Edlund, O.: Die Trift des „Conrad Holmboe‘“ im Ostgrönlandeis, August—Oktober 1923, 209
Geschwindigkeit
Bol GO
Sektion
749 14
72° 507
71° 47
70° 17
179 7
4. VINL
29. VII.
9. IX.
30. IX.
10. X.
19° 22
210 22
DE
61
235
3.1
1]
13
8.1
7.4
6.4
[14
921° 45'
21
4.8
4,3
43
IV
10
21.1
16.8
15.6
67° 29
259° 6
Tu 777
67 | 83 17 63 | 59
Richtung über und führt dann in vielen Krümmungen und Windungen südwärts.
Am Ende dieser Periode kam das erste ernsthafte Eisschrauben, am 28. August;
der 29. ist als Endtag gewählt, weil dann eine raschere und mehr einheitliche
gegen SW gerichtete Trift beginnt.
Am Anfang der Periode II stehen wir etwa 30 Meilen vom nächsten Lande
und von der Insel Bonteko ab, und gerade östlich von Kap Laplace (etwa
47 Meilen). Bis zum 5. September ist die Richtung ungefähr SW und die Trift
größer als früher, jetzt 8—9 Meilen. Dann geht es gegen Süd mit ungefähr
derselben Geschwindigkeit und in einem Abstand von der Ostküste der Insel
von Traill von etwa 13 Meilen, und dann weiter südlich in die Mündung vom
Davy-Sund. In dieser Periode fanden die meisten und auch gefährlichsten Eis-
schraubungen statt, die stärkste gegen Ende der Periode in der Mündung von
Davy-Sund, wo der Eisstrom von der vorspringenden Liverpool-Küste und den
Fjorden westlich davon gehindert wurde. Am Ende der Periode liegen wir in
der Mündung des Carlsberger Fjordes, 7 Meilen östlich vom Kap Wardlow.
Von hier ab können wir eine neue Periode rechnen, die Trift an der
Liverpool-Küste entlang. Letztere ist hier sehr langsam, 4—5 Meilen pro Etmal.
Dann und wann stand das Schiff ganz still und konnte sogar mitunter etwa einen
halben Tag nordwärts gehen. Zumeist ging die Trift sehr nahe längs des
Landes, 2-—8 Meilen entfernt, und es schien, als ob wir in einer Art von einem
Eiskanale trieben, welcher einige Meilen breit war und gegen Land von einem
verhältnismäßig festen Eisrand, seewärts von sehr großen Eisfeldern, oft von
einer Länge von 5—10 Meilen, begrenzt war. Hier waren wir die meiste Zeit
Pressungen und Schraubungen ausgesetzt, welche jedoch nur zweimal kräftiger
Art waren. Hier konnte man auch sehr gut beobachten, wie zufällig die Eistrift
oft sein kann, Sachen, die wir auf einem Eisfeld, das später zerbrach, abzusetzen
genötigt waren — u. a. leere Fässer, Bretter und ein Boot —, konnten wir lange
beobachten. Einige trieben näher ans Land als wir; einige, darunter das Boot,
trieben ganz außerhalb der großen Eisfelder, wo das Eis mehr zerteilt erschien,
und bekamen dort größere Geschwindigkeit, so daß sie bald aus dem Gesichts-
felde verschwanden. Einige Sachen dagegen zogen lange vor und zurück, bald
vor, bald’ nach uns, um dann aus dem Gesichtsfeld zu verschwinden, im all-
gemeinen nach einer großen Schraubung. Die Gezeitenströme schienen hier eine
bedeutende Rolle in der Eistrift zu spielen, insbesondere bezüglich der Trift der
kleineren, leichtbeweglichen Eisschollen, was ja auch ziemlich einleuchtend ist.
Diese Sektion habe ich bei dem Scoresby-Sund enden lassen, nachdem das Kap
Swainson in nur zwei Meilen Entfernung passiert war.
Von nun ab wird die Trift schneller, zuerst infolge eines frischen Nord-
westwindes, der den Kurs des Schiffes landab setzte. Vom 30. September bis
dem 4. Oktober geht die Trift hauptsächlich gegen S und SSO mit ungefähr
12 Meilen pro Etmal. Da die Küste hier gegen SW ablenkt, kamen wir bald weit
vom Lande. Am 4. Oktober war der Abstand vom Lande auf 45 Meilen an-
gewachsen. Am 3, Oktober fing auch das Eis an sich ein wenig zu verteilen,
und wir konnten wieder die Maschine etwas benützen. Erst am 7. Oktober be-
kamen wir die nächste Ortsbestimmung, nachdem wir drei Tage durch Nebel