefunden hat. 
In der „terrestrischen Navigation‘ ist neben der 
alten Kursbezeichnung nach Strichen die neuere 
2„ach Graden mit Zählung bis 360 Grad mit Recht 
mehr in den Vordergrund geschoben. Als will 
kommene Neuerung wird ferner eine Näherungs 
formel zur Berechnung des bei Funkpeilungen be- 
nutzten Unterschiedes zwischen Orthodrome und 
Loxodrome empfunden. Aber auch hier hätten die 
Verfasser ausführlicher sein können, sowohl in der 
Entwicklung der Theorie als in der Darbietung 
2ines praktisch durchgeführten Rechenbeispiels, 
Gerade in dieser größeren Ausführlichkeit unter- 
scheiden sich die meisten schon in den älteren Auf- 
lagen vorhandenen Kapitel sehr zu ihrem Vorteil 
von den nen eingefügten. 
Nicht uneingeschränkt kann ich den bis auf 
Breusing zurückgehenden Versuchen der Ver- 
Jdeutschung von Fremdwörtern zustimmen, nicht 
nur, weil einige nach meinem Gefühl etwas unklare 
Verdeutschungen vorkommen, sondern besonders, 
weil die Verdeutschungsversuche nicht folgerichtig 
durchgeführt sind. Warum muß der „Peripherie- 
winkel“ in einen „Umringswinkel“ verwandelt 
werden, wo doch dieser Winkel mit dem Gebilde, 
das mathematisch als Ring bezeichnet wird, gar 
nichts zu tun hat, während eine ganze Reihe 
anderer Fremdwörter, die viel besser eine Ver- 
deutschung vertragen, unverändert als solche ge- 
blieben sind? 
In der ‚astronomischen Nautik‘“ ist der ‚im 
nautischen Jahrbuch für 1925 einsetzenden An- 
derung der Zeitzählung Rechnung getragen, Zu 
bedauern ist aber, daß zwischen den Herausgebern 
des Jahrbuchs und der Steuermannskunst vor dem 
Erscheinen der beiden Bücher keine Einigung über 
die Definition des Stundenwinkels erzielt worden 
ist. Während das nautische Jahrbuch diesen jetzt 
vom unteren Meridian zählt, rechnet ihn die Steuer- 
mannskunst nach wie vor vom oberen und führt 
jür den entsprechenden Winkel vom unteren Meri- 
dian die Bezeichnung „Zeitwinkel“ ein. Die Wah:
	        
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