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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Maurer, H,: Kompensation der Funkbeschickungen: am Bord-Funkpeiler., 9211: 
rahmen zurückwirkt, sind p und q im allgemeinen nicht gleich, sondern sie 
unterscheiden sich um die Funkbeschickung f=p —g. Um sie muß die rohe 
Funkpeilung q beschickt werden, um die richtige Großkreis-Peilung p zu ergeben, 
vorausgesetzt, daß der Funkpeilstrahl nicht schon auf seinem Wege durch andere 
Einflüsse als das Schiff aus dem Großkreis Sender —Empfänger abgelenkt worden 
ist, also eine Wegablenkung erfahren hat, 
Die Funkbeschickungen werden zur Zeit tabellarisch festgelegt und nach 
einer Zahlentabelle bzw. Kurve als Funktion der rohen Funkpeilungen q an- 
gebracht. Da die Höchstwerte der Funkbeschickungen je nach den Plätzen des 
Peilrahmens 8° bis 16° betragen, wäre es erwünscht, in ähnlicher Weise, wie man 
die Kompaßdeviationen durch magnetische Kompensation auf sehr viel kleinere 
Werte herabbringt, auch die Funkbeschickungen größtenteils wegzukompensieren, 
Die Funkbeschickung f hat, abhängig von der Funkpeilung q, fast rein viertel- 
kreisigen Charakter von der Form: . 
(1) f=—Dsin2qg, oder genauer (2) tg a 
wo D der Höchstbetrag in Graden und 4 = sin D ist, 
D wird aus einer vollständigen Beschickungsbestimmung auf gleich ab- 
ständigen Seitenpeilungen gefunden, 
Es ist nun leicht möglich, mechanisch die Ablesungen q am Peilkreis des 
Bord-Funkpeilers um den Betrag f nach Formel (2) zu beschicken, Einen zweck- 
mäßigen Weg hierzu deutet die Figur Tafel 18, Nr. 3 an. Das Rad I, Umfang a,, 
sei der um M, drehbare Peilkreis des Bord-Funkpeilers und sei mit dem Peil- 
rahmen in der Art gekoppelt, daß, wenn die Rahmennormale aus der Ausgangs- 
richtung recht voraus nach Steuerbord um den Winkel q gedreht wird, das Rad I 
sich um den gleichen Winkel linksherum dreht, so daß zwischen dem im Rad 
festen Nullradius M‚O und der im Schiff festen Richtung M,M der Winkel q 
entsteht. Trägt also das Rad I eine rechtsherum geteilte Kreisteilung, so liest 
man analog der beim Kursablesen am Kompaß gebräuchlichen Art an 
einem im Schiff festen Ablesestrich bei M auf der gegen das Schiff 
verdrehbaren Peilrose den Winkel q (in der Figur 60°) ab. 
Um nun statt q den um f verbesserten Winkel p=q + f ablesen zu 
können, muß nur der Ablesestrich passend verstellt werden. Dies geschieht in 
der folgenden Weise: Mit dem Rad I steht das halb so große Rad II in Zahn- 
radeingriff, so daß es sich in entgegengesetztem Sinne wie I und mit der 
doppelten Winkelgeschwindigkeit dreht. Sein Nullradius M,O,. hat sich in der 
Figur gegen seine Ausgangslage M,H, um den Winkel 2q = 120° im Uhrzeiger- 
sinn gedreht. Mit dem Rad’II ist in Zahnradeingriff das genau gleichgroße 
Rad IM, das etwas höher als der Zahnkranz a, des Rades I liegt, so daß IH 
und I nicht in Eingriff stehen. Von III hat sich also der Nullradius M,D gegen 
seine Ausgangslage M;M um den Winkel 2q = 120° gegen den Uhrzeigersinn 
verdreht. Nun ist auf dem Nullradius M,D eine Skala für & angebracht, auf 
der der Drehpunkt eines Zeigers Z in jeder Entfernung von M, festgesetzt 
werden kann. Das andere Ende des Zeigers Z gleitet durch eine Öse, die leicht 
um M, drehbar ist. An Stelle der drehbaren Öse kann auch ein im Schiff fester 
Spalt zwischen zwei Schneiden treten, 
Am Stab Z als Ablesestrich liest man auf der mit ihm in gleiche Höhe 
gelegten Kreisteilung des Rades I die verbesserte Peilung (q +f) ab (in der 
Figur 72°), wo q = X OM/,M; und f = X M;M,D ist. Es muß nur die Länge M;D 
der Bedingung MD: MM, = 3:1 
genügen; denn dann gilt offenbar nach der Figur für den Winkel f die Gleichung: 
tet — —Gein2q_ 
1-—dcos2q’ 
genau wie es die Gleichung (2) verlangt. Zur Verfeinerung der Ablesung trägt 
der Zeiger Z einen Rahmen R mit Ablesedraht. 
Auf der Skala am Nullradius des Rades III werden zweckmäßig statt der 
Werte 9 unmittelbar die aus der Rundschwaiung sich ergebenden Werte D
	        
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