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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Kähler, K.: Die atmosphärische Elektrizität über den Meeren, 268 
Tabelle 1. Messungen des atmosphärischen Potentialgefälles über dem Meere. 
Werte von V’ in 
Volt/m 
1.1 | Höchst- | Tiefst- 
Mittel | wert‘ | wert 
Beobachter 
Rouch 
Angenheister I 
IT, „Carnegie“-Fahrt 
Kidson 
Johnston 
Hewlett 
Atlantischer Ozean 
IX. 1908—I. 1909 
II, IV. 1910 
IV, V. 1911 
57 
137 ! 700 
0 
Rotes Meer I 
F 
98 
112 
Ganzer Atlantischer 
u. Indischer Ozean 
Stiller Ozean 
Stiller u. ganzer At- 
lantischer Ozean 
11.—V. 1911 
D5 
91 
9250 | 
40 
IV.—IX. 1912 
X. 1912—XIL. 1913 
54 
186 
127 | 208 
122 ‘ \ 290 
\ 62 
—1925 
IL, „Carnegie‘-Fahrt 
Johnston (Swann) 
Atlantischer Ozean 
40°—80° N-Br. 
VI —X. 1914 
39 
93 
! 
192 
14 
Atlantischer Ozean 
a. Karibisches Meer 
30°—10° N-Br. 
Stiller Ozean 1V.—X. 1915 
Erdumsegelung XII 1915—I11. 1916 | 
50°—60° S-Br. 
‚ Stiller Ozean ‚ V. 1916—1I 1917 
Die Kursiv gedruckten Zahlen sind relative Werte. 
Stillen Ozeans vom Mai 1916 bis Februar 1917, Auch in diesen großen MeB- 
reihen sind die Schwankungen recht gering. Allerdings sind einige wenige 
negative Werte, die einzigen, die auf der IV. Fahrt gemessen wurden, in den 
Mitteln und Zusammenstellungen fortgelassen worden. Von der V. „Carnegie“- 
Fahrt, Dezember 1917 bis Juni 1918 in den südamerikanischen Gewässern, und 
der VI. Fahrt, Oktober 1919 bis November 1921 durch alle drei großen Ozeane 
der Erde, bei denen ebenfalls regelmäßige Beobachtungen aller luftelektrischen 
Elemente angestellt wurden, sind bisher erst einige Teilergebnisse veröffentlicht 
worden. 
Aus dem gesamten Beobachtungsmaterial bis 1916 berechnen Bauer und 
Swann unter Berücksichtigung des täglichen Ganges ein Ozeanmittel von 
113 Volt/m, dem nach ihnen ein Festlandmittel von 151 gegenübersteht. Jeden- 
falls ist das Potentialgefälle über den Weltmeeren kaum kleiner als an den 
meisten Landstationen. Sicher ist außerdem, daß die Verteilung auf den großen 
Wasserflächen wesentlich gleichförmiger ist als auf dem Lande. Dem wider- 
sprechen allerdings die Beobachtungen von Rouch, die aber noch nicht den 
Genauigkeitsgrad der amerikanischen Messungen haben. Auf der IL „Carnegie‘“- 
Fahrt wurden dieselben Meeresteile, für die Rouch geringere V’-Werte fand, im 
März und April, sowie im August 1913 gekreuzt, ohne daß Hewlett dabei Ab- 
weichungen von den anderen Gebieten des Atlantischen Ozeans feststellte. Größere 
Schwankungen erhielt Hewlett in der Nähe der Falklands-Inseln, wo Rouch 
umgekehrt ruhige, hohe Zahlen gemessen hatte. Auch im Stillen Ozean wurden 
die ruhigen, tiefen Werte, die Rouch dem thermischen AÄAquator zuschreibt, 
nicht bestätigt, 
Nun ist aber natürlich aus den sehr gleichmäßigen Beobachtungszahlen 
der „Carnegie“ nicht der Schluß zu ziehen, daß über den Meeren niemals starke 
elektrische Felder auftreten können. Die gerade auf See zahlreichen Elmsfeuer 
beweisen das häufige Vorhandensein solcher starken Felder. Ich möchte in 
diesem Zusammenhang wenigstens darauf hinweisen, daß in manchen Meeres- 
teilen, z. B. an der indischen Küste, elektrische Entladungen auftreten, ohne daß 
Gewitter oder auch nur tiefe Wolken zu sehen sind. Auch in den nördlichen 
westafrikanischen Gewässern sind einmal bei Landwind in einer sternklaren 
Nacht auf einem Schiff solche starken Entladungen beobachtet worden, die ver- 
LV. „Carnegie“-Fahrt 
Johnston (Swann) 
{II. 1915 
5 
117 
194 
5
	        
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