Maurer, H,: Kompensation der Funkbeschickungen: am Bord-Funkpeiler., 9211:
rahmen zurückwirkt, sind p und q im allgemeinen nicht gleich, sondern sie
unterscheiden sich um die Funkbeschickung f=p —g. Um sie muß die rohe
Funkpeilung q beschickt werden, um die richtige Großkreis-Peilung p zu ergeben,
vorausgesetzt, daß der Funkpeilstrahl nicht schon auf seinem Wege durch andere
Einflüsse als das Schiff aus dem Großkreis Sender —Empfänger abgelenkt worden
ist, also eine Wegablenkung erfahren hat,
Die Funkbeschickungen werden zur Zeit tabellarisch festgelegt und nach
einer Zahlentabelle bzw. Kurve als Funktion der rohen Funkpeilungen q an-
gebracht. Da die Höchstwerte der Funkbeschickungen je nach den Plätzen des
Peilrahmens 8° bis 16° betragen, wäre es erwünscht, in ähnlicher Weise, wie man
die Kompaßdeviationen durch magnetische Kompensation auf sehr viel kleinere
Werte herabbringt, auch die Funkbeschickungen größtenteils wegzukompensieren,
Die Funkbeschickung f hat, abhängig von der Funkpeilung q, fast rein viertel-
kreisigen Charakter von der Form: .
(1) f=—Dsin2qg, oder genauer (2) tg a
wo D der Höchstbetrag in Graden und 4 = sin D ist,
D wird aus einer vollständigen Beschickungsbestimmung auf gleich ab-
ständigen Seitenpeilungen gefunden,
Es ist nun leicht möglich, mechanisch die Ablesungen q am Peilkreis des
Bord-Funkpeilers um den Betrag f nach Formel (2) zu beschicken, Einen zweck-
mäßigen Weg hierzu deutet die Figur Tafel 18, Nr. 3 an. Das Rad I, Umfang a,,
sei der um M, drehbare Peilkreis des Bord-Funkpeilers und sei mit dem Peil-
rahmen in der Art gekoppelt, daß, wenn die Rahmennormale aus der Ausgangs-
richtung recht voraus nach Steuerbord um den Winkel q gedreht wird, das Rad I
sich um den gleichen Winkel linksherum dreht, so daß zwischen dem im Rad
festen Nullradius M‚O und der im Schiff festen Richtung M,M der Winkel q
entsteht. Trägt also das Rad I eine rechtsherum geteilte Kreisteilung, so liest
man analog der beim Kursablesen am Kompaß gebräuchlichen Art an
einem im Schiff festen Ablesestrich bei M auf der gegen das Schiff
verdrehbaren Peilrose den Winkel q (in der Figur 60°) ab.
Um nun statt q den um f verbesserten Winkel p=q + f ablesen zu
können, muß nur der Ablesestrich passend verstellt werden. Dies geschieht in
der folgenden Weise: Mit dem Rad I steht das halb so große Rad II in Zahn-
radeingriff, so daß es sich in entgegengesetztem Sinne wie I und mit der
doppelten Winkelgeschwindigkeit dreht. Sein Nullradius M,O,. hat sich in der
Figur gegen seine Ausgangslage M,H, um den Winkel 2q = 120° im Uhrzeiger-
sinn gedreht. Mit dem Rad’II ist in Zahnradeingriff das genau gleichgroße
Rad IM, das etwas höher als der Zahnkranz a, des Rades I liegt, so daß IH
und I nicht in Eingriff stehen. Von III hat sich also der Nullradius M,D gegen
seine Ausgangslage M;M um den Winkel 2q = 120° gegen den Uhrzeigersinn
verdreht. Nun ist auf dem Nullradius M,D eine Skala für & angebracht, auf
der der Drehpunkt eines Zeigers Z in jeder Entfernung von M, festgesetzt
werden kann. Das andere Ende des Zeigers Z gleitet durch eine Öse, die leicht
um M, drehbar ist. An Stelle der drehbaren Öse kann auch ein im Schiff fester
Spalt zwischen zwei Schneiden treten,
Am Stab Z als Ablesestrich liest man auf der mit ihm in gleiche Höhe
gelegten Kreisteilung des Rades I die verbesserte Peilung (q +f) ab (in der
Figur 72°), wo q = X OM/,M; und f = X M;M,D ist. Es muß nur die Länge M;D
der Bedingung MD: MM, = 3:1
genügen; denn dann gilt offenbar nach der Figur für den Winkel f die Gleichung:
tet — —Gein2q_
1-—dcos2q’
genau wie es die Gleichung (2) verlangt. Zur Verfeinerung der Ablesung trägt
der Zeiger Z einen Rahmen R mit Ablesedraht.
Auf der Skala am Nullradius des Rades III werden zweckmäßig statt der
Werte 9 unmittelbar die aus der Rundschwaiung sich ergebenden Werte D