Val
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1924.
Inzwischen veröffentlichte Rouch!) Messungen, die er auf dem Schiffe „Pour-
quoi-Pas?“ der französischen antarktischen Expedition auf der Fahrt zwischen
Cherbourg und der Südspitze Amerikas in den Jahren 1908 und 1910 erhalten
hat. Er benutzte noch den alten Flammenkollektor von Elster und Geitel,
erhielt also nur bei gutem Wetter und geringer Windstärke brauchbare Werte,
die er dann mittels einer auf der Petermann-Insel (in der Antarktis) durch-
geführten, wohl nicht sehr genauen Meßreihe auf die freie Wasserfläche reduzierte.
Aus seinen Ergebnissen sei folgendes mitgeteilt: In 45° N-Br. fand er im Sep-
tember 1908 als ungefähren Mittelwert für V’ + 200 Volt/m; in 42° N-Br. in Höhe
der portugiesischen Küste gingen bei trübem Wetter und Böen die Werte mehrfach
auf 0 herunter; in 40°—35° N-Br. (Höhe von Madeira) fand er wieder höhere
Werte, 136 Volt/m; in 30°—10° N-Br., im NO-Passat, ziemlich konstante Werte
von 107; im Kalmengebiet des thermischen Äquators, 8°—4° N-Br., dagegen nur
50; im SO-Passat, 3° N-Br.—15° S-Br., wieder 120; an der brasilianischen Küste
im Oktober 1908 sehr unregelmäßige Zahlen, die in etwa 20° S-Br. am kleinsten
waren, etwa 20 bis 0 Volt/m, zwischen Rio de Janeiro und Buenes-Aires im Ok-
tober 1908 165, im April 1910 auf der Rückreise 145 und schließlich im Februar
und März 1910 zwischen 35°—50° S-Br. ziemlich konstante Werte von 145 Volt/m.
Rouch teilt daher den Atlantischen Ozean in verschiedene Zonen ein, die
durch den thermischen Äquator und die Roßbreiten getrennt werden, Das gleich-
mäßig schwache Feld am Äquator verdoppelt sich ungefähr in der Passatzone,
Die gesamte Tropenzone wird durch ein unregelmäßiges Feld von dem gleich-
mäßigen, noch höheren Feld der gemäßigten Zone getrennt.
Eine erhebliche Verbesserung der Messungen führte Angenheister?) ein,
der auf eine Anregung von Wiechert hin bei einer Reise nach Samoa zuerst
den von den Schwankungen des Schiffes unabhängigen „mechanischen Kollektor“
benutzte. Mit diesem von Swann übernommenen Meßprinzip sind dann auch
auf der IV.,, V. und VI. Fahrt der „Carnegie“ die Beobachtungen durchgeführt
worden, nachdem Johnston?) auf der III. Fahrt noch nach der alten Methode
yemessen und mittels der Simpsonschen Drahtmethode in zwei Häfen auf die
[reie Fläche reduziert hatte. Auch beim mechanischen Kollektor sind Reduktions-
messungen mit dem Kollektor notwendig. Sie wurden auf der IV. Fahrt der
„Carnegie“ in einer kurzen Meßreihe im Hafen von Colon ausgeführt. Diesen
Kontrollmessungen, auf die sich alle absoluten Angaben stützen, muß wohl ebenso
wie über Land in Zukunft noch größere Beachtung geschenkt werden, Für
praktische Zwecke, wo es sich um die großen Schwankungen des Erdfeldes
handelt, ist eine größere Genauigkeit allerdings belanglos,
In der Tabelle 1 sind alle bisherigen Messungen zusammengestellt worden,
und zwar außer den Mittelwerten auch die Höchst- und Tiefstwerte. Diese Extrem-
werte schwanken nur wenig. Wer die starken Änderungen des Potentialgefälles
an den Landstationen kennt, wird erstaunt sein über die Gleichmäßigkeit der
Ozeanwerte, wie sie vor allem die zahlreichen „Carnegie“-Messungen zeigen.
Hewlett erwähnt bei der Bearbeitung der II. Fahrt, daß mehrfach während
Regenböen und Schneefall der Meßbereich des Elektroskops, 250 Volt, über-
schritten wurde, aber stets nach der positiven Seite. Den tiefsten Wert,
125 Volt, erhielt er bei trübem Wetter ohne Regen. Die III Fahrt, die von
Amerika nach Hammerfest und Spitzbergen und- zurück führte, lieferte kleine
Mittelwerte und geringe Schwankungen, Das große Material der IV. Fahrt, das
von Bauer und Swann‘%) bearbeitet wurde, zerfällt, abgesehen von den wenigen
Messungen im Karibischen Meer, in drei Teile: Die Messungen im Stillen Ozean
vom April bis Oktober 1915, diejenigen bei einer Erdumsegelung in 50°—60° S-Br,
vom Dezember 1915 bis März 1916 und erneute Messungen in allen Gebieten des
) J. Rouch, Annuaire de la Soci&te Meteorologique de France, 61, 149 (1913).
?) G. Angenheister, Göttinger Nachrichten 1914, 8. 191.
?) W. F. G. Swann, Terrest. Magn. 20, 13 (1915).
4) L. A. Bauer und W. F. G. Swann, Researches of the of the Department of Terrestrial
Magnetism, Carnegie-Institution of Washington, Vol. 11I, S. 361—447 (1917), sowie W.F.G. Swann,
Year Book of the Carnegie-Institution No. 16, 281 (1918).