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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

194 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1924. 
wagens und die zu dieser Bewegungsrichtung senkrechte Verschiebung der Schreib- 
stange infolge der Umdrehungen des Motors entsprechend den Wasserstands- 
änderungen entsteht die Gezeitenkurve. Im Gegensatz zu den Kurven selbst- 
zeichnender Pegel ist die vom Tischpegel aufgezeichnete Kurve von treppenförmigem 
Aussehen, da der Wasserstand sich um °/, cm ändern muß, bevor der Motor 
weitergeschaltet wird, Da in den Aufzeichnungen die Stufen nur /,, cm > 0.4 mm 
hoch sind, wird das Gesamtaussehen der Kurven nicht störend beeinflußt, 
Die rasche Abnutzung der Bleistiftspitze am Schreibhebel ließ die Kurve 
meist nur schwach von der Unterlage hervortreten, wodurch der Bau einer zu- 
verlässigen Tintenschreibvorrichtung als erstrebenswert angesehen wurde. Nach 
mehrfachen Versuchen mit verschieden geformten Schreibfedern wurde die in 
Taf. 17 Nr. 2 und 3 gezeichnete Einrichtung als sicher arbeitende erkannt und 
zur Ausführung gebracht. 
Ein U-förmig ausgefrästes Messingstückchen U ist mit einer Platte P so 
verschraubt, daß es sich noch auf der Schreibstange Ss verschieben und durch 
eine Feder Fe mit Schraube Se festsetzen läßt. Das: unten breiter gehaltene 
Stück U ist quer durchgefräst, so daß zwei schmale Wandungen stehen bleiben, 
die zur Aufnahme von zwei stählernen, gehärteten Spitzenschrauben Ps dienen, 
Zwischen diesen Spitzen ruht eine kleine Platte @, die an dem nach außen 
ragenden Ende das Schreibwerk trägt, das aus einer gebogenen Feder Fs, einem 
kleinen Tintenbehälter 7% mit einer überschraubten Schutzkappe Sk besteht. Die 
Feder Fs aus Neusilber hat an ihrem Schreibende die Form einer gewöhnlichen, 
jedoch schmaleren Reißfeder (Taf, 17 Nr. 3). Die Tintenzuführung geschieht durch 
einen an der oberen Kante herumführenden, sehr engen, eingesägten Schlitz S%, 
der in die Feder einläuft. Durch das selbsttätige Ansteigen der Tinte in dem 
engen Schlitz wird diese in der Feder wieder ersetzt. Da beim Wechseln des 
Papiers oder beim groben Verschieben des Wagens die Feder von dem Papier 
abgehoben werden muß, so trägt das hintere Ende der Platte @ eine schräge 
Fläche s, gegen die eine Nase N, die an einer Stange Sg geführt ist, drückt und 
den vorderen Teil der Platte mit der Feder hochhebt. Durch eine über der Nase 
liegende Blattfeder BF wird erreicht, daß die schräge Fläche die Nase nicht 
wieder zurückdrückt, sondern in jeder Stellung festhält. Diese neue Schreib- 
vorrichtung hat wochenlang ohne Reinigung und Nachfüllung von Tinte sauber 
gearbeitet. 
Als Stromquelle für die elektrische Fernübertragung wird das am Ort vor- 
handene Gleichstromnetz von 110 Volt Spannung benutzt. Wo ein Gleichstrom- 
netz nicht vorhanden ist, genügt auch bei richtiger Wahl des Synchronmotors 
eine Akkumulatorenbatterie von etwa 20 Zellen, 
Das die Schalteinrichtung und den Pegeltisch verbindende Kabel, das auch 
durch eine Freileitung ersetzt werden kann, muß zur Schaltung des Motors 
mindestens drei Adern besitzen; sind vier Adern vorhanden, so kann auf die 
Erde als Rückleiter verzichtet werden. Bei mehr als vier Adern empfiehlt sich 
die Anbringung eines kleinen Fernsprechers mit Läutewerk zwischen Pegelstelle 
und Empfangsraum (Taf, 13 Nr. 1, links) zur leichteren Verständigung bei Versuchen, 
Störungen oder Vergleichungen der Pegelstände. Eine Neueinstellung der Schreib- 
vorrichtung ist z. B. jedesmal notwendig, wenn eine länger dauernde Strom- 
unterbrechung stattgefunden hat. Da aber auch Fälle!) vorkommen, wo aus den 
Aufzeichnungen des Tischpegels nicht zu entscheiden ist, ob ein Versagen des 
Stromes vorgelegen hat, oder ob der Wasserspiegel sich wirklich der aufgezeich- 
neten Kurve entsprechend gehoben oder gesenkt hat, so ist an der Grundplatte 
des Schwimmerrades nichtleitend eine dünne Blattfeder mit einer Platinschneide 
angebracht, die von einem seitlich am Schwimmerradkranz eingeschraubten Platin- 
stift beim Vorübergang berührt wird und für einen Augenblick das Läutewerk 
des Fernsprechers im Empfangsraum zum Ertönen bringt. Die Stelle am Rad- 
kranz ist gerade so ausgewählt, daß das Glockenzeichen bei jedem vollen Meter 
des Wasserstandes ertönt, Auf diese Weise kann mehrmals am Tage die Richtig- 
ı Auf einen solchen Fall werde ich in einer späteren Arbeit noch zurückkommen.
	        
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