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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

908 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1924, 
vor allem Wettervorhersagen und Sturmwarnungen für die Küste Nord-Norwegens, 
nördlich vom 65. Breitenkreis, und gelegentlich auch Prognosen für Gebiete des 
Nordmeeres. Zudem kommen auch andere geophysikalische Untersuchungen, 
Dem Institute unterstehen die meteorologischen Stationen Nord-Norwegens 
und Spitzbergens, ferner das Magnetisch-Meteorologische Observatorium auf dem 
Haldde-Gipfel, nahe Bossekop, das Geophysikalische Observatorium Quade Hook 
auf Spitzbergen, das Meteorologische Observatorium auf Jan Mayen und die 
Meteorologische Station in der Mackenzie-Bucht auf Ostgrönland, auch Mygbugten 
genannt. Weiter läßt das Institut auf mehreren Fangschiffen im Nördlichen Eis- 
meer meteorologische Beobachtungen ausführen, 
Das Observatorium auf dem Haldde ist seit 1912 tätig, Es ist eigentlich 
das Mutterinstitut des Tromsöer Instituts. Es liegt in einer Höhe von etwa 
900 m. Das Observatorium Quade Hook liegt an der Mündung des Kingsbay- 
Fjordes und besteht seit 1920. Das Observatorium auf Jan Mayen ist seit August 
1921 in Tätigkeit gewesen. Es ist mit einem 2'/, Kw. Telefunkensender für die 
Sendung meteorologischer Telegramme ausgerüstet. Die Besetzung ist hier drei Mann, 
Mygbugten ist eigentlich eine private Fangstation; sie besitzt einen !/, Kw. 
Röhrensender, welcher von einem Radiotelegraphisten, der auch der meteoro- 
logische Beobachter ist, bedient wird. Diese Station ist von September 1922 bis 
August 1923 in Wirksamkeit gewesen. (Über Mygbugten siehe auch „Das Wetter“ 
1928, Heft 1—3.) Es war auch gelungen, die Station für das Jahr 1923/24 sicher- 
zustellen, da eine neue Fangexpedition sich entschlossen hatte, auf dem Gebiet 
der vorigen fortzuarbeiten, 
Die neuen Besetzungen von Jan Mayen und Mygbugten sollten mit dem 
„Conrad Holmboe“, dem Motorkutter des Geophysikalischen Instituts, überführt 
werden, einem Fahrzeug, das für das Fahren im Eise als sehr geeignet an- 
gesehen wurde und welches auch früher als Fangschiff im Eismeer benutzt 
worden war. Die Ladungsfähigkeit ist 127 Brutto-Registertonnen und die Länge 
96 Fuß. Das Schiff wurde mit einem !/, Kw. Röhrensender für die Korrespondenz 
mit Jan Mayen versehen, Auf der Überfahrt nach Grönland und zurück sollten 
allgemeine meteorologische Beobachtungen, Pilotvisierungen, ozeanographische 
Messungen, Einsammlung von Kohlensäureproben usw. ausgeführt werden, 
Wir gingen von Tromsö am 19. Juli und von Jan Mayen am 27. Juli ab. 
Wir zogen dann weiter nördlich und nordwestlich nach dem Eisrande, bis wir 
am 1. August auf 74° N-Breite in einer tiefen Eisbucht ins Treibeis kamen. Vom 
6. August ab waren wir dicht eingesperrt, aber schon einige Tage vorher war 
uns die Möglichkeit eines Rückzuges abgeschnitten. Am 4. August, von welchem 
Tage ab wir die Trift im Eise rechnen können, befanden wir uns auf 74° 14’ N-Br, 
und 17° 7’ W-Lg. Am 10. Oktober kamen wir aus dem Eise auf 67° 29’ N-Br. 
und 25° 6’ W-Lg. In diesen 67 Tagen hatten wir uns nur kurze Strecken mit 
Hilfe der Maschine machen können. Die durchschnittliche Geschwindigkeit in 
gerader Luftlinie wird unter Berücksichtigung, daß wir auch ein wenig mit der 
Maschine gingen, 6.3 nautische Meilen pro Etmal sein. Das Mittel aus den Ge- 
schwindigkeiten jedes einzelnen Etmals gibt 8.3 Meilen. Der Unterschied von 30% 
geht also auf die Windungen der Bahn, die oft recht bedeutend waren. Die Trift 
ist auf Tafel 18, Nr. 2, wiedergegeben. 
Wenn wir die Trift in vier Teile zerlegen, wie sie sich infolge der ver- 
schiedenen Verhältnisse ergeben, erhalten wir folgende Tabelle, welche die Trift- 
geschwindigkeiten in nautischen Meilen pro Etmal enthält. 
Die Geschwindigkeit A ist das Mittel der einzelnen Etmalgeschwindigkeiten; 
B gibt die Geschwindigkeit in gerader Luftlinie zwischen den Endpunkten; 
C die Geschwindigkeit südwärts, alles unter Berücksichtigung der Hilfe der 
Maschine. 
Die Sektion I umfaßt die 25 ersten Tage mit verhältnismäßig kleinen Ge- 
schwindigkeiten und mit sehr variierenden Richtungen. Die Geschwindigkeiten 
liegen zwischen 2 und 10 Meilen pro Etmal, wobei beinahe alle Richtungen vor- 
kommen. Im großen ganzen geht die Trift zuerst gegen das Kap Hold-with-Hope 
in südwestlicher Richtung, aber 12 Meilen östlich davon geht sie in Östliche
	        
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