Rauschelbach, H.: Über eine elektrische Pegelfernübertragung. 171
gesichert werden. In den Kugellagern bewegt sich eine stählerne Achse As von
7 mm Durchmesser, die in den Lagerstellen auf 5 mm abgedreht ist. Das Vorder-
ende dieser Kollektorachse ragt durch die Stirnwand hervor und trägt ein kleines
stählernes Zahnrad Zr mit 14 Zähnen, das seinen Antrieb vom Zahnrad des
Schwimmerrades erhält (siehe Taf. 13 Nr. 2). Auf der Kollektorachse (Taf. 14 Nr. 1)
sitzt innerhalb der beiden Platten beweglich die Kollektorbuchse Kb; diese trägt
an ihrem hinteren Ende ein Gewinde, an ihrem vorderen Ende ist eine Scheibe Sb
angedreht; zwei hervorstehende Stücke 4n.auf dem Umfang der Scheibe Sb
dienen als Anschläge, deren Zweck noch erläutert wird. Auf die Buchse Kb ist
ein Kollektor KXh gepaßt, der aus einer Hartgummiwalze von 30 mm Durch-
messer besteht. Die Zylinderfläche ist teilweise durch einen 4 mm tiefen Silber-
belag Ks leitend gemacht. Ein seitlich an der Kollektorwalze X% nichtleitend
zur Buchse Xb angebrachter Messingring Kr dient dem Silberbelag als Strom-
zuführung. Während sich die Walze nach der Stirnseite zu an die Scheibe Sb
mit den beiden Anschlägen anlegt, wird sie am andern Ende durch eine Mutter
Km festgehalten, die ebenfalls als Scheibe ausgebildet ist. In den schmalen, her-
vorragenden Rand dieser Scheibe sind sechs flache, kreisbogenförmige Aus-
buchtungen eingefräst. In diese legt sich durch Federdruck Fd eine Rolle Ro
ein, die von einem Hebel Hr geführt wird, der an einem Stehbolzen Sr an der
Rückwand befestigt ist. Diese Vorrichtung dient dazu, den Kollektor von ‘/g
zu 1/; Umdrehung sanft festzuhalten, Nach der Rückwand zu wird der Kollektor
durch einen eisernen Klemmring Kg, nach der Stirnwand zu durch einen eisernen
Mitnehmer Mi auf der Achse gegen Verschieben gesichert. Unter dem Stift Ms
des die Walze überragenden Mitnehmers sitzt ein zweiter Stift X%, der in die
Scheibe Sb der Kollektorbuchse eingeschraubt ist. Um die Nabe des Mitnehmers Mi
geschlungen ist eine zweigängige Spiralfeder Sp, deren Enden die beiden Stifte
zabelförmig einschließen. Bei einer Drehung der Achse wird das eine Ende der
Feder durch den Mitnehmerstift Ms herumgeführt, während das andere Ende
gegen den Stift Xf der Walze drückt und bestrebt ist, die Walze ebenfalls herum-
zudrehen. Zunächst wird die Walze noch durch die in einer‘ Ausbuchtung der
Scheibenmutter Xm ruhende Rolle Ro auf der andern Seite der Walze fest-
gehalten, bis der Mitnehmerstift Ms gegen einen der beiden Anschläge An an
der Kollektorbuchse drückt und dadurch die Rolle Ro aus der Ausbuchtung
heraushebt. Die Feder Sp läßt die Walze sich nun soweit ruckweise drehen, bis
die Rolle auf der andern Seite wieder in eine Ausbuchtung einfällt. Diese ruck-
weise Bewegung ist erwünscht, damit die gleich zu beschreibenden Kollektor-
bürsten zur Vermeidung eines Öffnungsfunkens möglichst schnell über die Trennungs-
linien zwischen dem Silberbelag und der Hartgummiwalze hinweggleiten,
Um 120° gegeneinander versetzt sind um die Walze auf drei Säulen Sw
(Taf, 14 Nr. 1 u. 2), die nichtleitend gegen die Rückwand Rw auf dieser eingesetzt
sind, drehbar kleine Winkelstücke Ws aus Messing zur Aufnahme von Kohle-
bürsten Cb angebracht. Durch Spiralfedern SF werden die in den Winkelstücken Ws
befestigten Kohlebürsten Cb dem Kollektor KA leicht angedrückt. Eine vierte,
an einem Winkelstück W£ befindliche schmalere Bürste, die auf dem stromzuführen-
den Ring schleift, speist den Silberbelag mit Strom,
Es war beabsichtigt, die Pegeleinrichtung in dem Pegelturm am Ostende
der St. Pauli-Landungsbrücken zur Aufstellung zu bringen, wozu die Hambur-
gische Wasserbaudirektion auch bereitwilligst ihre Zustimmung gab. In dem
geräumigen Pegelbrunnen von 83.00 m Länge und 2.15 m Breite befanden sich
bereits drei Schwimmer, zwei größere von etwa 81 cm und 55 cm Durchmesser
zum Antriebe der beiden im Turm aufgestellten Rollbandpegel und ein kleinerer
von 35 cm Durchmesser zum Antriebe des großen selbstzeichnenden Schwimmer-
pegels in der Bauart Seibt-Fuess.
Da der Raum unten im Turm ziemlich beschränkt und auch kein geeigneter
Schwimmer für die Pegeleinrichtung vorhanden war, wurde von der Aufstellung
des Pegels selbst abgesehen und beschlossen, die zur Fernübertragung notwen-
digen Teile am selbstzeichnenden Pegel selbst anzubringen, zumal dadurch auch
die Durchstemmung der 52 cm dicken Betonschicht des Pegelbrunnengewölbes