Georgii, W.: Korrelationen der Sommertemperatur in Mitteleuropa usw, 167
und zwar r= + 0.36 mit f= -+70.11. Es entspricht also einer positiven
Druckabweichung im argentinischen Sommer eine positive Tempera-
turabweichung im darauf folgenden Sommer von Mitteleuropa.
Weitere Untersuchungen haben ergeben, daß auch die Druckverhältnisse
im nördlichen Nordamerika in gleicher Weise zu der nachfolgenden Sommer-
temperatur in Mitteleuropa in Beziehung stehen. Ein Vergleich der Druck-
abweichungen im Winter (Dezember—Februar) von Winnipeg mit den Tem-
peraturabweichungen der folgenden Sommermonate (Juni—August) in Frankfurt
a. M. hat für die Jahre 1887—1916 einen Korrelationsfaktor von r = +0,33 mit
f — +0.105 ergeben. Man kann also auch bereits ein halbes Jahr vorher
aus den Druckverhältnissen von Westkanada mit einer gewissen Wahrscheinlich-
keit auf den Temperaturcharakter des kommenden Sommers bei uns schließen.
Nach den umfangreichen Untersuchungen von Gilbert T. Walker in
seiner Studie über das Weltwetter!) haben diese Beziehungen nichts Über-
raschendes an sich. Hat doch Walker gezeigt, daß sämtliche Aktionszentren
der Atmosphäre in einem mehr oder weniger engen, nicht nur gleichzeitigen,
sondern auch vorzeitigen Zusammenhang stehen. Nach seinen Untersuchungen
ergeben sich für die uns besonders interessierenden Aktionszentren, das isländische
Tief und das Azorenhoch, mehrere beachtenswerte Beziehungen. Nach Walker
gelten folgende Korrelationen:
Island.
Azoren.
Druckabweichung _
Dez. — Febr. Juni— Aug.
Druckabweichung
Dez.—— Febr. Juni— Aug,
Lage des
Aktionszentrums:
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Alaska. . ...
Zentral-Sibirien .
SO-Australien .
Südamerika . . .
Süd-Orknev . |
Zum Teil bilden also die zuerst aufgeführten Korrelationen eine natürliche
Folge der in den Walkerschen Untersuchungen hervortretenden Kompensations-
schwankungen der Aktionszentren. Nach den Walkerschen Korrelationen schienen
die Druckverhältnisse der antarktischen Tiefdruckfurche (Süd-Orkney — Azoren:
r = + 0.36) besonders geeignet für die Bestimmung unserer Sommerwitterung.
Die Anwendung dieser Beziehung auf die sommerlichen Temperaturverhältnisse
in Mitteleuropa hat jedoch keine nennenswerten Ergebnisse gebracht. Dafür hat
aber die Prüfung der Druckverhältnisse in der antarktischen Tiefdruckfurche
eine neue, beachtenswerte Korrelation offenbart. Ein Vergleich der Druck-
abweichungen von Cape Pembroke auf den Falklandsinseln mit den Temperatur-
abweichungen von Frankfurt a. M. hat ergeben, daß die Sommera bweichungen
der Temperatur von Frankfurt a. M. (Juni—Aug.) in recht enger Beziehung zu
den Luftdruckabweichungen der Falklandsinseln in den Monaten März bis Mai
des Vorjahres stehen, Trotz der großen Zeitspanne von 1!/, Jahren beträgt
für die 21-jährige Reihe 1895—1915 der Korrelationsfaktor r = + 0.414 mit
einem wahrscheinlichem Fehler f= + 0.11. Bis zu einem gewissen Grade kann
man also bereits 1!/, Jahr vorher aus den Abweichungen des Luftdruckes der
Falklandsinseln die Temperaturabweichungen des übernächsten Sommers bei uns
erkennen. _
Die Übersicht der aufgestellten Korrelationen und ihre praktische Ver-
wertung wird erleichtert, wenn man sie in einer allgemeinen Beziehungsgleichung
zusammenfaßt. Die Beziehungs- oder Regressionsgleichung hat die Form:
ZA, = ba, Z4Pı tt baszt Z4Pı + bis Z4p4.
\ Memoirs of the Indian Meteorologieal Department. Bd. XXIV, Teil IV. Calcutta 1923,
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