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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1924, 
mittleren Meridian am Westende 9b, am Ostende 3%, Die Amplitude der Quer- 
schwingung hängt in erster Linie von dem Wert v ab und, da dieser für den 
größeren Teil des Atlantischen Ozeans nur wenig größer als 1 ist, für #7=1 
aber theoretisch der Fall der Resonanz eintritt, erkennt man, daß die Ampli- 
tuden relativ groß ausfallen müssen. Die Querschwingungen werden des- 
halb einen wesentlichen Einfluß auf den Gezeitenverlauf an den 
Küsten des Atlantischen Ozeans ausüben; nur bei ihrer Mitberücksichtigung 
kann ‚ein direkter Vergleich zwischen Theorie und Beobachtungstatsachen be- 
friedigend ausfallen. 
Die Querschwingungen im ganzen Atlantischen Ozean sind gewiß von- 
einander nicht völlig unabhängig; sie, stellen ja einen in sich geschlossenen 
Schwingungsvorgang dar, derart, daß von Süden nach Norden fortschreitend, 
Amplitude und Phase stetig ineinander übergehen müssen; weiter wird der Ver- 
lauf der Küste gewiß einen wesentlichen Einfluß auf Amplitude und Phase 
besitzen. Dies alles sind Punkte, die wir in keiner Weise bisher in Rechnung 
stellen können. Aber trotzdem wurde, um zu sehen, inwieweit die Längsschwin- 
gungen durch derartige Querschwingungen modifiziert werden, auf Grund der 
obigen Rechnungen und Überlegungen und in möglichster Anlehnung an obige 
Ergebnisse eine. Annahme, sowohl über den Verlauf der Amplitude als auch der 
Phase längs der europäisch-afrikanischen Küste und längs der amerikanischen 
Küste gemacht und mit dieser weitergerechnet, Diese Annahme ist in folgender 
Zusammenstellung gegeben: 
Tabelle 7, Angenommene Querschwingungen, 
Westseite Ostseite 
Amplitude | Phase Amplitude | Phase 
Stunden } Stunden 
Am 
35, 34 100 3.5h 
33 S0 8.—h 920 b— 
32 60 B.— 120 3Z.— 
31, 30 60 8.4 IN) 2,5 
29 80 5.4 ‘} 2.5 
28, 27 100 8.9 und 9.— X 0.— 
26, 25 120, 80 d— 9 3—) 
24, 23, 22 80 | A— 80 „ 3.— und 4,— 
21 bis 17 80 ; 107 80 | 5.— 
16 bis 137) 70 bis 30 9.7 | 80 bis 20 i  5,— bis 3.7h 
Die Amplitude wurde fast überall zu rund 80 cm angenommen; nur im 
äquatorialen Teil der Westküste und im südlichen Teil der Ostküste wurde bis 
auf 120 m hinaufgegangen; in den nördlichsten Teilen über 60° N-Br. wurde 
rasch auf 20 cm herabgegangen. Die Annahme über die Phasen weicht etwas 
von den oben gefundenen Phasen der errechneten Querschwingungen ab und 
zwar wurde namentlich im südlichen Teil eine Verfrühung von 1 bis 1'!/, Stunden 
gegenüber diesen Werten angenommen. Der Grund für diese Abweichung liegt 
einfach darin, daß mit diesen Phasenwerten eine wesentlich günstigere UÜber- 
einstimmung mit den Beobachtungstatsachen gefunden wurde. Da aber Ver- 
schiebungen der errechneten Phase um den erwähnten Betrag bei diesen Quer- 
schwingungen, da wir .ja nur sehr roh rechnen konnten, sehr wenig bedeuten, 
wurden die angegebenen Werte vorgezogen, 
Die Zusammensetzung der Längsschwingungen mit diesen Querschwingungen 
ist dann in Tabelle 8 gegeben, das sich daraus ergebende Bild des Gezeiten- 
verlaufes im Atlantischen Ozean auf Grund der gefundenen Werte an den Küsten 
und der von der ablenkenden Kraft der Erdrotation und den Querschwingungen 
nur wenig modifizierten Werte auf der Mittelachse steht in Fig. 3 der Tafel 12. 
Es kann direkt mit dem von R. Sterneck gegebenen Bild des Gezeitenverlaufs 
nach den Beobachtungstatsachen verglichen werden, -Vor allem erkennen wir, 
') Auf der Ostseite ab Querschnitt 14 bei kleiner Amplitude Phase 3.7 h.
	        
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