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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Ann. d. Hydr. usw., LIT, Jahrg. (1924), Heft VIII. 
177 
Die Gezeiten des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres. 
Von A, Defant, Innsbruck. [Schluß.] 
(Hierzu Tafel 15.) 
II. Teil, Die ganztägigen Gezeiten. 
Nach dem Ergebnis der Analyse der halbtägigen Gezeit ist zu erwarten, 
daß auch die eintägige Gezeit die Superposition einer größeren Anzahl von 
Wellen sein wird; auch in diesem Falle wollen wir jede einzelne zu bestimmen 
versuchen und das Bild, das ihre Zusammensetzung liefert, mit den Beobachtungs- 
tatsachen vergleichen, Was diese betrifft, so liegt nun eine Darstellung der 
Stundenlinien dieser Flut von R. v. Sterneck!) vor, die den wenigen zur Ver- 
fügung stehenden Ergebnissen der harmonischen Analyse gerecht wird; nach 
seiner Darstellung zeigen sich im Bereiche des Atlantischen Ozeans zwei große 
Amphidromien: eine im nördlichen Teil mit dem Zentrum in etwa 25° N-Br., auf 
deren Existenz schon H. Harris hingewiesen hat, und eine im südlichen Teil 
mit dem Zentrum in etwa 50° S-Br., also am Ausgang. unseres Kanals in den 
breiten Meeresgürtel der Südhemisphäre. Beide Amphidromien verlaufen ent- 
gegen dem Sinn des Uhrzeigers; daß dies auch bei der auf der Südhemisphäre 
der Fall ist, deutet darauf hin, daß sie nicht der Einwirkung der ablenkenden 
Kraft der Erdrotation ihre Entstehung verdankt, 
Die Amplitude der Eintagsfluten ist überall sehr klein und von derselben 
Größenordnung; sie scheint an den Küsten nur örtlich 15 cm zu übersteigen. 
Für das Arktische Meer haben wir noch keine Darstellung der Eintagsflutlinien, 
wenn auch H, Harris die wenigen Beobachtungen einiger Reduktionen angegeben 
hat; wir werden später auf diese Beobachtungen noch zurückkommen. 
Mitschwingungsgezeit. Für dieselben Querschnitte, die früher für die Halb- 
tagsgezeit Benutzung fanden, wurde auch für die ganztägige Gezeit, deren Periode 
zu 24 Stunden angenommen wurde, die Mitschwingungsgezeit berechnet. Hierbei 
fand ebenfalls gleich die früher angegebene genauere Methode der schrittweisen 
Berechnung von & und n Anwendung. Das Ergebnis dieser Berechnung bei 
einem Relativwert von = +50.0 cm am innersten Ende des Kanals (Quer- 
schnitt 0) steht in Tabelle 9. 
Tabelle 9. Mitschwingungsgezeit, Eintägige Flut. 
Quer- 
schnitt 
© 
€ 
KL) 
q 
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Ö 
L50 
451 | 
805 
32 
22 
„81 
+ 1362 
+ 1924 
+ 1849 
+ 1658 
4 1085 
' 
5 
m 
| 
% 
cm 
0! 50.0 
258 |-L48.6 
288 128.1 
270 1437.4 
279 +81,8! 
302 425,8 
M +194 
266 +123 
127 + 1,9 
8“ 138 
_17i8 —271 
__ "500 _629 
Quer- 
schnitt 
1? 
KO 
14 
1 
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ı*; 
x 
“I 
ag 
q 
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+ 653 
+ 292. 
— 189 
— 673 
— 1030 
— 1437 
1967 
3187 
— 3628 
— 4033 
— 4449 
— 4705 
5 
m 
— 224 
— 124 
+ 109 
+ 852 
+ 405 
- 328 
173 
251 
281 
]RAn 
*QR 
% 
em 
'—70.4 
——74.1 
|—74.3 
—62.7 
—49,8 
42,3 
—36.7 
31,8 
26.6 
20.6 
‘6 
» 
Quer- 
schnitt 
24 
% 
26 
93 
an 
X} 
&} 
3 
q 
kım3 
5 
m 
% 
cm 
— 4831} +161 |+ 1,9 
—4527| +194 |+ 10.4 
—3898| -+ 202 |+ 19.8 
—3111| +170 |+ 28.1 
— 2262 +174 !+4+ 35.7 
—1198 + 75 ‚+ 42.6 
+ 466 — 20 '+4 43.8 
+ 2435 102 + 41.0 
+4543 —162 } 33,9 
+ 5785 —242 }25.9 
+ 1988 — 258 9 
'_ BORE- ORG 34 
‘) Mitschwingen der Davisstraße und Baffinbay bei nm: = 40 cm, q = — 686 km®. 
*) Amerikanisches Mittelmeer a — + 100 km3 
Die eintägige Mitschwingungsgezeit weist insgesamt 3 Knotenlinien auf: 
die erste beim Querschnitt 8, d. i. der Querschnitt vor Franz Josefland, die zweite 
zwischen dem 28. und 24. Querschnitt in etwa 20° N-Br., die dritte gerade am 
1) Sitz.-Ber, der Wiener Akad., 130. Bd.. 1921 
Ann. d. Hydr. usw. 1924. Heft VIII
	        
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