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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Defant, A,: Die Gezeiten des Atlantischen Ozeans und des Arktischen Meeres. 163 
Fingerzeig geben, wie groß die Amplitude und wie die Phasenverteilung auf 
beiden Seiten des Kanals bei solchen Querschwingungen sind und uns anzeigen, 
ob durch solche Querschwingungen wesentliche Änderungen in der berechneten 
Längsschwingungsgezeit hervorgerufen werden und welcher Art diese Änderungen 
sein könnten. 
Die Differentialgleichungen der horizontalen und vertikalen Wasser- 
bewegung in einem schmalen Kanal westöstlicher Richtung und konstanter Tiefe h 
unter der Einwirkung der fluterzeugenden Kraft X sind SHE und 
n= —h Be Die Lösung dieser Gleichungen lautet, wenn X den obigen Wert hat: 
fcos @ x x X x 
cos 2 nn 2 Z + 8)+Ccos2n(t—Z 
4m] = ZZ“ (nt + ze +2) +B cos nt +4- © + 8) +0 cos n( = +7) 
n? a2cos?gp 
2hf . / x x 2hn . x 2hn 
GL sin 3 (nt ta +B — Sin 2n (t + Z+8)—C = 
In? a? cos? sin2n (t— +7): 
Die Konstanten B und C sowie die Winkel ß und y sind aus den Grenz- 
bedingungen zu ermitteln, daß für x= 0, d.i. an der Westseite des Kanals und 
für x= 2zg9gacosg (0«<1)d. i. am Ostende £= 0 sein muß, Man erhält dann 
zu ihrer Ermittlung, wenn 7 =. das Verhältnis der Eigenperiode des Kanals 
zur Periode der erzeugenden Kraft ist, die Gleichungen 
tag 2ng _ sin4zo--sinvz Bon A . R 
ar 20 eng am und > = ann nn Gin 4x0 + sin v 7). 
t 
A ist der Koeffizient des ersten Gliedes in der Gleichung für £. 
Eine Übersicht über die Werte von o, v in den einzelnen Breiten des 
Atlantischen Ozeans sowie der Querschwingungen an einzelnen ‘dieser Stellen 
gibt folgende Zusammenstellung: 
Tabelle 6. Schwingungsverhältnisse in der Querschwingung im Atlantischen Ozean. 
Breite 
O0 
/ 
mittlere | Wh Te 
Tiefe inm FT 
Gezeit !) 
an der Westseite 
| 
Gezeit 
an der Ostseite 
30° 8 5000 1.1° 
20° 8 4500 1185 
10° 8 4500 1.35 
09 4500 1,26 
J0° N 0.125 4800 1.03 
20° N 2.16% ! 1800 1.20 
30° N 0.197 1800 14° 
10° N 0.180 1500 11 
50° N 0.133 3300 0.86 
50° N D.112 2100 0.72 
10° N 0.100 2300 0.52 
1=—685cos2n (t— 9.7b) 
54cos2n (t— 9.5h) 
71cos2n (t— 95h) 
54cos2n (t— 11.9b) 
29 cos2n (t — 10.5h) 
= 86 cos 2n (t — 4.0h) 
55cos2n (t — 4.3h) 
71 cos2n (t —4.0h) 
44 cos 2n (t — 7.74) 
21cos2n (t— 7.2h) 
I 
Die Querschwingungen haben trotz der großen Breite des Ozeans nahezu 
die Form stehender Wellen; in der Mitte des Querschnittes sinkt die Amplitude 
nahezu auf Null, während die Phase sich überaus rasch ändert; für 10° S-Breite 
findet man z. B. folgende Verteilung von Amplitude und Phase: 
Länge von Gr. aus 300 West 309 | 259 209 | 15° | 10° 59 0° 16008 10° | 13.20 
Amplitude cm . .| 71 | 10 60 43 | 21 9 30 51 66 71 71 
Phase. Gr. Zeit .| 9.5h | 96 9,7 99 | 10.3] 2.1 3.4 3.7 | 3,8 3.9 | 4.0h 
Nach dieser Verteilung ist die Breite des Atlantischen Ozeans doch wieder 
so klein, daß man in erster Annäherung richtige Resultate erhalten würde, wenn 
man für an den Wert für den mittleren Meridian als Konstante einführen 
würde: in diesem Falle wären die Phasen der Schwingung in bezug auf diesen 
\) Amplitude in em, Phase bezogen auf Meridiandurchgang des Mondes in Greenwich.
	        
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