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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

178 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1924, 
offenen Ende des Kanals, zwischen dem 34. und 35, Querschnitt. Diese letzte 
Tatsache besagt, daß die Eigenperiode des ganzen Kanals fast genau das 21/- 
fache der Periode der eintägigen Flutkraft, d. i. 60 Stunden, beträgt. In diesem 
Falle tritt Resonanz mit der äußeren Gezeitenbewegung ein; falls diese sehr groß 
ist, wird auch im Falle von Reibungseinflüssen, die ja immer vorhanden sind, 
die Mitschwingungsgezeit groß ausfallen. Da dies nach den Beobachtungen nicht 
der Fall ist, zeigt, daß auch vor dem offenen Ende unseres Kanals die Gezeit 
nur eine sehr kleine Amplitude aufweisen muß. Daß aber gerade an den Stellen, 
an denen die Beobachtungen Zentra von Amphidromien aufweisen, Knotenlinien 
der Mitschwingungsgezeit vorhanden sind, zeigt deutlich, daß die Mitschwingungs- 
gezeit, zusammen mit der selbständigen Gezeit, die ja auch an derselben Stelle 
im Süden eine Knotenlinie aufweisen muß, die Hauptrolle spielen wird. 
Diese Mitschwingungsgezeit wurde wieder ohne Berücksichtigung der Reibung 
berechnet. Hätte man auch diese in Rechnung gestellt, so wäre die Lage der 
Knotenlinien nahezu unverändert geblieben; hingegen würde vom äußeren Ende 
(Süden) gegen die inneren Kanalteile fortschreitend die Amplitude kleiner aus- 
fallen. Überschlagsrechnungen ergeben, daß dann an den innersten Querschnitten 
die Amplitude um etwa die Hälfte kleiner ausgefallen wäre; diese Verkleinerung 
nimmt gegen außen allmählich auf 0%, ab. 
Selbständige Gezeit. Da die Mitschwingungsgezeit klein ausfallen wird, ist 
es notwendig, die selbständige Gezeit der eintägigen Komponente der fluterzeu- 
genden Kraft genauer zu ermitteln, als es bei der Halbtagsgezeit der Fall war. 
Zunächst einige Bemerkungen über die eintägige fluterzeugende Kraft. Aus dem 
Potentialausdruck. der fluterzeugenden Kraft findet man als eintägige Komponente 
der Kraft gegen Süden Y= —fcos2g sin 2 6 cos (nt + se als solche gegen 
Osten X,= fsingsin2ß cosn ( + PC — 182). Die Zeit wird auf x = 0, dem 
Meridian von Greenwich, bezogen; @ ist die geographische Breite, ß die Zenit- 
distanz des Mondes bzw. der Sonne, wofür auch die Schiefe des Aquators gegen 
die Mondbahn bzw. die Schiefe der Ekliptik gesetzt werden kann. Wir benötigen 
in jedem Punkte der Mittelachse des Kanals die Kraftkomponenten in ihrer 
Richtung und senkrecht hierzu. Bis zum Querschnitt 9 (Arktisches Meer) wurde 
als Mittelachse der Meridian 30° östl. v. Gr. gewählt, für die weiteren Querschnitte 
Tabelle 10. Fluterzeugende Kraft eintägiger Periode längs der Mittelachse, 
Zerlegung in ” 
zwei Wellen | 8 = X 
Ph Ph a a Y 
gan 2 B für die Wellen A) Ampl. | Phase 
Ampl.|Ampl.] 22h | 5b 
*) 9) in em 
Quer- 
te Ampl. | Phase 
0.81 
87 
‚90 
94 
98 
99 
1.00 
0.99 
97 
4 
90 
87 
82 
7 
RO 
mM 
AZ 
92.0h 0.81' 0.00 ' +1.01) 0.00 
92.0 | 87: 00, 1.99 00 
22.0 | 90: 00| 2.11 00 
22.0 94 001] 219 00 
22.0 98 0) 2%32 00 
520 99. 0) 247 00 
520 100° 0% 2.44 00 
220 ' 0.99 ‚00 250 00 
22.0 97 00 251 00 
4 79 278 168 162 
9 88 “70 2.00 
25 54 7 596 
1 195 1.96 
3.6 289 222 
49 021 197 
AR 02 54 
— 009! 1 34 
18 
19 
20 
21 
0.52 
‚46 
42 
39 
‚28 
40 
50 
57 
ö3 
67 
69 
(3 
IS 
87 
‚62 
4€ 
31 
26 
5.0h 
6.6 
15 
85 
10.1 
10.0 
14,5 
16. 
“A 
„3 
5 
? 
L 
ı 
ı 
1A 
ır 
| 
29 
WO 
„1 
X 
X 
24 
| 
| 
1 
35 
„mn 
Zerlegung in % 
zwei Wellen | 8 = = Ax 
» 
ee Su. ! NE für die Wellen 
Ampl. | Ampl. 22b | 5h 
* *) inem 
—0.33| 1.22 
— 50 0.96 
— 58| 0,58 
— 72 034 
—1,08' —0.03 
—1.14 —0.28 
—1.47 —1,63 
—0.12! —3.10 
—1,08| —3.52 
—1,95| —3.37 
— „941 —3.21 
3— 56 —4.00| —2.56 
3 87 —3.77| —3.08 
©l_ 62 —4.04| —3.26 
— „.A|— ‚59 —2,70) —3,61 
— 28) — ‚49 —1.04| —2,22 
+ .08|— ‚28 +0.61|—2.18 
4 38! 000'-L305 0.00 
ohne den gemeinsamen Faktor fsin28
	        
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